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Hut, Wasser, Schatten

Der Oberarzt an den Weißeritztalkliniken Sebastian Trinks gibt Tipps, wie man gut durch den heißen Sommer kommt.

© dpa

Von Annett Heyse

Freital. Temperaturen bis zu 30 Grad, kaum eine Regenwolke und ein Ende der Hitze noch nicht in Sicht – in Freital herrschen fast mediterrane Verhältnisse. Doch was im Urlaub am Strand willkommen ist, kann im Alltag schon mal anstrengen und im schlimmsten Fall gesundheitsbedrohlich werden. Wie also umgehen mit den hohen Temperaturen und der intensiven Sonnenstrahlung? Oberarzt Sebastian Trinks leitet die Notfallambulanz an den Weißeritztalkliniken in Freital und Dippoldiswalde und kann einige Tipps geben.

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Sebastian Trinks ist Oberarzt an den Weißeritztalkliniken in Freital und Dipps und leitet die Notfallambulanz.
Sebastian Trinks ist Oberarzt an den Weißeritztalkliniken in Freital und Dipps und leitet die Notfallambulanz. © Helios Weißeritztalkliniken

Herr Trinks, wie sehr macht der Sommer den Menschen in der Region zu schaffen?

Wie jedes Jahr behandeln wir in den Sommermonaten Patienten mit hitzebedingten Beschwerden, wobei trotz der außergewöhnlich langen Hitzeperioden dieses Jahr keine unübliche Häufung auftrat.

Wer ist besonders betroffen und sollte sich vor Hitze schützen?

Heißes Wetter und extreme Sonneneinstrahlung ist vor allem für ältere Menschen ein Problem. Im Alter funktioniert die Flüssigkeitsregulation des Körpers nicht mehr so gut. Zudem können sich bestehende Erkrankungen oder auch die Einnahme von Medikamenten negativ auf den Wasserhaushalt des Körpers und die Blutelektrolyte auswirken. Die zweite Risikogruppe sind Menschen, die im Freien schwer arbeiten müssen.

Straßenbauer oder Dachdecker – gerade die können es sich aber nicht heraussuchen und sind der Sonne ausgesetzt.

Ja, wichtig ist trotzdem, sich vor der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen. Schirme, Planen, Sonnensegel helfen, das macht viel aus. Ganz wichtig ist auch, den Kopf und den Nacken zu bedecken und sich dabei an Ländern zu orientieren, wo es üblicherweise heißer ist als bei uns. Dort trägt man beispielsweise Strohhüte mit breiter Krempe. Darunter kann die Luft besser zirkulieren und den Kopf kühlen als beispielsweise unter einer Kappe.

Und gegen den Sonnenbrand hilft dann Sonnencreme, oder?

Ich rate dringend, nicht ständig oberkörperfrei in der Sonne zu arbeiten. Das sieht man auf Baustellen leider immer noch sehr häufig, ist aber nicht ungefährlich. Die UV-Strahlung der Sonne kann die Haut dauerhaft schädigen und zu solch schweren Erkrankungen wie Hautkrebs führen, da in den Stoffwechselprozess der Haut eingegriffen wird. Daher sollte man sich besser mit entsprechender Kleidung schützen.

Ob alt oder jung, Bauarbeiter oder Büromensch: Was sollte man grundsätzlich in solchen Hitzeperioden beachten?

Wie gut jemand mit der Hitze klarkommt, hängt natürlich von seiner körperlichen Konstitution ab. Grundsätzlich gilt: Wenn es geht, die Mittagshitze meiden. Und viel trinken. Da sind Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen und auch Sportgetränke am besten, weil diese dem Körper wichtige Blutsalze zurückführen können, die beim Schwitzen verloren gehen. Gefährlich wird es, wenn man trotz der Hitze kein Durstgefühl mehr hat und dadurch viel zu wenig trinkt. Daher empfehle ich, sich für jeden Tag ein notwendiges Trinkpensum vorzunehmen, sich daran zu halten und dieses über den Tag verteilt zu sich zu nehmen.

Wann droht denn ein Sonnenstich?

Der Sonnenstich ist die Folge der direkten Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Er macht sich durch Schmerzen in diesen Regionen bemerkbar, durch ein rotes Gesicht und häufig kommen dann auch Benommenheit, Schwindel oder Übelkeit hinzu. Tritt das auf, dann sollte man sofort aus der Sonne raus, möglichst ins Kühle. Fürs erste hilft ein feuchtes Tuch im Nacken und reichliches Trinken. Bei Übelkeit oder Schwindel beziehungsweise anderen zusätzlichen Symptomen sollte man einen Arzt aufsuchen. Haben die Praxen geschlossen, wird in der Notaufnahme eines Krankenhauses geholfen.

Und was ist ein Hitzschlag?

Im Gegensatz zum Sonnenstich kann der Körper bei einem Hitzschlag seine Temperatur nicht mehr regulieren, er überhitzt. Wie beim Fieber steigt dabei die Körpertemperatur, die Schweißproduktion setzt aus. Das ist lebensbedrohlich, die Betroffenen sollten sofort einen Arzt rufen. Hitzschläge treten insbesondere bei körperlichen Anstrengungen, wie Arbeiten im Freien in der Hitze oder auch beim Sport auf. Wenn es geht, sollte man seine Aktivitäten in die kühlen Morgen- und Abendstunden verlagern.

Ihren gewohnten Rhythmus zu durchbrechen, fällt manchen Menschen aber schwer.

Ich weiß, insbesondere ältere Menschen haben damit ein Problem. Sie sind ihre Routine gewohnt. Aber es nützt nun mal nichts: In der größten Mittagshitze beispielsweise einkaufen gehen, weil man das immer so macht, sollte vermieden werden. Ich empfehle auch, sich bei solchen Hitzewellen für bestimmte Tätigkeiten Hilfe zu suchen und sich nicht zu scheuen, Hilfsangebote anzunehmen.

Das Interview führte Annett Heyse.