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Hund zwingt Zug zur Notbremsung

Ein kleiner Hund hat einer 21-Jährigen möglicherweise das Leben gerettet. Die Görlitzerin war mit ihrem Vierbeiner auf dem Gleis zwischen Uhsmannsdorf und Hähnichen unterwegs.

© Rolf Ullmann

Görlitz/Uhsmannsdorf/Hähnichen. Der Führer des Triebwagens hat Schlimmeres verhindern können. Am Sonntagabend fährt er mit dem Zug der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) auf der Strecke zwischen Hähnichen und Uhsmannsdorf, als der Mann einen leuchtenden Gegenstand im Gleis erkannt.

Bald sieht der Zugführer, dass das Geschirr eines kleinen Hundes reflektiert. Er leitet sofort eine Notbremsung ein. In diesem Moment erkennt der Mann auch eine Frau, die neben dem Tier läuft. Der Zugführer nimmt beide mit nach Görlitz.

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Dort nehmen Bundespolizisten die Personalien der 21-Jährigen auf. Sie sei in Horka in den Zug gestiegen, um damit nach Hause zu fahren, berichtet die Frau den Beamten. Als die Görlitzerin feststellte, offenbar in die falsche Richtung – nach Cottbus – zu fahren, sei sie in Uhsmannsdorf ausgestiegen und habe sich unmittelbar entlang des Gleises zu Fuß nach Horka begeben. Dort wollte die 21-Jährige nach eigene Aussage in den richtigen Zug steigen.

Das besonnene Verhalten des Triebfahrzeugführers hätte sehr wahrscheinlich Schlimmeres verhindert, teilt die Bundespolizei mit. Obwohl außer einer Zugverspätung von zehn Minuten nichts passiert ist, hat der gefährliche Leichtsinn für die Görlitzerin möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen. Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr gegen sie eingeleitet. (szo/tc)