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Hüttertallauf mehr als nur Sport

Der Lauf durch das idyllische Tal ist wirklich „herzgemacht“. Und ein echter Radeberger Lauf.

© Bernd Goldammer

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Nun gut, 4 500 Läufer, wie jüngst beim Dresdner Nachtlauf, machten sich Sonntagvormittag nicht auf die zehn Kilometer Tour durchs Radeberger Hüttertal. Aber das ist auch gar nicht das Ziel der Organisatoren des Radeberger Hüttertallaufs. Hier gibt es auch keine Stars der Laufszene, „sondern wir wollen einen Volkssportlauf, an dem die Leute Spaß haben, Freude am Sport“, sagt Jens Angermann von der Radeberger Laufsportgruppe. Die Läufer unter dem Dach des Radeberger Radsportclubs organisieren seit nun schon acht Jahren diesen ganz besonderen Lauf. Familiär, von der Strecke durchs Tal her sehr anspruchsvoll, denn die ersten sechs Kilometer gehen gefühlt nur bergauf, merken die Läufer im Ziel dann augenzwinkernd an. „Und für viele ist unser Lauf sogar der Einstieg“, freut sich Jens Angermann. Denn zu den Läufern gehören vom ersten Hüttertallauf an auch Teams aus Radeberger Unternehmen. Die Mannschaft der Radeberger Exportbierbrauerei zum Beispiel. „Viele der Läufer haben sich durch das Team an das Thema herangetastet, regelmäßig Sport zu treiben, außerdem lernen sich so auch Mitarbeiter verschiedener Abteilungen kennen“, beschreibt Brauerei-Sprecherin Jana Kreuziger diese besondere Seite des Hüttertallaufs. Und natürlich unterstützt die Brauerei den Lauf auch. Traditionell begrüßt der Radeberger Bierkutscher Ernst die Läufer im Ziel und spendiert ein frisch gezapftes Radeberger … Auch zahlreiche weitere Unternehmen sind als Sponsoren aktiv, spendieren beispielsweise die Preise für die Schnellsten –  oder wie Sachsenmilch einen gut gefüllten Rucksack für alle Aktiven. Ein echter Radeberger Lauf, der auch diesmal wieder rund einhundert Läufer an den Start zur Hüttermühle lockte. Ein Lauf, der zudem zwar nicht mit der erwähnten nächtlichen Dresdner Stadt-Silhouette locken kann, dafür aber mit der Landschaft des Hüttertals, der Idylle Wallrodas – und als echter Crosslauf eben mit seiner anspruchsvollen Strecke. Ein „herzgemachter“ Lauf noch dazu. Denn alle Organisatoren sind spürbar mit dem Herzen dabei. Und dieser reizvolle, familiäre Lauf hat sich längst einen Namen auch über Radeberg hinaus gemacht. Aber natürlich geht es auch hier um Zeiten – um die besonderen hölzernen Pokale, die der Radeberger Holzkünstler Dirk Hantschmann alljährlich anfertigt. Die aktuellen ziert der Röderverlauf im Tal. Die Sieger hielten sie dann stolz in die Höhe. Letztlich sind alle Läufer Gewinner, jeder für sich. Nicht zu vergessen, gut 25 Aktive hatten sich aus dem Liegauer Epilepsiezentrum Kleinwachau auf den Weg gemacht – „das freut uns ganz besonders, dass hier Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam aktiv sind“, so Jens Angermann.

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Hüttermühle rückt ins Blickfeld

Und nicht zuletzt rückt auf diese Weise auch die seit Jahren leer stehende Ausflugsgaststätte Hüttermühle wieder mal ins Blickfeld. Radebergs OB Gerhard Lemm musste deshalb durchaus die eine oder andere Frage zur Zukunft der Mühle beantworten, die ja der Stadt gehört, bevor er traditionell den Lauf startete. Und auch, wenn sich im Moment noch keine Lösung abzeichnet; „wenn endlich die Brücke über die Röder im Tal neu gebaut ist, haben wir gute Chancen, einen neuen Betreiber zu finden“, macht Lemm ja regelmäßig deutlich. Die Brücke ist bekanntlich nicht nur ein gefährliches Hindernis bei Hochwasser, sondern auch so marode, dass keine schweren Autos drüberrollen dürfen. Für eine Gaststätte denkbar ungünstig. Das Geld für den Brückenneubau ist seit Jahren da, nur ziehen sich ebenso lange die Diskussionen mit dem Denkmalschutz hin. Aber nun, so wurde am Rande des Hüttertallaufs gemunkelt, stehen die Zeichen auf Grün, dass nächstes Jahr gebaut werden kann …