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Hurra, pleiter als Griechenland!

Wer glaubt, Geld verschwenden können nur andere Völker, der kennt uns Sachsen nicht.

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Von Gunnar Saft

DAS verstehe, wer will. Zurzeit reden alle nur über den „Grexit“ und kein einziger über den eigentlichen Finanzskandal: die „GröBaPlei“ – die größte Bankenpleite in Sachsen. Was viele immer noch nicht wissen: Pleite können wir im Freistaat viel besser als die Griechen. Während in Athen die Geldautomaten entweder 60 Euros oder einfach nur heiße Luft ausspucken, kullern bei uns in Dresden die Millionen nur so in den Gully. Allein diese Woche klau(b)te die sächsische Staatsregierung 31,4  Millionen Euro aus der Steuerkasse, um damit fleißig die Schulden abzustottern, die man sich mit hochspekulativen Geschäften der früheren Landesbank eingefangen hat. Die gute Nachricht: 1,34 Milliarden vom angehäuften Miesen-Berg sind inzwischen beglichen. Die schlechte: Noch einmal so viel ist offen. Doch jammern wir? Oxi!

ABER wenn schon neue Rettungspakete, dann auch eines für uns. Es muss ja kein Geld drin sein. Ein großes Paket, in dem man die für die „GröBaPlei“ verantwortlichen Politiker dorthin verschicken kann, wo der Pfeffer wächst, reicht. Gern ohne Retour-Schein. Ansonsten lernen wir begierig von den Griechen. Die Sache mit dem Referendum zum Beispiel: „Sind Sie dafür, dass alle Verantwortlichen der „GröBaPlei“ nicht nur in Pakete gesteckt und verschickt werden, sondern irgendwann auch juristisch belangt werden?“, könnte auf dem sächsischen Abstimmungszettel stehen. Bei den verfügbaren Antworten würde selbst der irre Tsipras staunen. Weil wir Demokraten sind, gibt es natürlich zwei Möglichkeiten: Ja oder Ja. Darauf einen Ouzo. Denn wer weiß wie lange es den bei uns im Supermarkt noch gibt. Oder haben Sie etwa noch alte Drachmen in der Schublade?