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Von frischen Ideen und Visionen

Der Tourismusverband Lausitzer Seenland ist vielfältig aktiv und kann vor allem auch Bindeglied sein.

Mit dem Slogan „Hier taucht Glück Auf“ wird für das Lausitzer Seenland geworben.
Mit dem Slogan „Hier taucht Glück Auf“ wird für das Lausitzer Seenland geworben. © Foto: Gernot Menzel

Von Angela Donath

Lausitzer Seenland. Der Tourismusverband Lausitzer Seenland wurde im Jahr 2012 gegründet. Er führt die Marke Lausitzer Seenland als touristische Dachmarke der gesamten Region. Hauptaufgabe des Verbandes ist die länderübergreifende touristische Vermarktung der Reiseregion Lausitzer Seenland. Der Verband verantwortet maßgeblich die Produktentwicklung und -koordination, das überregionale Marketing, das Innenmarketing und die Marktforschung.

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Zudem betreibt der Verband die Touristinformationen in Senftenberg und Hoyerswerda. Man setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit touristischen Akteuren aus der Region und einer Vielzahl von Kooperationspartnern. Der Tourismusverband Lausitzer Seenland arbeitet in touristischen Arbeitskreisen und Netzwerken von der lokalen bis zu den Landesebenen mit und ist dennoch immer auf der Suche nach neuen Partnern mit frischen Ideen.

Eine Kampagne mit Geschichte

Trotz dieses breiten Spektrums und der Fülle der Aufgaben ist Kathrin Winkler eine vor Begeisterung sprühende Geschäftsführerin. Es stellt sich also die Frage, was es Neues im Lausitzer Seenland gibt.

„Haben Sie schon von unserer Kampagne ‚Vom Bergmann zum Seemannn’ gehört?“, fragt sie und schon liegt der Tisch voll von Broschüren, Arbeitsheften, Ausmalbögen und Bierdeckeln. Schwarz-weiß Motive aus der Region können hier spielerisch-künstlerisch ausgestaltet werden: Segelboote, Paddler oder furchtlose Schwimmer genau so wie die F60 oder die großen Schaufeln eines Baggers im Tagebau.

Das Seenland auf Englisch

Kindgerecht wird erklärt, was das eine mit dem anderen und schließlich mit der gesamten Region zu tun hat. „Die Kinder können nicht wissen, wie es früher hier aussah. Auf diese Weise kann die Entwicklung ‚vom Bergmann zum Seemann‘ mit Leichtigkeit veranschaulicht werden und Stolz auf das Geschaffene vermittelt werden“, so Kathrin Winkler. An 21 Grundschulen in der Region wurden solche Blätter und Arbeitshefte verteilt – für den Sachkundeunterricht. Für den Englischunterricht an den weiterführenden Schulen gibt es Broschüren in englischer Sprache. Hier können sich die Schüler schon mal als touristische Seenlandführer erproben. „In unseren Gaststätten haben wir das Material auch verteilt, falls es doch mal Wartezeiten geben sollte“, sagt Kathrin Winkler schmunzelnd – und so erklären sich auch die Bierdeckel.

„Ich habe immer Kisten mit Material zum Verteilen im Auto“, erzählt sie weiter. „Wenn ich zu Partnern fahre oder auf Partnersuche bin, dann habe ich etwas Nützliches dabei. Unsere Wirtschaft hier, die muss sich mit dem Seenland verknüpfen. Das muss bis hin zur Speisekarte gehen, so wie das im Spreewald üblich ist.“

Weil Kathrin Winkler viel unterwegs ist und weil man den Tourismusverband kennt, wird der Verband nicht selten auch als Meckerecke genutzt. „Vor allem bei den Radfahrern. Mal fehlt hier ein Schild, mal stört dort etwas. Aber das ist schon gut so, wir leiten die Hinweise an die zuständigen Stellen weiter“, sagt sie.

Gästeführer gesucht

In Brandenburg ist die Orientierung durch das Punkte-Leitsystem für Radfahrer einfacher, weiß Kathrin Winkler – für Sachsen ist das gerade in Arbeit.Das ist auch richtig, denn vor wenigen Wochen wurden in Dresden 5000 Sattelschoner mit dem Logo des Lausitzer Seenlandes verteilt. „Ganz Dresden war blau“, sagt die Geschäftsführerin und meint damit allein die Fahrradsattel.

Wenn so viele Dresdner kommen, braucht es Gästeführer. Gerade werden wieder welche ausgebildet, die Prüfung ist für Dezember geplant. Kathrin Winkler sähe es gerne, wenn auch der Taxifahrer und vielleicht sogar die Friseurin Gästeführer-Kenntnisse erwerben könnten. „Wenn jemand seine Region kennt und dafür brennt, dann kann er oder sie begeistern, und das ist toll“, sagt Kathrin Winkler und schaut in die Zukunft: „Rentner mit ihren eigenen Erfahrungen oder junge Menschen mit sicheren Englischkenntnissen, die den Gästen als Multiplikatoren einfach so am Wegesrand die Besonderheiten des Lausitzer Seenlandes nahebringen“, das wär’s doch.

Die beiden vergangenen Sommer waren nicht einfach für den Tourismus, es fehlte pandemiebedingt überall die Planungssicherheit, berichtet sie weiter.

Trotzdem war das Lausitzer Seenland eine Region mit sehr geringen Verlusten. Der Bekanntheitsgrad ist in den vergangenen zwei Jahren sogar um 10 Prozent gestiegen. Urlaub nahe der Heimat gewann an Bedeutung.

Auf Entwicklungen reagieren

Anfang Oktober kommt eine Broschüre in tschechischer Sprache heraus. Der Anteil der tschechischen Besucher nimmt wieder zu. Das Nachbarland hat kaum Binnengewässer, und die Menschen sind sportlich gut unterwegs. Auch darauf ist man eingestellt beim Tourismusverband Lausitzer Seenland. Eingestellt ist man auch auf weitere Multiplikatoren. Typische Lausitzer Produkte, die auf ihrer Verpackung das Logo des Lausitzer Seenlandes tragen, werden ständig gesucht. Die junge Kaffeerösterei in Senftenberg ist schon ein Werbeträger und weitere sollen folgen, gern auch aus Hoyerswerda.

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