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Idee mit Zukunft?

Die Reichenberger planen einen sozialen Treffpunkt mit Sportangeboten für alle Generationen. Viele Fragen sind aber noch offen.

© Matthias Schumann

Von Uta Büttner

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Reichenberg. Es ist ein ambitioniertes Projekt: der Mehrgenerationentreff im Moritzburger Ortsteil Reichenberg. Auf dem Gelände des ehemals am Kirchweg geplanten Schulgartens – der aufgrund der Entfernung zur Grundschule nicht umgesetzt wurde – soll ein Domizil für Jung und Alt geschaffen werden. Ein sozialer Treffpunkt und ein Ort für sportliche Betätigung.

„Seit vier Jahren haben wir uns an ein Konzept herangearbeitet“, sagt der Reichenberger Ortsvorsteher Bernd Reißmann auf der Ortschaftsratssitzung in der vergangenen Woche. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 95 000 Euro. Da die Gemeinde Moritzburg bis auf Weiteres keine Mittel bereitstellen kann, soll laut Bernd Reißmann der Heimatverein Reichenberg mit der Umsetzung betraut werden.

Doch der erhoffte Beschluss des Ortschaftsrates, dem Verein den Auftrag für die weitere Bearbeitung zu erteilen, wurde vertagt. Die Gründe sind vielfältig. So präsentierte Andrea Hoffmann vom Ortschaftsrat ein zweites Konzept, das in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des TSV Reichenberg/Boxdorf und des Heimatvereins erstellt wurde. Der Umfang des Vorhabens wäre dabei wesentlich geringer. So ist bei diesem Konzept beispielsweise kein eingezäuntes Gelände mit einem Pavillon vorgesehen. Entsprechend sind wesentlich geringere Kosten zu erwarten. Zudem wäre die Umsetzung in Teilschritten realisierbar, erläutert Andrea Hoffmann den zweiten Plan mit dem Arbeitstitel „Generationsverbindendes Sportentwicklungskonzept Reichenberg“.

Dieses Konzept enthält vier Bausteine. Einen Boule-Platz, dessen Umsetzung und Finanzierung steht. Ein Fitness-Parcours mit vier bis sechs Outdoor-Fitness-Geräten als Alternative zu einem Fitness-Studio. Anschauliche Hinweistafeln sollen dabei detaillierte Bewegungsanleitungen geben, mittels eines QR-Codes könnten auch Erklärvideos am Smartphone angeschaut werden. Zudem ist die Zusammenarbeit mit einem Fitnesstrainer geplant. Außerdem stellen sich die Visionäre einen Trimm-dich-Pfad mit Anleitungen zu Bewegungen auf Schautafeln vor und einen offenen Treffpunkt mit Grillplatz. Und der bereits vorhandene Spielplatz soll um eine Wackelbrücke und ein Spielhäuschen ergänzt werden.

Doch egal, welches der beiden Konzepte angegangen werden soll, die Finanzierung ist noch unklar. Selbst bei unterschiedlichen Fördermöglichkeiten wie aus dem Vereinssportstättenförderprogramm oder dem Dresdner Heidebogen sind Eigenmittel aufzubringen, darauf wies der sächsische Landtagspräsident Matthias Rößler hin, der ebenfalls zur Sitzung anwesend war. Den CDU-Wahlkreisabgeordneten als Schirmherr des Projektes zu gewinnen, äußerte Bernd Reißmann an dem Abend als Wunsch.

Doch da der TSV Reichenberg/Boxdorf weder Eigentümer noch Pächter des Geländes ist, kommt eine Teilfinanzierung über das Vereinssportstättenförderprogramm nicht infrage. Somit ist die Gemeinde mit im Boot und eine Zustimmung im Gemeinderat Voraussetzung – egal, für welches Konzept und welche Finanzierung sich die Reichenberger letztlich im Ortschaftsrat entscheiden.

Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) zeigt sich ebenfalls begeistert von der Präsentation des Konzeptes durch Andrea Hoffmann. Er sagt: „Das habe ich heute so nicht erwartet. Mit dem Konzept kann es gelingen, Visionen zu entwickeln.“ Doch er gibt auch zu bedenken, dass er nur eine Stimme von 19 im Gemeinderat hat. Einzelne Teile umzusetzen, könne er sich vorstellen. Trotzdem weist er unter anderem auf die Klärung der Kosten für die nötige nachfolgende Pflege hin.

Auf jeden Fall scheint das zweite Konzept viele Anhänger an diesem Abend gefunden zu haben. Jörg Hänisch sagt, bei allen Dingen, die es zu bedenken gibt: „Ich werbe dafür. Mit dieser Vision, diesem Konzept, können wir in die Ausschüsse gehen.“

Doch klar ist, die Gemeinde hat kein Geld. Also müssen Spenden aufgetrieben werden. Laut Bernd Reißmann ist der Heimatverein dazu in der Lage. Am Donnerstagabend treffen sich dessen Mitglieder. Doch bevor der Verein handeln kann, muss sich der Ortschaftsrat auf eines der Konzepte einigen. Dazu wird es nächste Woche eventuell eine Sondersitzung geben. Und am Ende muss der Gemeinderat von dem Vorhaben überzeugt sein. Ansonsten bleibt alles eine schöne Idee.

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