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PLUS Hoyerswerda Familienkompass

Was wird für die Kinder der Region getan?

Vom Begrüßungsgeld, über einen Babytreff, bis hin zum Baumpflanzen: Einige Aktionen heißen Neugeborene willkommen.

Für die Neugeborenen des Jahres 2019 wurde jetzt in Bröthen in der Nähe des Sees ein weiterer Baum gepflanzt. Es ist ein amerikanischer Amberbaum, der auch Seestern- oder Kaugummibaum genannt wird, da mit seinem Harz früher tatsächlich Kaugummis herg
Für die Neugeborenen des Jahres 2019 wurde jetzt in Bröthen in der Nähe des Sees ein weiterer Baum gepflanzt. Es ist ein amerikanischer Amberbaum, der auch Seestern- oder Kaugummibaum genannt wird, da mit seinem Harz früher tatsächlich Kaugummis herg © Foto: Gernot Menzel / Montage: Bildstelle

Hoyerswerda. Rund 15.000 Sachsen haben an dem 101 Einzelfragen umfassenden Familienkompass der Sächsischen Zeitung, Freie Presse und Leipziger Volkszeitung teilgenommen. In verschiedenen Kategorien wurde das Leben und die Familienfreundlichkeit im Wohnort eingeschätzt. Erhebungsgebiete sind die Stadt Hoyerswerda und das Umland – bestehend aus den Orten Bernsdorf, Elsterheide, Lauta, Lohsa, Spreetal und Wittichenau.

Unter dem Aspekt der Familienpolitik wurde unter anderem gefragt, wie engagiert die jeweilige Gemeinde ist. Konkret: „Die Kommune bzw. Stadt, in der ich lebe, tut viel für Familien mit Kindern.“ Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht) wurde in Sachsen eine durchschnittliche Bewertung von 2,75 vergeben. Hoyerswerda ist mit 2,76 nah dran und das Umland mit 3,11 etwas abgeschlagen.

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Kinder halten eine Gesellschaft am Leben. Sie sind ein hohes Gut und ein wichtiger Bestandteil. Eltern haben es nicht immer leicht und somit ist Unterstützung in allen Lebenslagen Gold wert. In der Region um Hoyerswerda wird damit recht unterschiedlich umgegangen. In den letzten Jahren hat es sich etabliert, dass junge Eltern mit ihrem Nachwuchs immer öfter feierlich und symbolisch begrüßt werden. Das hat mit Wahrnehmung und Wertschätzung zu tun.

In Hoyerswerda wird seit dem Januar 2018 sogar ein Begrüßungsgeld für Neugeborene gezahlt. Es werden zweimal 125 Euro ausgeschüttet. Doch das ist an eine Bedingung geknüpft. Die Eltern sind angehalten, Vorsorgeuntersuchungen nachzuweisen. Die erste Auszahlung erfolgt nach bestätigter U1 bis U5 und die zweite nach der U6. Diese Prämie wurde damals innerhalb eines halben Jahres auf den Weg gebracht. Im Jahr 2018 wurden 22.000 Euro abgerufen, was 88 Kinder bedeutet. Im folgenden Jahr waren es 28.875 Euro – also rein rechnerisch 115,5 Kinder. Im aktuellen Jahr wurden bis zum Stichtag 22. Oktober für 92 Kinder bereits 23.000 Euro ausgezahlt.

In Bernsdorf gibt es seit mehr als zehn Jahren eine Begrüßungsveranstaltung für die Neugeborenen. Bürgermeister Harry Habel lädt dazu – meist zweimal jährlich – die Eltern und ihre Kinder in das hiesige Mehrgenerationenhaus ein. Dort ist Zeit für eine Ansprache, die Überreichung kleiner Präsente und vor allem steht der Austausch im Vordergrund. Als das Ganze im vergangenen November schon zum zwanzigsten Mal stattfand, wurden schon mehr als 200 Babys so willkommen geheißen.

Wittichenau fährt bei den Umlandgemeinden die beste Bewertung ein, was die Kategorie Familienpolitik betrifft. Die Stadt zählt auch zu einer der jüngsten Gemeinden in Ostsachsen. So ist vor einiger Zeit aus dem Unternehmerkreis hinaus die Idee eines Begrüßungstreffs entstanden. Dieses Jahr konnte am 3. Oktober schon die dritte Veranstaltung stattfinden. Rund 50 Kinder, die im zweiten Halbjahr 2019 und im ersten Halbjahr 2020 geboren wurden, waren mit ihren Eltern und Geschwistern eingeladen. Eine kleine Begrüßungstasche wurde bereitgehalten – gepackt von den lokalen Einzelhändlern. Ein weiteres Anliegen dieses Formates ist es, auch Ansprechpartner für jegliche Belange aufzuzeigen und eine Vernetzung zu befördern.

Doch nicht nur die Kommunen, sondern ebenfalls einzelne Ortsteile sind aktiv und organisieren zentrale Treffen. Besonders beliebt ist im Hoyerswerdaer Umland das gemeinsame Pflanzen eines Baumes für Kinder eines Jahrganges.

Das beste Beispiel dafür zeigt sich in Zeißig. Dort werden mittlerweile seit mehr als einem Jahrzehnt Pflanzaktionen durchgeführt. Auf der Dorfaue gelegen ist der sogenannte Kinderbaumpark. In fast jedem Jahr wird ein Baum gepflanzt und weiterhin mit einer Tafel mit den jeweiligen Kindernamen versehen. Erst vor wenigen Wochen wurde ein Weizenapfelbaum in die Erde gesetzt – gewidmet den in den Jahren 2018 und 2019 geborenen Kindern des Ortes. Es ist der zehnte Baum und bereits 55 Kinder wurden in den Jahren bedacht. Doch der Park bietet noch mehr: Eine Plastik, Beete, Nistkästen und eine Bank ergänzen das Bild. Ein Ort zum Aufhalten. Dieser Tradition ist Bröthen vor einiger Zeit gefolgt. Im Ortsteil wurde eine Fläche zwischen Badesee, Rodelberg und dem Spielplatz ausgewählt. Vorher pflegte der Ortschaftsrat den Eltern Neugeborener einen Gutschein einer Baumschule zu schenken. Im Herbst 2018 wurde der erste Baum gepflanzt. Und die Planungen gehen so weit, dass die Stadtverwaltung Hoyerswerda einbezogen wurde und eigens dafür einen Pflanzplan erstellt hat. Erst Freitagnachmittag wurde als dritter Kinderbaum ein Amerikanischer Amberbaum gepflanzt, der auf eine Schwarzerle und einen Ginkgo folgte. Es gibt auch schon Überlegungen, ob nicht in späteren Jahren auch Spielgeräte oder Sitzgruppen ergänzt werden – jeweils den Neubürgern gewidmet. Die verschiedenen Initiativen und Aktionen machen Familien sichtbar und geben ihnen zum Teil einen festen Ort im Stadtbild. Von gegenseitiger Anerkennung und Hilfe können beide Seiten profitieren. Für Kinder kann es später sogar identitätsstiftend sein, wahrlich seine Wurzeln zu kennen.

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