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Augusto

Ich miete mir einen Koch!

Lust auf gehobene Küche? Eine Alternative zum Restaurant ist der Mietkoch. Der Profi serviert zuhause ein Menü nach individuellem Geschmack und Geldbeutel.

Vorab alles genau absprechen: Der Mietkoch muss wissen, wie die Küche ausgestattet ist, wann er kochen und servieren soll und ob es Unverträglichkeiten gibt.
Vorab alles genau absprechen: Der Mietkoch muss wissen, wie die Küche ausgestattet ist, wann er kochen und servieren soll und ob es Unverträglichkeiten gibt. © dpa/Christin Klose

Von Julia Uehren, dpa

Köln. Das Prinzip ist einfach: Gemeinsam mit dem Koch entscheidet sich der Gastgeber für ein maßgeschneidertes Menü. Der Mietkoch kauft alle Zutaten frisch ein, bereitet diese in der Auftraggeber-Küche zu, kocht, serviert und hinterlässt am Schluss eine saubere Küche. Der Gastgeber kümmert sich um ein schönes Ambiente und die Getränke.

Die gesunde Drittelstunde

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Als kulinarisches Verwöhnprogramm bezeichnet Carmen Gerecht solch ein Erlebnis: "Man kann es sich zu Hause einrichten, wie man möchte - Tischdekoration, Licht, Musik -, und man ist unter sich. Es ist einfach entspannter in den eigenen vier Wänden. Außerdem kann man seinen Lieblingswein zum Menü genießen."

Die Saarländerin hat sich privat schon mehrmals von Mietkoch Thomas Nils Bastuck bekochen lassen. Es gab beim letzten Mal vorweg eine Consomée vom Rind mit Julienne-Gemüse, Étoiles und Markklößchen, als Hauptgang wurden Medaillons vom Schweinefilet an Café-de-Paris-Butter mit tomatierten Spaghetti und Kräuter-Sellerie serviert, und als Dessert gab es eine helle Mousse au Chocolat an Fruchtspiegel.

Wer Köche mietet, sucht immer das Besondere

Thomas Nils Bastuck, der seit zehn Jahren im Saarland als privater Mietkoch unterwegs ist, serviert seinen Kunden klassische französische Haute Cuisine, zu der er noch ein bisschen was dazu interpretiert, wie er sagt. "Es will keiner Rahmschnitzel haben, wenn er sich bekochen lässt. Die Kunden wollen dann schon etwas Besonderes, etwas, das sie sich selbst nicht zutrauen", sagt der Koch.

Ähnlich beschreibt es auch der Privatkoch Stéphane Suarez aus Köln: "Es bietet sich an, einen Mietkoch zu buchen, wenn man in privater Atmosphäre zu Hause ein ganz besonderes Event in Verbindung mit Haute Cuisine-Genuss erleben möchte", sagt der gebürtige Franzose, der schon in zahlreichen französischen Sterne-Küchen gearbeitet hat. "Das lohnt sich für junge Eltern, die sich einen besonderen Genuss wünschen, aber das Haus noch nicht gut verlassen können, oder auch für ältere Leute, die nicht mehr so mobil sind." Oft sei es auch die weit verstreute Familie, die sich mal wieder gemütlich treffen will.

Die Preise für einen Mietkoch sind so unterschiedlich wie im Restaurant auch. Carmen Gerecht hat für ihr Drei-Gänge-Menü für zwei Personen insgesamt 110 Euro bezahlt und liegt damit am unteren Ende der Preisspanne. Der Preis für ein Menü hängt von der Personenzahl ab, von der Anzahl der Gänge, den gewünschten Gerichten sowie den verwendeten Zutaten und auch von der Region, in der gekocht wird.

Eingehende Vorbesprechung ist das A und O

In der Regel sind im Preis die Planung des Menüs, der Einkauf, die Zutaten, exklusive Getränke, die Vorbereitung der Speisen, die Arbeitszeit, das Servieren und die anschließende Reinigung der Küche enthalten. Bei Interesse lassen sich die Köche über die Schulter schauen. Für viele Kunden mache auch das den besonderen Reiz dieses Erlebnisses aus.

Beim Preis sollten Gastgeber darauf achten, dass alle Kosten aufgeführt sind und ein Gesamtbetrag ausgewiesen ist. Überhaupt sei das wichtigste, so die Köche, solch ein Event gut abzusprechen. Dazu gehören auch Informationen darüber, wie die Küche ausgestattet ist, wann gekocht und wann serviert werden soll.

Die Zahl der Aufträge nehme zu, sagen Stéphane Suarez und Thomas Nils Bastuck. Gefragt sei das Angebot vor allem in Großstädten, und es funktioniere nur für die gehobene Küche, vermutet Jörg Linden vom Verband deutscher Köche. Auf der Internetseite www.koch-fuer-zuhause.de sind zum Beispiel rund 200 Köche in 38 Städten gelistet. Das Unternehmen "Kitchennerds" vermittelt private Mietköche in Hamburg, Berlin und München. Als weitere Region wird an den Raum Köln/Bonn gedacht, so Geschäftsführerin Sandra Roggow.