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Hundekot auf Nieskys Fußwegen

Mit Zetteln hat ein Nieskyer gegen Hundekot auf dem Fußweg protestiert. Fehlen in der Stadt Hundetütenspender?

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© Alexander Kempf

Von Alexander Kempf

Niesky. Dem Verfasser dieser Zeilen muss es gewaltig stinken. „Das ist doch Scheiße!“, steht auf zwei Zetteln, die am Montag anonym in der Görlitzer Straße ausgelegt worden sind. Direkt neben dem Papier liegen die Steine des Anstoßes. Zwei stattliche Haufen Hundekot. Den einen muss ein Fußgänger übersehen haben, denn in ihm ist deutlich das Profil eines Schuhs zu erkennen. Ob es den Verfasser der Zettel selbst erwischt hat? Dessen Zorn ist in jedem Fall groß. „Der Scheißkerl ist der Besitzer! Nicht der Hund!“, schreibt er noch.

Damit hat er offensichtlich einen Nerv getroffen. Im Internet teilen viele sein Unverständnis und zeigen im sozialen Netzwerk Facebook den Daumen nach oben. Der Verfasser des Schreibens hat so eine emotionale Debatte angestoßen. Denn scheinbar stört sich bei Facebook nicht nur er an den hässlichen Hinterlassenschaften im Nieskyer Zentrum. „Bei mir regelmäßig die gleiche Scheiße, im wahrsten Sinne des Wortes, genau vor der Fahrertür meines Autos. Und, lieber Hundebesitzer, früh und abends, wenn ich mein Auto bewege, ist es dunkel! Und ihr könnt euch alle denken, was da passiert“, schreibt eine Nutzerin namens Lisa Bitterlich.

Doch nicht nur der Hundebesitzer steht in der Kritik. Die Nutzer erwarten auch von der Stadtverwaltung mehr Initiative. „Überall! Eklig! Die Stadt sollte Hundetütenspender aufstellen. Woanders klappt das damit schließlich auch!“, fordert eine Nutzerin namens Jennifer Rothe und bittet andere, ihr Anliegen weiterzutragen. Ein Nutzer namens Udo Hempel ärgert sich darüber, dass die Hundesteuer in der Stadt nicht zweckgebunden sei. Könnte mit diesen Einnahmen nicht mehr für die Beseitigung der Exkremente getan werden? Andere rufen nicht zuerst nach der Stadt, sondern appellieren an das faule Herrchen oder Frauchen. „Jeder Hundebesitzer sollte Tüten für die Hinterlassenschaften seines Hundes dabei haben, woanders kostet das Strafe, wenn keine Tüten dabei sind!“, schreibt Nutzer Maik Klyk.

Rege wird im Internet über Hundetütenspender diskutiert. Doch wie steht dazu die Stadt selbst? „Wir haben so etwas leider noch nicht“, sagt Ordnungsamtsleiterin Simone Sturm. Sie würde kommendes Jahr gerne Spender aufstellen lassen. Falls es dafür denn tatsächlich Geld im Haushalt geben sollte. Noch seien dies ungelegte Eier. Ob Spender die Situation aber verbessern, bleibt so oder so abzuwarten. Städte, die schon welche aufgestellt haben, berichten von unterschiedlichen Erfahrungen, erzählt Simone Sturm. „Die Tüten müssen auch gezogen werden“, sagt sie. Und genau das ist Sache der Hundebesitzer.

Im Nieskyer Ortsteil See habe das Ordnungsamt in der Vergangenheit bereits kontrolliert, ob Hundebesitzer Tüten für die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner dabei haben, berichtet Simone Sturm. Das sei die Ausnahme gewesen. „Meiner kackt nicht auf fremden Grundstücken!“, ist da schon mal als Ausrede zu hören. Geahndet hat die Stadt die fehlenden Tüten in See nicht. Dem Ordnungsamt sei es mehr darum gegangen, das Gespräch zu suchen, berichtet Simone Sturm. Wenn der Wille der Hundebesitzer fehlt, nutzt wohl auch der Tütenspender weniger.