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Im Alter fit durch den Winter

Besonders im Winter brechen sich ältere Menschen öfter die Knochen. Die SZ erklärt, wie sie heil durch den Winter kommen.

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© dpa

Von Luisa Zenker

Pirna. Für die einen weiße Pracht, für die anderen ein Graus. Vor allem Senioren sind im Winter stärker unfallgefährdet. „Nachlassende Muskelkraft sowie mangelndes Gleichgewicht können zu erheblichen Knochenbrüchen führen“, sagt die Chefärztin der Geriatrie im Pirnaer Helios-Klinikum, Carolin Höhlig. Jeder Vierte aller Gestürzten gehört ihr zufolge zu den über 60-Jährigen. Dabei gelte: Je älter der Mensch, desto schwerer die Folgen eines Unfalls. Der Heilungsprozess dauere bei Senioren deutlich länger. Aber nicht nur Stürze seien im Winter gefährlich. So sollten Senioren schon jetzt Vorsorge treffen, um gesund durch den Winter zu kommen.

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Richtig anziehen im Winter

Kalter Wind und niedrige Temperaturen sind keine Ausrede, drinnen zu bleiben. „Mit dem sogenannten Zwiebel-Look bleibt die Wärme auch im Winter am Körper“, sagt Residenzleiterin Susanne Hübel vom Seniorenzentrum AGO Bielatal. Dabei werden mehrere Kleidungsschichten übereinander getragen. Eine Mütze schütze außerdem vor der Auskühlung. Festes, rutschsicheres Schuhwerk mit Profil sei im Winter besonders wichtig. „Falls es friert, kann man Eis-Spikes verwenden.“ Diese kleinen Metallzacken, die man ab fünf Euro kaufen kann, werden über die Schuhe gezogen. Um auch bei Dunkelheit gesehen zu werden, empfiehlt Susanne Hübel Reflektoren an der Kleidung. Mit einer Taschenlampe sei man bestens für die dunkle Jahreszeit gerüstet.

Anderen Personen Bescheid geben

Gerade beim Spaziergang auf nassen Bürgersteigen kann man schnell stürzen. Das bedeutet natürlich nicht, man muss ängstlich im Haus bleiben. Susanne Hübel empfiehlt, ein Handy mitzunehmen. Außerdem rät sie, andere vor dem Ausflug zu informieren. „Falls etwas passiert, können Bekannte Suchmaßnahmen einleiten.“

Gesund und vielseitig ernähren

„Gerade ältere Menschen essen weniger oder kochen gar nicht mehr“, sagt Hübel. Das sei im Winter gefährlich, denn damit fehle die ausreichende Nährstoffversorgung für das Immunsystem. Generell stärken Vitamine in Obst und Gemüse den Körper. Vor allem solle man viel Vitamin D aufnehmen. „Dieser Nährstoff wird im Sommer durch genügend Sonnenlicht im Körper gebildet“, erklärt Carolin Höhlig. Von September bis April reiche die Sonneneinstrahlung dafür kaum aus. Daher sei es wichtig, den Vitaminmangel mit viel Milch, Getreide und Fisch auszugleichen. „Vitamin D ist wichtig für Knochen und Zähne“, so Höhlig. Außerdem helle es die Stimmung auf. Des Weiteren sei es erforderlich, im Winter anderthalb bis zwei Liter pro Tag zu trinken. Durch die Heizungsluft trockne der Körper schneller aus.

Fit bleiben trotz Schnee und Eis

Spaziergänge im Freien helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen und genug Sonnenlicht zu tanken, sagt Susanne Hübel. Auch stärke die frische Luft die Abwehrkräfte gegen Erkältungen. Dabei sei es wichtig, sich nicht zu überschätzen. Bei schlechtem Wetter empfiehlt Hübel, auch mal einen Ruhetag zu Hause einzulegen und leichte Gymnastikübungen zu machen.

Kostenlose Veranstaltung: „Stürze im Alter – was kann ich dagegen tun?“ am 18. Oktober, um 16.30 Uhr, im Klinikum Pirna, Struppener Straße 13.