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Im April gibt es wieder Kino in der Schauburg

Im Sommer sollen dann endlich alle Arbeiten abgeschlossen sein. Die haben mittlerweile auch unterirdisch begonnen.

© S. Ellger

Von Sarah Herrmann

Lange war es still um die Schauburg-Sanierung. Die geplante Fertigstellung zum 90. Geburtstag im Oktober 2017 konnte nicht gehalten werden. Der Zeitplan war zu sportlich. Später war von Dezember die Rede, dann von Februar, schließlich hörte man nichts mehr. Doch nun meldet sich Kinobetreiber Stefan Ostertag mit guten Nachrichten für alle Filmfans zurück. Bereits im April sollen wieder regulär Streifen über die Leinwände flimmern.

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Seit Oktober finden bereits regelmäßig einzelne Veranstaltungen und Filmvorführungen statt. Vom 17. bis 22. April wird dann das 30. Kurzfilmfestival unter anderem in der Schauburg veranstaltet. Eröffnet wird es am 17. April um 19 Uhr – ebenfalls in der Schauburg. Im Lang- und Leone-Säle des Programmkinos an der Ecke Königsbrücker Straße/Bischofsweg laufen dann täglich jeweils mehrere Filme. „Wir werden danach nicht aufhören“, sagt Stefan Ostertag nun auf SZ-Anfrage. Ab dem 23. April soll der reguläre Betrieb langsam wieder aufgenommen werden. „Es mag sein, dass es nicht jeden Nachmittag eine Veranstaltung gibt, weil die Bauarbeiten zu laut sind. Abends soll es aber normal laufen“, sagt der Betreiber. Denn die Sanierung soll weiterlaufen.

Cineplex-Effekt bleibt aus

Voraussichtlich im Sommer dieses Jahres würden die Arbeiten komplett abgeschlossen, schätzt Ostertag. Die Verzögerung von über einem halben Jahr liege nicht an großen Katastrophen, sondern an dem von vornherein zu eng gestrickten Zeitplan. Schließlich hatten die Arbeiten erst im Mai 2017 begonnen. Fünf Monate und ein niedriger Millionenbetrag sollten für die Sanierung reichen. Dafür werden nicht nur die drei bestehenden Säle „Fritz Lang“, „Sergio Leone“ und „Andrej Tarkowski“ erneuert. Es kommen auch zwei weitere hinzu. Den Aufbau auf dem Dach können Passanten bereits von außen begutachten, bald auch im Inneren auf Kinosesseln Platz nehmen. Ein weiterer Saal soll unterirdisch im Hof entstehen. Die Arbeiten hierfür haben vor Kurzem begonnen, wie Ostertag mitteilt.

Die Anzahl der Sitzplätze soll sich indes nicht merkbar erhöhen. Denn in den drei bereits vorhandenen Sälen wird der Abstand zwischen den Stuhlreihen vergrößert. Damit finden dort weniger Besucher Platz. Zwischen 160 und 200 Filmfreunde passen nach dem Umbau hinein. Den vielbefürchteten Cineplex-Effekt will Ostertag nämlich bewusst vermeiden. Die Schauburg soll ein Programmkino bleiben. Auch an der Filmauswahl will der Betreiber nach der Sanierung daher nichts ändern. Beim Umbau ging es vor allem darum, wettbewerbsfähig zu bleiben, indem genügend Filme zeitgleich gezeigt werden können.

Den letzten großen Umbau erlebte die Schauburg 1994. Damals erhielt das Kino seine charakteristische rostbraune Farbe, die auch nach dem Umbau bleibt. Nur der neue Kinosaal auf dem Dach hat einen schwarzen Anstrich bekommen. Die Optik ist umstritten. Allerdings sind die Arbeiten mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt. Eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbilds sei den Mitarbeitern lieber gewesen als ein Eingriff in die historische Bausubstanz, teilte Stadtsprecherin Anke Hoffmann mit. Wie es im Inneren des Programmkinos aussieht, davon können Filmfreunde sich ab April ein Bild machen.

www.schauburg-dresden.de