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Statt großer Prozession individuelle Kreuzverehrung

Per Webseite, Aushang und QR-Codes können Gebetstexte abgerufen werden.

Die Kreuzweg-Prozession ist individuell durchführbar dank hinterlegter Gebete und vier verschiedenen Routen durch Wittichenau.
Die Kreuzweg-Prozession ist individuell durchführbar dank hinterlegter Gebete und vier verschiedenen Routen durch Wittichenau. © Foto: Susann Metasch

Wittichenau. Auch 2021 müssen viele Anpassungen in fast allen Lebensbereichen im Jahresverlauf vorgenommen werden. Das hat auch Auswirkungen auf das Ausleben des christlichen Glaubens – genauer auf die Riten rund um das Osterfest. Besonders häufig besprochen wurde zuletzt die Durchführung der Kreuzreiterprozessionen in der Region, die nun stattfinden kann.

Doch bereits die vorangestellte Karwoche muss mit Einschränkungen für die Gläubigen stattfinden. Die übliche Kreuzverehrungsprozession, die am Karfreitag mit der Gemeinde durch die Stadt Wittichenau geführt wird, kann es so nicht geben. Daher wurde eine alternative Möglichkeit entwickelt. So können Familien und Gemeindemitglieder dennoch den Weg und das Gedenken an das Leiden Christi für sich durchführen.

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In Hoyerswerdas Altstadt entsteht eine Wohnung für Mieter, die viel Raum mögen – und die von den zukünftigen Bewohnern sogar mitgestaltet werden kann.

Vier verschiedene Kreuzwege werden auf der Webseite der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt präsentiert. Neben der traditionellen Route werden drei weitere Wege vorgeschlagen. Sie alle enden im Kern der Stadt an der Pfarrkirche. Eine gut sieben Kilometer lange Route führt von Keula über Neudorf und Spohla zurück in die Stadt. Dazu gibt es einen Text, der für jede der 14 Stationen ein Gebet oder Bitte vorsieht.

Sonst seien über hundert Menschen bei der Prozession dabei, weiß Pfarrer Ansgar Florian zu berichten. Diese veränderte Art, den Kreuzweg abzugehen, bietet nun trotzdem die Möglichkeit, als Gemeinde diese Erfahrung zu teilen. „Es soll keine Menschenansammlungen geben“, so der Pfarrer. Eine zeitliche und örtliche Entzerrung sei erreicht. Bereits am vergangenen Palmsonntag wurde die Möglichkeit genutzt, wie Pfarrer Ansgar Florian zu berichten weiß: „Die Idee wurde schon gut verbreitet und angenommen.“

Vor etwa drei Wochen wurde das Ganze auf den Weg gebracht. Da stiegen die Infektionszahlen in Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus an, es war absehbar, dass die übliche Prozession nicht durchgeführt werden kann. „Hier gibt es viele einfallsreiche Leute.“

Nun sind alle Kreuze auf den vier Routen mit Aushängen versehen, welche Handynutzer mittels QR-Code zu den Gebetstexten leiten. Die entsprechende Datei lässt sich auch schon vorab von der Gemeinde-Homepage herunterladen oder liegt in gedruckter Form in der Vorhalle der Kirche aus.

Am Donnerstag der Vorwoche wurden die laminierten Blätter vorbereitet und an den folgenden beiden Tagen an den Stationen angebracht. Alle sind mit dem Hinweis versehen, sie bis zum Karsamstag hängen zu lassen. Vielerorts wurde auch mit Familien, auf deren Grundstücken Kreuze stehen, Kontakt aufgenommen, um über die Idee und das mögliche Aufkommen während dieser Tage aufzuklären.

Pfarrer Ansgar Florian sieht diese Variante der Karfreitags-Prozession als gute Gelegenheit, sich trotz nötigen Abstandes gemeinsam auf den Weg zu machen. Dennoch meint er, „wir werden froh und dankbar sein, wenn alles wieder wie gewohnt stattfinden kann“. Überdies möchte er an Gemeindemitglieder und Mitmenschen erinnern, die diesen Weg gerade nicht beschreiten können, aber in das Gebet mit aufgenommen werden können. „Ich weiß auch jemanden mitgetragen, der selber nicht kann.“

Weitere Informationen zu der Prozession hier.

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