merken

Hutbergdenkmal wird ordentlich

Der Kamenzer Stadtrat stimmte jetzt der Aufräumung zu. Womöglich wird ein neuer Zaun um die Stelenreste sogar vorgezogen.

© Matthias Schumann

Kamenz. Die Geschichte des Hutberg-Mahnmals ist eine schwierige. Fünf Säulen sollten die Weltkriegsjahre 1914 bis 1918 und ihre Opfer symbolisieren, aber die Nazis haben die Anlage mitsamt dem hingeklotzten Thingplatz dann zu Revanche-Aufmärschen missbraucht. Die bis auf die Stümpfe geschliffenen Stelen stehen nun als schmerzende Erinnerungspfähle im Fleische des Gemeinwesens, und auch die jüngste Stadtratsdebatte war davon überlagert. Dabei ging es eigentlich nur um die Frage, wie nun auch oberhalb der inzwischen sanierten Hutbergbühne endlich Ordnung geschaffen werden kann.

Mit einer Gegenstimme – nur Stadtrat Jörg Stern von Bündnis 90/Grüne hält den „Dornröschenschlaf“ der Gespenster der Vergangenheit dort oben weiterhin für „angemessen“ – wurden jetzt zwei Bauabschnitte beschlossen. Noch 2018 werden das Areal vom Unrat und Unkraut beräumt und die Treppenanlage instandgesetzt sowie mit einem Handlauf versehen. Das Geld dafür ist im Jahresetat vorhanden.

Anzeige
Wohnen und arbeiten im Urlaubsparadies
Wohnen und arbeiten im Urlaubsparadies

Mitten im Lausitzer Seenland entstehen Wohnungen für junge Familien. Außerdem wächst altersgerechtes Wohnen. Ziehen Sie also mit Kindern und Eltern nach Lauta!

Schwieriger wird es mit Abschnitt 2, der vor allem für 2019 angedacht ist. Ein Großteil der insgesamt 120 000 Euro teuren Aufräumaktion soll in die Sicherung der Säulenstümpfe, in das Natursteinmauerwerk und in Verkehrsflächen fließen. Ein Hauptposten (35 000 Euro) wäre eine neue Einfriedung, die den unansehnlichen Bauzaun ablösen soll. Womöglich doch schon in diesem Jahr. Ebenso dringend, so die Fraktion der Linken, wäre die zügige Installation zweier Informationstafeln, die zur historischen Einordnung des „Mahnmals“ dienen sollen. OB Roland Dantz hält es für keinen Ort, „auf den die Kamenzer stolz sein können“. Der Zustand des ewigen Verfalls allerdings auch nicht. Dieser Auffassung stimmte der Stadtrat eindeutig zu. (SZ)