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„Ich lieb dich trotzdem“

Ein großer Glücksfall war der Auftritt der katholischen Nonne Teresa Zukic bei Treffpunkt Frau. Doch fast wäre er schiefgegangen.

© privat

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Thiendorf. Sie ist die deutsche Antwort auf Sister Act, und sie war schon oft im Fernsehen: bei Beckmann, bei Lanz, in der Quizshow von Jörg Pilawa oder bei Schreinemakers. Dass die katholische Nonne Teresa Zukic jetzt in der kleinen Kirchgemeinde Ponickau auftreten sollte, war dem Glücksfall geschuldet, dass sie nach Dippoldiswalde eingeladen war . Das Ponickauer Pfarrerehepaar Dregennus hat sich einfach „drangehängt“. Doch Wintereinbruch und Dunkelheit führten am Freitagabend dazu, dass die medienerfahrene und schwergewichtige Frau in Tauscha landete. „Ponickau werde ich sicher nicht vergessen“, sagte Teresa Zukic sichtbar genervt, als sie – trotz fehlender Straßenschilder und ausbleibendem Handyempfang – mit halbstündiger Verspätung doch endlich eingetroffen war.

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Die Ponickauer, Radeburger und sogar Großenhainer werden Teresa Zukic auch so schnell nicht vergessen. Denn so herzerfrischend und wortgewandt wie sie über das Leben, die Menschen und Gott spricht – das bleibt im Gedächtnis. Genau aus diesem Grund mutet sich die 53-jährige etwa 180 Vorträge im Jahr zu – selbst beim Verband für artgerechte Tiernahrung, wie sie unter Gelächter des Publikums erzählt.

Skateboardfahrende Nonne

Ihr Vater war ein talentierter Fußballer und wurde in Kroatien entdeckt. So kam auch Teresa Zukic nach Deutschland, lernte am Sportinternat, wollte Leistungssportlerin werden. Doch nach dem Abitur schlägt ihr Lebensweg einen Haken und die junge Frau wird Ordensschwester. „Da war plötzlich so ein Frieden, so ein Licht“, beschreibt sie diesen Sinneswandel. Als Religionspädagogin arbeitet Zukic in schwierigem sozialen Umfeld in Frankfurt/Main, vor allem mit Kindern. Ihr Foto einer skateboardfahrenden Nonne ging um die Welt. Heute könne sie dieses „blöde Brett“ nicht mehr sehen, gibt Zukic ehrlich zu. Doch dass sie auf der Bühne mit Jugendlichen rappte, darauf ist sie noch immer stolz. Ihre Passion bringe sie jetzt mit dem Auto unter die Leute: 70 000 Kilometer sei sie jährlich unterwegs, so die Buchautorin. Und zeigt ein Foto mit Doktorhut. Den hat sie beim Schreiben auf, um besser denken zu können.

Jeder hat seinen Tick und seine Fehler. „Doch so sehen die Darsteller aus, mit denen Gott Geschichte schreibt“, referiert Teresa Zukic lebensnah und mit Beamer-Unterstützung. Es ist unterhaltsam und nachdenklich zugleich, wenn die Nonne vom Tanz der Stachelschweine zum Zwecke der Paarung erzählt. Und dass Leistung kein Ersatz für Beziehungen ist. Vieles weiß man. Aber Teresa Zukic versteht, den Aha-Knopf zu drücken. „Essen Sie lieber in Gemeinschaft Schokoladenkuchen als allein Rosenkohl“, erklärt sie mütterlich. Denn Menschen mit glücklichen Beziehungen leben nachweislich länger. „Menschen hungern nach Zuwendung und Anerkennung.“

Die lebensfrohe Frau lebt in einer Gemeinschaft und ist auch beruflich erfolgreich. Dass sie mit 40 beschlossen hatte, „ab heute kränkt mich keiner mehr“, brachte ihr wichtige Lebenserfahrungen. So kam sie auf das „ABC der Gefühle“ mit der Erkenntnis: „Was wir denken, fühlen wir“. Unterhaltsam und amüsant erklärt Teresa Zukic, wie Gedanken Macht über uns haben, warum ein Gedankenstopp so effektiv sein kann: Weil vieles bei genauerem Betrachten es nicht wert ist, dass wir uns unsere Lebensfreude damit ruinieren.

„Isch lieb disch trotzdem!“

Auch die, die nicht gläubig sind, können ihren Hinweis auf Vergebung und Versöhnung verstehen. Denn verletzte Menschen verletzen – das ist ein Grundsatz der Psychologie. Teresa Zukic möchte viel lieber das Lachen fördern und erzählt in Ponickau Witze – so amüsiert, dass sie selbst gar nicht mehr weitersprechen kann vor lauter Heiterkeit. Lachen hält bekanntlich gesund und fit, und nach ihrer Rechnung lacht Teresa Zukic täglich soviel, als laufe sie einen Marathon. Allerdings muss man diese innere Stärke auch erst einmal finden, einem Stiesel fröhlich zu entgegnen: „Isch lieb disch trotzdem!“

Ihre Botschaften bringt sie nicht als Plattitüden vors Publikum, sondern so, dass sich jeder wiederfinden kann. Man nimmt es ihr mit ihrer ganzen Leibesfülle ab, wenn sie lächelnd verkündet: „Niemand kann Sie ablehnen, wenn Sie sich nicht schon vorher selbst abgelehnt haben.“ Nach ihrem Vortrag ist der Büchertisch dicht umringt. Viele wollen ein Erinnerungsstück an diese außergewöhnliche Frau mitnehmen. Auch persönliche Gespräche kommen noch zustande. Wie gut, dass die berühmte Nonne trotz des Umwegs auf der Hinfahrt nicht umgekehrt ist.

www.schwester-teresa.de

www.facebook.com/teresa.zukic

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