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Geld und Recht

Hürden beim Online-Shopping 

Gerade in der Vorweihnachtszeit können sich viele Verbraucher eine Welt ohne Online-Shopping kaum noch vorstellen.

Online-Shopping machts ehr viel Spaß - jedoch sollten gerade Neukunden einiges beachten.
Online-Shopping machts ehr viel Spaß - jedoch sollten gerade Neukunden einiges beachten. © Preis_King / pixabay.com

Hohe Bequemlichkeit, beste Vergleichsmöglichkeiten – die Vorteile liegen auf der Hand. Welche Hürden existieren dabei und was ist beim Shopping im Netz zu beachten?  

Sicherheit beim Online-Shopping: Fake-Shops erkennen

„Einst lebten wir auf dem Land, dann in Städten und von jetzt an im Netz“ - Marc Zuckerberg

…dies verkündet Marc Zuckerberg im Film „The Social Network“. Doch überall, wo Menschen leben, versuchen auch Betrüger, ihre Chance auf Gewinn zu nutzen. Deshalb sollten Kunden beim Online-Shopping verstärkt auf die folgenden Sicherheitsmerkmale achten:

Texte und Inhalte: Kauderwelsch ist verdächtig

Ganz allgemein sollten die Verkaufstexte und Produktbeschreibungen eines Online-Anbieters ohne Rechtschreibfehler und in korrekter grammatikalischer Form daherkommen. Auch die angebotenen Artikel sollten detailreich beschrieben und gut fotografiert sein.

Impressum-Check: Seriöse Firma oder Betrüger?

Firmenname, Name des Inhabers, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse – diese Informationen kann ein potenzieller Kunde mit einem schnellen Blick ins Impressum eines seriösen Online-Shops finden. Handelt es sich bei der Firma um eine GmbH, KG, OHG oder AG müssen zusätzlich die Umsatzsteuer-ID und die Handelsregisternummer vermerkt sein.

URL-Check: Bekannte Domain-Endung?

Ein Domainname deutet auf einen seriösen Anbieter hin, wenn er auf eine geläufige Endung wie „Shop-Name.de“ oder „Shop-Name.com“ endet. Unerklärliche Erweiterungen wie „Shop-Name.gzujiu.de“ lassen auf einen Fake-Shop schließen. Auch Begriffe im Domainnamen, die nichts mit den angebotenen Artikeln zu tun haben, sprechen eher für einen unseriösen Händler.

Zahlungsmöglichkeiten: Erst die Ware, dann das Geld!

Vertrauenswürdige Online-Shops punkten beim Kunden mit angenehmen Zahlungsmethoden wie dem Rechnungskauf oder dem Lastschriftverfahren. Bei Letzterem besteht die Möglichkeit, den Betrag 8 Wochen lang zurückzufordern, wenn die Ware nicht ankommt. Händler, die ausschließlich gegen Vorkasse liefern sind wenig vertrauenswürdig und kundenfreundlich. Eine Zahlung per Nachnahme bietet zwar einen großen Sicherheitsfaktor, ist jedoch meist gebührenpflichtig.

Verschlüsselte Verbindungen: Heute eigentlich Pflicht!

Persönliche Daten und Zahlungsinformationen sollten Kunden stets verschlüsselt an den Anbieter übermitteln können. Eine sichere Verbindung erkennt man in der Browserzeile am Kürzel https://de.wikipedia.org/wiki/Hypertext_Transfer_Protocol_Secure„https:/...“

Versandoptionen und Lieferbedingungen: Hier zeigt sich der Kundenservice

Selbst wenn der Kunde bei einer sicheren Quelle online kauft, muss das nicht heißen, dass der Bestellprozess automatisch zufriedenstellend abläuft. Auf die folgenden drei Kriterien sollten Käufer achten, die ihre Ware schnell erhalten und unproblematisch retournieren wollen.

Versandkosten

Wer ein Schnäppchen zum kleinen Preis machen will, sollte sich die Versandkosten des Anbieters genauer anschauen. Viele Anbieter bieten zwar eine kostenlose Lieferung im Inland an, fordern dafür jedoch das Erreichen eines Mindestbestellwerts. Für Lieferungen ins Ausland werden bei den meisten Shops erhöhte Versandkosten fällig.

Auch, wenn es besonders schnell gehen soll, berechnen manche Anbieter einen Zuschlag für den Express-Versand. Schließlich kommt es auf die Größe des bestellten Artikels an: Muss der per Spedition verschickt werden, muss der Kunde in den meisten Fällen einen Zuschlag bezahlen.

Lieferzeitraum

Seriöse Online-Shops bieten ihren Kunden Informationen zu einem möglichen Lieferzeitraum bereits vor der Bestellung auf der Produkt-Detailseite. Dabei nutzen sie möglichst konkrete Formulierungen wie „in 12 bis 14 Tagen lieferbar“ oder „kommt morgen an, wenn Sie bis 12.00 Uhr bestellen“.

Sind dagegen keine Information zum Lieferzeitraum vorhanden, sollten Kunden nach einem alternativen Anbieter Ausschau halten. Bei Möbeln und ähnlichen sperrigen Gütern geben die Anbieter zumeist ein grobes Zeitfenster von mehreren Wochen an, bitten den Kunden jedoch um telefonische Kontaktdaten, um für die Lieferung ein konkretes Zeitfenster vereinbaren zu können.

Rückgaberecht

Ein Geschäft im Internet fällt unter die sogenannten „Fernabsatzverträge“, für die der Verbraucher generell ein 14-tägiges Widerrufsrecht hat, das mit dem Erhalt der Ware beginnt. Dafür muss eine Widerrufserklärung abgegeben werden, die der Anbieter meist als Formular mitschickt oder online sendet. Bestimmte Artikel sind vom Widerrufsrecht ausgenommen, z.B. Konzertkarten, Flugtickets oder nach Kundenwunsch personalisierte Artikel. Oft trägt der Anbieter die Kosten der Retoure, um beim Kunden mit gutem Service zu punkten. Händler können die Rücksendekosten jedoch auch dem Käufer in Rechnung stellen, wenn sie bereits beim Kauf darüber informieren.

Produktmerkmale und -ausstattung

Welche Leistung hat ein Prozessor? Ist das TV-Gerät internetfähig? – Diese und ähnliche Merkmale sind für Kunden häufig essenziell für eine Kaufentscheidung. Doch gerade bei unbekannten Online-Shops sollten Käufer Vorsicht walten lassen: Manche Anbieter führen auf der Produkt-Detailseite Features auf, die der Artikel gar nicht besitzt. Interessenten gehen hier sicher, indem sie die Artikelnummer des Produkts auf der Webseite des Herstellers eingeben, um Informationen aus erster Hand zu bekommen.

Einige Produzenten vertreiben sogenannte EU-Importe, die einem geringeren Standard entsprechen als Produkte für den deutschen Markt. Ist vor der Artikelnummer der Zusatz „EU“ oder „EU-Modell“ vermerkt, sollten sich potenzielle Käufer nach den exakten Produktmerkmalen erkundigen.

Preisvergleich: So günstig wie möglich

Bei der Fülle von Anbietern im Internet lohnt es sich für Kunden, einen Preisvergleich für den Wunschartikel durchzuführen. Doch hier gilt nicht allein der Preis als Entscheidungskriterium. Würde die Ersparnis bei einem unbekannten oder zweifelhaften Anbieter nur gering ausfallen, sollten Käufer einen Shop bevorzugen, von dessen Service und Seriosität sie bereits überzeugt sind.

Waren aus dem Ausland: Vorsicht vor Zusatzkosten!

Bestellt ein Kunde Waren aus dem EU-Ausland, werden keine gesonderten Abgaben dafür fällig außer eine eventuell erhöhte Versandpauschale. Bei Lieferungen aus sogenannten Drittländern wie den USA oder China gelten dagegen die Bestimmungen der Zollbehörden. Wie hoch die Gebühren für den Kunden ausfallen, richtet sich nach Art der Ware und der Höhe des Preises:


© Zusatzkosten bei Warenlieferungen von außerhalb de

Wie hoch der Zollsatz ausfällt, hängt von der Art der Ware ab. Er schwankt zwischen 0% für Smartphones, Bücher und Bilder bis hin zu 17% für Lederschuhe.

Genau hinschauen und auf attraktive Onlinewaren freuen

Auf alle wichtigen Details beim Online-Shopping zu achten, kann für Neukunden durchaus lästig sein. Neben Fake-Shops und Betrügern kann es auch einfach passieren, dass Händler sich als Service-Verweigerer präsentieren oder unschöne Versandbedingungen aufweisen. Hier heißt es also: Genau hinschauen und die wichtigsten Faktoren beachten. Wer einen seriösen Anbieter gefunden hat und weiß, worauf es ankommt, kann die Bequemlichkeit und die Vergleichsmöglichkeiten des Online-Einkaufs genießen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin A. Zsolt.