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Illustres vom Förster

Der Radebeuler Reiner Roßberg beschreibt bildreich das barocke Jägerdasein des Niclas Wolf im 18. Jahrhundert.

Von Peter Redlich

Vorweg – das neue Buch des Radebeulers Reiner Roßberg ist nichts zum schnell Weglesen. 616 Seiten Historie, prall von Natur- und Menschenbeschreibung aus dem 18. Jahrhundert. Das Besondere daran, es handelt ganz in unserer Nähe und enthält neben den Erfindungen eines Romanschreibers viel wirklich Geschehenes. Roßberg hat die Geschichte von Niclas Förster, der mit der gezähmten Wölfin Oda im Forsthaus Kreyern lebt, aufgeschrieben, vor allem aber bildreich beschrieben. Förster, der sich später Niclas Wolf nennt, wird vom Kreyerner Oberförster Sittich am Dresdner Hof zu dessen Nachfolger empfohlen und soll das Moritzburger Revier für den Kurfürsten in Schuss halten.

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Im Garten ein Zuhause für Wildbienen
Im Garten ein Zuhause für Wildbienen

Mauerbienen stechen nicht, leisten aber einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Obstbäumen, Wildblumen und Kulturpflanzen.

Rund um Forsthaus und Gemeinde wird das einfache, teils deftige Leben der Bürger, Bauern, Mägde und Jäger beschrieben. Niclas steht in der Gunst von Oberhofjägermeister Graf von Wolffersdorf. Der Kreyerner Förster erlebt, wie der Graf im Forsthaus nicht selten illustre Gäste einquartiert – darunter auch August den Starken, dessen Sohn August II. und andere vom Dresdner Hofe. Sie alle frönen nahe der Landeshauptstadt dem Jagdtrieb und den darum veranstalteten Festen.

Reiner Roßberg, 1942 geboren und selbst lebenserfahren, kennt die Gegend im Friedewald wie selten ein anderer. Als Radebeul-Zitzschewiger ist er nahe dem Wald aufgewachsen, hat hier als Gärtner, Kraftfahrer und ab 1971 als Winzermeister beim Weingut Radebeul, heute Schloss Wackerbarth, gearbeitet.

Auf den Gedanken, das Leben rund ums Forsthaus Kreyern zu beschreiben, ist Roßberg wohl schon früh gekommen. „Ich war hier viel als Kind in den Ferien. Später haben Frau und Tochter im Schloss Moritzburg gearbeitet“, sagt er. Als der Zitzschewiger eine Straußwirtschaft betreibt, ist zwischen den Gästebesuchen Zeit, vieles aus den Erinnerungen mit den Moritzburgern verbunden aufzuschreiben. Darin sei er teils so vertieft gewesen, dass ihn die Weinliebhaber aufgeschreckt hätten, erinnert sich reiner Roßberg. Das Buch „Wolf von Kreyern, ein barockes Jägerleben im sächsisch-kurfürstlichen Friedewald“ vom Notschriftenverlag Radebeul gibt es ab sofort im Buchhandel für 19.90 Euro. Die Erstauflage beträgt 400 Exemplare.