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Was Hoyerswerda für Straßen und Wege plant

Das Rathaus gab jetzt einen Einblick in unmittelbar bevorstehende wie in mittelfristig ins Auge gefasste Vorhaben.

In der Rosa-Luxemburg-Straße gibt es viele Stellen, an denen Nachbesserungsbedarf besteht.
In der Rosa-Luxemburg-Straße gibt es viele Stellen, an denen Nachbesserungsbedarf besteht. © Archivfoto: Uwe Schulz

Als Hoyerswerdas Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) am Wochenende mit Vertretern der Städte Rostock, Solingen und Mölln unterwegs war, hörte er aus seiner Sicht Erstaunliches: „Sie haben gesagt, so viele Straßen und Wege in ordentlichem Zustand hätten sie nicht. Und wäre es anders, wären ihre Bürger sicher glücklicher“, berichtete das Stadtoberhaupt am Donnerstag vor Journalisten. Er habe geantwortet, das mit dem Glücklichsein sei eine schöne Hoffnung. In Hoyerswerda jedenfalls sei es bezüglich Straßen und Wegen nicht sehr verbreitet, was er verstehe. Dafür, gut 200 Kilometer an Straßen plus Wegen in einem Topzustand zu erhalten, fehle schlicht die Kraft, sprich das Geld. „Aber wir machen schon was“, meinte der Rathauschef.

Bau an der Niederkirchnerstraße

So grundlegende Dinge wie zuletzt der Ausbau der Wittichenauer Straße in Dörgenhausen oder die Sanierung der Albert-Einstein-Straße laufen in städtischer Regie aktuell nicht. Sabine Masser von der Bauverwaltung sagt, es seien aber Dinge in Vorbereitung. Die Entscheidungsfindung laufe. Die einzige wirkliche Investition ist im Moment der Bau der Zufahrt zur Oberschule. Andere Dinge würden über den üblichen Haushaltsposten zur Straßen-Instandhaltung bezahlt. Dazu zählen etwa die gerade erledigte Erneuerung der Congress-Hotel-Kreuzung oder die laufenden Arbeiten im Bereich Stadtrand / Thrune, die planmäßig am 8. Oktober enden sollen. Anschließen wird sich in den nächsten Wochen die angekündigte Deckschichtsanierung auf der Niederkirchnerstraße zwischen der Zusestraße und der Klinikums-Kreuzung. Rund 150.000 Euro werden dafür ausgegeben.

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Zwei neue Fußgänger-Inseln

An einigen weiteren Stellen sind konkrete kleinere Bauarbeiten in Sicht. Das betrifft etwa den Lückenschluss zwischen Koch- und Feldstraße in Klein Neida, die Befestigung des platzähnlichen Bereiches Grünstraße / Kleine Bleiche oder die Erschließung zum neuen Schwarzkollmer Kindergarten. Einen neuen Belag bekommt die Kocorstraße. Noch dieses Jahr werden zudem zwei Straßenquerungs-Hilfen für Fußgänger gebaut, nämlich einmal an der Schulstraße zwischen Grundschule und Lidl-Markt sowie an der Bushaltestelle im Areal der Zufahrt zum Globus-Markt.

Die erste Fahrradstraße der Stadt?

Zuletzt hat der Stadtrat entschieden, die veranschlagten Mittel für die Planung der sogenannten Kühnichter Spange, die vom Tisch ist, lieber in eine Sanierungsplanung für die Luxemburgstraße zu stecken. Aber damit ist ja noch lange nicht gebaut. „Und wir wollen die Planung ja nicht nur zu anderen Planungen in die Schublade stecken“, sagt der Oberbürgermeister. Im Rathaus ist man auf eine Idee verfallen, wie womöglich schneller an Fördergeld zu kommen wäre: Es gibt ein Sonderprogramm für sogenannte Fahrradstraßen. Man würde die Luxemburgstraße also so herrichten, dass Fahrradfahrer Vorrang hätten und sie sonst höchstens noch für motorisierte Anwohner attraktiv wäre.

Mehr Sicherheit am Lessinghaus

An der Fischerstraße spielten zuletzt immer wieder Bedenken bezüglich der Sicherheit von Johanneums-Schülern und Zookita-Kindern eine Rolle. Zebrastreifen und Ampel sind vom Tisch. Es soll eine einfachere Lösung her. Die Stadt will ein Stück Grund und Boden gegenüber dem Lessinghaus erwerben und so den Fußweg in Richtung Frentzelstraße verlängern. Die Grundbesitzer sind wohl zur Veräußerung bereit. Die beiden Bushaltestellen hier würden dann gegenüber derjenigen am Denkmal-Stein zu einer vereinigt. In diesem Bereich ist die Straße vor dem Überqueren besser einsehbar. Sabine Masser weist aber darauf hin, dass das erforderliche Geld erst im Doppelhaushalt 2023/24 eingeplant werden muss. Rasch gehen dürfte es also nicht.

Gehwegsperrung in Vorbereitung

Eine ziemlich einschneidende Veränderung ist für den nordwestlichen Teil der Stauffenbergstraße in Vorbereitung. Der kaputte Gehweg an den Gärten entlang soll gesperrt werden. Jener auf der WK-IX-Seite wird als Ausgleich zumindest an den schlimmsten Stellen repariert. Und da dort, wo in Richtung Stadtzentrum rechtsseitig die große Eiche steht, der als Ausbesserung gedachte Asphalt auf dem Fahrradweg nicht richtig hält, wird der Radweg um den Baum herum auf den dann gesperrten Gehweg „umgeleitet.“

Beratungen zum Industriegelände

Der nächste wirkliche Kraftakt in Bezug auf den Straßenbau, den die Stadt vorhat, ist die umfassende Sanierung der meisten Straßen im Industriegelände. Nachdem die Straße zum Industriegelände in Ordnung gebracht wurde, im Zusammenhang mit dem Bau der Ostumfahrung die Verbindung zwischen Straße A und Straße E entstanden ist, soll nun alles andere so erneuert werden, dass es für Firmenansiedlungen attraktiv ist. Hierfür soll Förderung in Größenordnungen fließen. Schon kommende Woche will das Rathaus mit den unmittelbaren Anliegern die Einzelheiten des Großvorhabens besprechen, das natürlich in Bauabschnitte eingeteilt wird.

Neue Tafeln in Gelb

Vorwegweiser heißen die großen gelben Tafeln, die Autofahrern auch in der Stadt die Orientierung erleichtern sollen. Nicht nur, aber vor allem im Zusammenhang mit dem Bau der Ostumfahrung steht eine geplante Erneuerung dieses Schilder-Systems. „Das soll so schnell wie möglich geschehen“, sagt Sabine Masser. Insgesamt sind Anpassungen und Erneuerungen an gut zwanzig verschiedenen Standorten vorgesehen. Das Ganze kostet immerhin rund 75.000 Euro, weshalb ein Förderantrag beim Land gestellt ist. Abhängig von einer Zusage aus Dresden wird das Vorhaben in Angriff genommen. Da allerdings unter anderem auch neue Fundamente gegossen werden müssen, wird es über den Winter nichts damit. Zeitigster Bautermin ist folglich das kommende Frühjahr.

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