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Ideen für DFC-Sportplatz gefragt

Nach Schmierereien und dem Einbruch ins Vereinsheim sucht die Stadt nach Lösungen. Selbst will sie den Platz nicht betreiben.

© Claudia Hübschmann

Von Dörthe Gromes

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33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Siebeneichen. Engagiert für seine Stadt und als Impulsgeber immer vorne mit dabei, ist Jürgen Günther nicht erst seit kurzem. Der Pfarrer im Ruhestand hat sich als Teil der Initiative Stolpersteine stark gemacht für das sichtbare Gedenken an das Schicksal verfolgter Juden. Er nutzt Gelegenheiten wie Stadtteilrundgänge der Verwaltungsspitze, um auf bauliche oder strukturelle Mängel aufmerksam zumachen und setzt sich unter anderem als Mitglied für die christliche soziale Union ein. Nicht zu vergessen sind seine appellartigen Leserbriefe in der SZ zu bestimmten Themenfeldern – etwa dem verstärkten Häuserbau am Stadtrand und dem Sanierungsstau in der Altstadt. Mit bekannt werden der Auflösung des Dynamo Fußballclubs Meißen (DFC ) und dem Übergang des ungenutzten Sportplatzes in Siebeneichen samt Umkleiden an die Stadt (die SZ berichtete) gibt es nun erneut etwas, das Günther am Herzen liegt. „Es muss doch möglich sein, dass der Kunstrasenplatz nicht einfach so verkommt und für die Meißner Gesellschaft wenig bringt“, sagt Günther. Er könne sich sowohl eine Weiternutzung als Sportfläche für fußballbegeisterte Meißner Jugendliche vorstellen, als auch ein Abtragen der schlecht gepflegten Spielfläche, die erst im Frühjahr 2014 erneuert wurde. Jedenfalls müsse man die Diskussion anstoßen, seien Ideen gefragt, findet der Ruheständler. Deswegen hat er bereits mit der Stadtverwaltung Kontakt aufgenommen.

Dass man sich nicht allzu viel Zeit lassen sollte, zeigte sich am vergangenen Wochenende in der Nacht zu Sonntag. Da hatten Unbekannte das verwaiste Vereinsheim an der Siebeneichener Straße beschmiert, die Eingangstür aufgebrochen, im Vereinsheim unter anderem Farbdosen und Lösungsmittel umgestoßen. „Bisher ist nicht bekannt, dass etwas gestohlen wurde oder jemand etwas vermisst“, sagt der stellvertretende Revierleiter der Meißner Polizei Jörg Ettelt eine Woche nach dem Vorfall. Die Spurensicherung habe den Fall dokumentiert, die Polizei ermittele weiter. Ein Täter sei bislang nicht gefunden worden. Nur so viel sagt Ettelt: „Es sieht nicht nach einem strukturierten Einbruch aus.“

Damit es allerdings nicht erneut zu ähnlichen Zwischenfällen kommt, sollte zeitnah eine Lösung gefunden werden. Dazu sind engagierte Bürger mit Ideen gerne gesehen, wird die Stadt nicht müde zu betonen. In Gesprächen zum weiteren Vorgehen befinden sich etwa Familienamtsleiterin Daniela Neubert und Meißens Bürgermeister Markus Renner (parteilos). Nach SZ-Informationen will sich Renner an diesem Montag vor Ort gegenüber Meißen-Fernsehen zum aktuellen Stand äußern. Daniela Neubert sagt der SZ, dass es zum jetzigen Zeitpunkt verschiedene Interessenten für eine Nutzung gibt – ohne konkrete zu nennen. Man sei derzeit unter anderem in ersten Gesprächen mit Jugendhilfeorganisationen und Vereinen. „Hier ist derzeit noch offen, in welche Richtung es gehen wird.“ Neubert machte aber deutlich, dass die Stadt den Sportplatz samt Funktionsgebäude nicht selbst betreiben, sondern – wie zuletzt an den Dynamo FC – verpachten möchte. Ob der Kunstrasen in Zukunft abgetragen werde oder nicht, sei noch ungewiss. Als möglicher Nutzer könnte nach SZ-Informationen auch der Verein Buntes Meißen infrage kommen.

Konkretes gäbe es dazu aber nicht zu sagen, auch wenn loser Kontakt zur Stadt bestehe, erklärt Geschäftsstellenleiter Sören Skalicks. „Ich habe aber noch keinen Termin deswegen auf dem Tisch . Deshalb ist in dieser Hinsicht noch nichts spruchreif“, sagt er. Für die beiden Fußballvereine Meissner SV 08 und Fortschritt Meißen-West scheint eine Nutzung – etwa für Jugendmannschaften – kein Thema. Der MSV hat bereits gute Trainingsbedingungen im Heiligen Grund, für die Jungs aus dem Triebischtal ist schlicht und einfach der Weg an die Elbe zu weit.