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Hymnenstreit geht heftig weiter

Unbeeindruckt von einer Welle der Kritik setzt Präsident Trump seinen bizarren Streit mit der US-Football-Liga NFL fort. Auch die Spieler bleiben nicht untätig.

© dpa

Von Tobias Schwyter

Washington. Unbeeindruckt von einer Welle der Kritik setzt US-Präsident Donald Trump seinen Streit mit der National Football League (NFL) fort.

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Am Montagmorgen wiederholte Trump auf Twitter, seine Kritik an knieenden Footballspielern habe nichts mit Rassismus zu tun. Es geht um „Respekt für unser Land, die Flagge und die Nationalhymne. Die NFL muss das respektieren!“ Außerdem pries Trump den Motorsportverband Nascar, denn dieser würde knieende Sportler niemals dulden.

Am Sonntag knieten knapp 200 NFL-Spieler in 14 Spielstätten beim Abspielen der US-Hymne oder blieben auf der Bank sitzen. Drei Teams kamen erst nach der Hymne aus ihren Kabinen. Ein Großteil der Spieler zeigte sich als geschlossene Einheit an den Seitenlinien. Vor einer Woche hatten sich nur sechs NFL-Spieler an den Protesten beteiligt.

Trump twitterte am Montag außerdem, viele Zuschauer hätten die knieenden Spieler am Sonntag ausgebuht: „Das sind Fans, die Respekt für unsere Flagge fordern!“ In allen US-Medien war das Thema am Montag eines der größten. Auf Twitter gab es unter dem Hashtag #StandForOurAnthem (etwa: „Steht zu unserer Hymne“) eine breite Debatte.

Am Freitag und am Wochenende hatte Trump in einer Rede und in einer Serie von Tweets NFL-Teambesitzer aufgefordert, Spieler zu feuern, die während der Nationalhymne nicht stehen. Das hatte über die Liga hinaus Empörung unter prominenten Profisportlern, Trainern und Eignern ausgelöst.

Am Montag sagte Superstar Tom Brady von den New England Patriots: „Auf keinen Fall stimme ich damit überein, was er (Trump) gesagt hat. Ich dachte, es war einfach spaltend.“

Die Aktionen begannen 2016 als Symbol gegen Polizeigewalt und gegen soziale Ungerechtigkeit. (dpa)