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Im Altmarkt-Carrée sollen 180 Wohnungen entstehen

Die Stadt hat für das Areal an der Kreuzkirche einen Investor gefunden. Der stellte seine Pläne nun erstmals öffentlich vor.

© Visualisierung: MPP Meding Plan+Projekt

Von Nora Domschke

Die Revitalis AG will jetzt die letzte Baulücke im Umfeld des Altmarkts schließen. Auf der Brache zwischen Pfarr- und Schreibergasse plant das Hamburger Unternehmen einen Wohnblock, der das Areal umschließt. Auf 13 200 Quadratmetern sollen 180 Wohnungen entstehen. An der Gebäudeseite zur Pfarrgasse sind Flächen für Gastronomie vorgesehen.

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„Ansonsten sind im Erdgeschoss keine weiteren Läden geplant“, erklärt Revitalis-Vorstand Thomas Cromm. Dafür fehle dort die Laufkundschaft. In der Sitzung des Altstädter Ortsbeirates stellte der Investor am Mittwochabend seine Pläne erstmals öffentlich vor, warb damit um die Stimmen der Politiker. Sie sollen grünes Licht dafür geben, dass die Stadt das 3 000 Quadratmeter große Grundstück an der Kreuzkirche verkaufen darf. Und Cromm hat Erfolg: Die Ortsbeiräte stimmten alle für den Verkauf. Demnächst wird das Altmarkt-Carrée im Bauausschuss vorgestellt, dann entscheidet der Stadtrat. Sollte er zustimmen, würden 6,5 Millionen Euro ins Stadtsäckel fließen. Eine Million Euro bekommt die Kreuzkirchengemeinde, der ein Teil der Fläche gehört. Schon seit 2002 gibt es Bemühungen, das Grundstück zu verkaufen. 2014 wurde Revitalis auf das innerstädtische Bauland aufmerksam und bot rund 7,5 Millionen Euro dafür. Diese Summe wird allerdings erst fällig, wenn die Baugenehmigung auf dem Tisch liegt. Im Gegenzug muss sich der Investor an vorgegebene Fristen für archäologische Bodenuntersuchungen und den Baubeginn halten. Ist der Bauantrag genehmigt, müssen die Arbeiten binnen sechs Monaten starten.

Weil das Wohnhaus im historischen Stadtkern entsteht, wurde außerdem beschlossen, einen Wettbewerb für die Fassadengestaltung durchzuführen. In der Sitzung des Ortsbeirates zeigte Cromm die Entwürfe des Hamburger Architekturbüros MPP Meding Plan+Projekt. Jan-Oliver Meding konnte sich mit seinen Ideen gegen die Konkurrenz durchsetzen. „Dachgestaltung, Traufhöhe, Fassadenfarbe und -struktur sind vorgegeben. Während die umliegenden Neubauten meistens einen Haupteingang haben, haben wir uns für mehrere Zugänge entschieden“, erklärt Meding seinen Entwurf. Damit wirke die Fassade gegliedert und weniger kompakt. Mit dieser Gestaltung konnte der Architekt letztlich auch die Ortsbeiräte überzeugen.

Während Revitalis in Dresden bislang vor allem auf Mietwohnungen setzt, sollen am Altmarkt nun erstmals auch Eigentumswohnungen entstehen. Noch in diesem Jahr soll zudem der Startschuss für zwei weitere Bauprojekte fallen: Auf der Fläche direkt neben dem Altstädter Ortsamt sind 140 Wohnungen geplant. Das bisher als „Quartier am Postplatz“ bezeichnete Wohn- und Geschäftsgebäude soll künftig „Haus am Schauspielgarten“ heißen, verrät Thomas Cromm im Ortsbeirat.

Einige Meter weiter werden derzeit die Vorbereitungen für den Bau von 167 Wohnungen und einem Hotel getroffen. Entlang der Schweriner Straße entstehen dabei sechs Gebäude. Auf dem als „Wiener Loch“ bezeichneten Grundstück sind die Bauarbeiten indes fast fertig. Im August sollen die 241 Wohnungen am Wiener Platz bezogen werden – noch hält sich das Interesse aber offenbar in Grenzen. Lediglich 40 Wohnungen sind bislang vermietet. Revitalis hält dennoch am Standort Dresden für weitere Investitionen fest: „Hier wollen wir noch einiges tun“, sagt Cromm.