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Wenn es laut aufheult

Im Vergleich mit anderen Orten ist die Stadt Hoyerswerda recht gut mit Sirenen-Technik ausgestattet.

Insgesamt sind in Hoyerswerda 18 sogenannte ortsfeste Sirenen betriebsbereit, zwei davon vollelektronisch.
Insgesamt sind in Hoyerswerda 18 sogenannte ortsfeste Sirenen betriebsbereit, zwei davon vollelektronisch. © Grafik: arteffective / Franka Schuhmann

Hoyerswerda. Sechs Töne von jeweils fünf Sekunden Dauer mit dazwischen jeweils fünf Sekunden Pause, also eine Minute Heulton. Man sollte wissen, dass so ein Sirenensignal bedeutet, dass eine größere Gefahr droht und man das Radio einschalten sollte. „Denn das Signal und damit der Inhalt dieser Warnung müssen ja erst einmal verstanden werden“, sagt Benny Bastisch, der Fachbereichsleiter Feuerwehr der Stadtverwaltung Hoyerswerda. Im Zusammenhang mit den heftigen Juli-Überschwemmungen wurden zuletzt auch immer mal wieder Warnungen per Sirene diskutiert. Und so ein Rat wie jener des Hoyerswerdaer Feuerwehrchefs ist aktuell längst nicht allerorts sinnvoll. Denn Sirenen gibt es gar nicht mehr überall. Nach dem Ende der DDR hat man sie vielerorts demontiert.

Im Land Sachsen sind nach Angaben der Staatsregierung momentan ungefähr 3.000 Sirenen betriebsbereit. Nach SZ-Recherchen stehen davon im Kreis Bautzen 194. Aber auch hier ist die Verteilung demnach recht unterschiedlich. In Bautzen selbst etwa verfüge nur der Ortsteil Kleinwelka über eine funktionstüchtige Anlage, in den Kamenzer Ortsteilen seien es immerhin 13. In Hoyerswerda dagegen kann auf 18 Sirenen zurückgegriffen werden. „Hier wurde weiterhin an der Möglichkeit der Warnung und Alarmierung durch ortsfeste Sirenenanlagen festgehalten“, sagt Benny Bastisch. Die Stadt sei diesbezüglich sehr gut ausgestattet. Man kann es jeden Mittwoch um 15 Uhr beim wöchentlichen Probealarm hören, wenn ein zwölfsekündiger Dauerton erklingt.

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16 der Hoyerswerdaer Sirenen sind klassisch elektromechanisch betrieben. Man schaltet vor Ort oder durch Fernauslösung einen Elektromotor ein, der eine schaufelradähnliche Trommel in Bewegung setzt. Der Luftstrom im gegliederten Gehäuse ringsum erzeugt den Heulton. Der Nachteil: Es braucht Strom. Wenn also zum Beispiel ein Hochwasser so plötzlich die Elektroversorgung lahmlegt, dass eine Warnung nicht mehr möglich ist, nützt diese Art von Sirene nichts. Allerdings reicht die zur Verfügung stehende Vorwarnzeit in den allermeisten Fällen aus. In Schwarzkollm und Zeißig sind elektronische Sirenen installiert, die per Lautsprecher und Verstärker funktionieren. Sie verfügen gleichzeitig über Akkus, was eine Nutzung auch bei einem Zusammenbruch des öffentlichen Stromnetzes ermöglicht.

Benny Bastisch sagt, eine Umrüstung weiterer elektromechanischer in elektronische Sirenen sei im Gespräch. Womöglich hilft dabei ein aktuelles Angebot von Bund und Land. Das sächsische Innenministerium informierte jetzt über ein „Sonderförderprogramm Sirenen“. Im Land sollen aus der Staatskasse 4,3 Millionen Euro fließen, denn Minister Roland Wöller findet: „Wir sollten jedes Warnmittel nutzen, das faktisch zur Verfügung steht, denn jede Warnung kann Menschenleben retten.“

Nach Auskunft des zuständigen Landratsamtes verwendet die für die Kreise Bautzen und Görlitz verantwortliche Regionalleitstelle Ostsachsen in Kühnicht für Informationen zu konkreten Gefahrenlagen oder Handlungsanweisungen vor allem das Modulare Warnsystem des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz MoWaS. Laut Kreissprecherin Mandy Noack können darüber Warngebiet, Warnstufe und Warntext eingegeben werden. Zugleich werden die sogenannten Warnmittel festgelegt, also Mobilfunk-Apps, Radiosender und Fernsehstationen, die dann ein Text-Laufband zeigen. „Durch diese zentrale Steuerung müssen die einzelnen Warnmittel nicht separat ausgelöst werden“, erklärt Mandy Noack. MoWaS liefert zum Beispiel Daten an die Handy-Apps „Nina“ des erwähnten Bundesamtes oder „Katwarn“ des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme.

Generell setzt das Landratsamt auf die „Kombination von Sirenen und MoWaS“. Es gibt laut dem Hoyerswerdaer Feuerwehrchef Benny Bastisch im Fall der Fälle jedoch noch eine weitere Warnmethode, nämlich Lautsprecherdurchsagen aus Einsatzfahrzeugen. Die Kameraden selbst werden im Übrigen per digitalem Meldeempfänger zum Einsatz gerufen. Aber auch hier kann eine Sirene zum Einsatz kommen. Drei Töne von je zwölf Sekunden Dauer mit dazwischen jeweils zwölf Sekunden Pause bedeuten: Feueralarm und Alarmierung der Feuerwehreinheiten.

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