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Spreetals Kulturhaus ist künftig zum Teil ein Wohnhaus

Ein Unternehmer aus Bautzen hat das fast 70 Jahre alte Gebäude umbauen lassen.

14 Appartements mit Wohnflächen zwischen 33 und 134 Quadratmetern Größe sind im einstigen Kulturhaus entstanden und werden in Kürze bezogen.
14 Appartements mit Wohnflächen zwischen 33 und 134 Quadratmetern Größe sind im einstigen Kulturhaus entstanden und werden in Kürze bezogen. © Foto: Mirko Kolodziej

Spreetal. Das eine oder andere frühere Kohle-Kulturhaus der Region hat eine Chance auf Weiterexistenz auch ohne die einst zugehörigen Betriebe. In Laubusch zum Beispiel hat die Stadt Lauta zuletzt einiges investiert, um das Gebäude nutzbar zu halten. Für Knappenrode gab es vor ein paar Tagen im Ortschaftsrat die Vorstellung der Idee einer Wiederbelebung rund um ein Bergbau-Komödien-Theater. Und für Spreetal sagt Bürgermeister Manfred Heine (parteilos): „Er hat es schmuck hingekriegt.“

Er – das ist der Bautzener Unternehmer Boris Schubert, der die Immobilie im Mai 2013 bei einer Auktion im Bautzener Amtsgericht ersteigerte. Eigentlich wollte er sie im Zusammenhang mit Jetski-Sport auf dem benachbarten Spreetaler See entwickeln. Aber da wegen Wassermangels in den Sternen steht, wann das Gewässer nutzbar sein wird, hat Schubert seine Pläne geändert. Auf einem Poster, das am Zaun an der Werkstraße hängt, steht eine Mailadresse, die nahelegt, dass Schubert das Ganze „Residenz Spreetaler See“ nennt.

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Der Unternehmer gibt Heines Kompliment zurück. Schubert sagt, der Bürgermeister habe sich immer wieder engagiert, wenn an irgend einem Punkt eine Hürde aus dem Weg zu räumen gewesen sei. Mittlerweile sei der vordere Teil des Gebäudes saniert, während am Saal noch gearbeitet wird. Vorn – auch das erklärt das besagte Poster – werden in Bälde Menschen leben. 14 Wohnungen mit jeweils einem bis drei Zimmern gibt es. Sie sind barrierefrei erreichbar, was bedeutet, dass der Zweigeschosser sogar über einen Lift verfügt. So können hier in Zukunft nicht nur, aber eben auch ältere Menschen wohnen. Draußen hat Schubert rund um das Kulturhaus neue Straßen anlegen sowie modern-elegante Laternen aufstellen lassen. Mit der Umnutzung erhält ein recht geschichtsträchtiges Haus einen neuen Zweck. Das Kulturhaus stammt von 1953, wurde für die Beschäftigten des benachbarten Braunkohlewerkes gebaut. Von Theater über Kino und Konzerten bis hin zu Brigadeversammlungen war es dann der wohl zentrale Punkt des öffentlichen Lebens in Spreetal. Von der Gruppe Renft über Frank Schöbel bis hin zu Gerhard Gundermann traten hier unzählige Künstler auf. Und nach der Grundsteinlegung für das Kombinat Schwarze Pumpe 1955 wurde der Anlass im Spreetaler Kulturhaus gefeiert.1998 verkaufte die Gemeinde Spreetal es an Andreas von Derschau, der kurzzeitig eine Disco einrichtete und von einer Bowlingbahn, einer Pension und auch schon von einer Wohnnutzung sprach. Allerdings hielt sein Engagement nicht sehr lange an, die Immobilie begann zu verfallen und wurde zu einem der größten Ärgernisse in Spreetal – bis dann mit der Versteigerung 2013 neue Hoffnung keimte. Manfred Heine sagt, er freue sich sehr. Und in den nächsten Wochen soll es eine offizielle Wiederinbetriebnahme geben.

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