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Hoyerswerdas Geschäfte sichtbar gemacht

Der Aufruf „Hoyte kaufe ich lokal“ soll Kunden für den hiesigen Handel sensibilisieren.

Sylvia Grimm zeigt in ihrem Laden einen Köder für Hechte. Mit der Aktion des Marketingvereins und der Wirtschaftsförderung erhofft sie sich mehr Einheimische als Kunden.
Sylvia Grimm zeigt in ihrem Laden einen Köder für Hechte. Mit der Aktion des Marketingvereins und der Wirtschaftsförderung erhofft sie sich mehr Einheimische als Kunden. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Viele Produkte sind im lokalen Einzelhandel erhältlich, werden von Geschäften in Hoyerswerda angeboten. Die schon seit einem Jahr durch die Pandemie eingeschränkten Öffnungsmöglichkeiten machen es den Inhabern und ihren Mitarbeitern schwerer, Kunden zu erreichen.

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Um die Firmen bei der Suche nach neuen digitalen Vertriebswegen zu unterstützen, haben der Marketingverein Familienregion Hoy e. V. und die Wirtschaftsförderung der Stadt Anfang März die Aktion „Hoyte kauf ich lokal“ initiiert, sagt die Geschäftsführerin des Marketingvereins Madeleine Matschke. Hoyerswerdaer Bürger sollen so erkennen, dass sie auch bei lokalen Händlern im Internet einkaufen können. Auf der Familienregion-Website finden teilnahmewillige Firmen entsprechende Informationen.

Dem Geschäft „Blumen und Kunst“ in der Neustadt geht es noch vergleichsweise gut, denn seine Besitzerin Silvia Jonas hat sofort mit Beginn der Corona-Pandemie einen Lieferservice für ihre Blumensträuße und Topfpflanzen eingerichtet. Diesen neuen Vertriebsweg hat sie etwas beworben, damit sich die Kunden daran gewöhnen. Auf der Internetseite des Ladens stellt sie nun Fotos von Beispielsträußen ein, um Kunden zu einer Bestellung zu animieren. „Zukünftig soll daraus ein richtiger Onlineshop werden“, erzählt die Floristin. Trotz aller Bemühungen ist ihr Umsatz natürlich zurückgegangen, weil der normale Ladenverkauf spürbar fehlt. Zum Zeitpunkt des Gespräches war „Click and Meet“ erlaubt, das heißt, Kunden durften mit Termin im Geschäft einkaufen. Dabei halten sie freiwillig die Abstände ein, sagt Silvia Jonas. „Wenn ein Kunde im Laden ist, wartet der nächste draußen.“ Von der Aktion „Hoyte kauf ich lokal“ hat die Ladenbesitzerin über die Wirtschaftsförderung der Stadt erfahren und sich gleich beteiligt. Sie will alle Wege nutzen, auf ihr Angebot aufmerksam zu machen, und manchmal sieht sie jetzt neben bekannten auch neue Gesichter.

Die Besitzerin des Angelfachmarktes Zeißig Sylvia Grimm findet die Vorschriften der Politik zur Pandemie-Bekämpfung manchmal etwas undurchsichtig. Sie sagt: „Wir wissen im Moment nicht richtig, was wir machen dürfen und was nicht.“ Der Umsatz ihres Ladens sei nur etwas eingebrochen, weil der Verkauf schon immer vor allem über das Internet läuft. Ihre Kunden kommen aus dem Lausitzer Seenland, ganz Deutschland und sogar Österreich. Durch die Teilnahme an der Aktion „Hoyte kauf ich lokal“ hofft Sylvia Grimm natürlich auf mehr Kunden aus der Region.

Wer sich die Zeit im Lockdown mit Musizieren vertreiben will, kann im Musikhaus von Klaus-Peter Haselbauer Gitarren, Rhythmus- und Blasinstrumente kaufen oder reparieren lassen. Der Ladenbesitzer steht im Telefonbuch und hat eine eigene Internetseite. Seit einigen Wochen gehört er zu der Aktion „Hoyte kauf ich lokal“. Lokale Unternehmen auf diese Weise zu unterstützen, findet Haselbauer gut, denn so erfahren die Menschen, dass das Einkaufen in Hoyerswerda noch möglich ist. Sein Musikhaus kann er erhalten, weil er hauptberuflich künstlerischer Leiter der hiesigen Musikschule ist. Klaus-Peter Haselbauer tätigt Einkäufe für diese Einrichtung und hat auch Musikschüler als Kunden. Er will bald einen Onlineshop einrichten, denn besonders während „Click and Collect“ ist das ein wichtiger Vertriebsweg. Ihn nerven das ständige Hin und Her zwischen Öffnen und Schließen des Ladens sowie die dauernd wechselnden Vorschriften, die die Bundesregierung festlegt.

https://familienregion-hoy.de/hoyte-kaufe-ich-lokal

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