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Hundeelend in Bobersen

Schon dreimal biss ein Labrador zu. Einem kleinen Hund kostete es das Leben – und einem Jungen den besten Freund.

© privat

Von Antje Steglich

Diesen Tag wird die junge Familie nie vergessen. Hochschwanger geht Katrin Haase im November mit ihrem dreijährigen Sohn und den zwei Yorkshireterriern Savannah und Puccini spazieren. In dem kleinen Dörfchen Bobersen bei Riesa, nicht weit von ihrem Einfamilienhaus entfernt. Auf der anderen Straßenseite führt eine Frau ihren Labrador aus. „Er war angeleint, ich habe mich sicher gefühlt“, sagt die junge Physiotherapeutin.

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Doch innerhalb von Sekunden herrscht das blanke Chaos: Der Labrador reißt sich los, rennt zu der Familie, verbeißt sich in Puccini und schüttelt ihn kräftig. Nicht nur der kleine Hund winselt um sein Leben, auch der dreijährige Paul schreit in dem Gerangel immer wieder: „Mami, Mami!“. Schwer verletzt wird der Hund in die Dresdner Tierklinik gebracht. Neben einer großen Fleischwunde ist sein rechtes Vorderbein durchgebissen und die Kniescheibe am rechten Hinterbein verschoben. Das Tier übersteht die Notoperation. Doch vier Tage später stirbt Puccini durch eine Infektion der Wunde.

Familie Haase trauert nun nicht nur um ein Tier, das für sie ein Familienmitglied war. Vater, Mutter und Sohn sind traumatisiert, habe eine Ärztin attestiert. Der Dreijährige leide unter Angstzuständen.

Der große Hund biss nicht das erste Mal zu: Schon 2014 hat er Puccini im Garten angefallen und verletzt. Im Juni 2015 biss der Labrador zudem den Mischlingshund einer anderen Nachbarin. Danach landete die Geschichte erstmals bei der Gemeindeverwaltung. „Uns wurde gesagt, dass man sich darum kümmert“, sagt Katrin Haase. Doch es passierte nichts. Deshalb habe man nun Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Zeithainer Ordnungsamtsleiter eingereicht und Anzeige gegen die Besitzer des Labradors erstattet. „Ich habe Angst, dass noch einmal was passiert. Der Hund hat sich einmal losgerissen, wer kann garantieren, dass das nicht noch einmal geschieht?“ Mittlerweile habe die ganze Familie Angst, vor die eigene Haustür zu treten.

Inzwischen hat die Gemeindeverwaltung veranlasst, dass der Labrador nur noch angeleint und mit Maulkorb spazieren geführt werden darf. Das Landratsamt will nun feststellen, ob der Hund tatsächlich als gefährlich einzustufen ist. Parallel dazu ermittelt die Polizei in zwei Fällen wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die Besitzer des Labradors versprachen, sich an die Vorgaben der Gemeinde halten zu wollen. „Uns tun die Vorfälle sehr leid und vor allem der Ausgang des Letzten.“