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Im Babyglück

Zum fünften Mal lud Steinigtwolmsdorf Neuankömmlinge zum Empfang. Eine Geste, die bei den Eltern super ankommt.

© Constanze Knappe

Von Constanze Knappe

Der ganze Stolz ihrer Papas sind Jessica, Lenja und Luis. Die Zwerge sind drei der jüngsten Einwohner der Gemeinde Steinigtwolmsdorf. Am Sonnabend waren ihre Eltern zum Kaffeeklatsch ins Feuerwehrgerätehaus geladen, um in fröhlicher Runde bei einem Babyempfang die Neuankömmlinge zu begrüßen. „Eine tolle Sache“, freut sich Jessicas Mutti Evelyn Anders. Da lerne man die anderen Eltern des Jahrgangs kennen. Zudem sei die Begrüßung der Babys ja nicht überall selbstverständlich, weiß die 30-Jährige.

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Sie und ihr Lebensgefährte Marko Pietsch (36) genießen derzeit zusammen einen Teil ihrer Elternzeit mit Baby Jessica (8 Monate). Für die Hauswirtschafterin und den Tiefbauer ist es nach Tochter Leonie (8) das zweite gemeinsame Kind. Während sie erzählen, beobachtet Jessica mit großen Augen das Geschehen um sich herum. Die Kleine wendet einen bunten Löffel hin und her und ist versucht, darauf herumzukauen. Der Löffel ist Teil eines Päckchens, welches von Mitarbeitern der Verwaltung für die Neuankömmlinge liebevoll gepackt wurde. Babykosmetik und ein Gutschein über 50 Euro für einen Babyladen in Bautzen sind darin enthalten.

Viele junge Familien im Ort

Zum fünften Mal gab es in der Gemeinde Steinigtwolmsdorf einen solchen Babyempfang. Mit diesmal 22 Kindern. 20, die 2015 zur Welt kamen, und zwei aus dem Jahr davor. Bislang fand der Babyempfang nämlich jeweils im Oktober statt. Mit dem Nachteil, dass später geborene Kinder im laufenden Jahr nicht mehr berücksichtigt werden konnten. So wie Sonnenschein Luis, der am 24. Dezember seinen ersten Geburtstag feierte. Derzeit wird er von seinem Papa Rico Hempel betreut, aber bald zu einer Tagesmutti gehen. „Wir wussten ja nicht, ob es mit einem Krippenplatz klappen wird“, erklärt der Techniker aus Weifa. „Bei uns gibt es viele junge Familien, das ist einfach schön“, beschreibt der 25-Jährige den kinderfreundlichen Ort. Den Babyempfang der Gemeinde hält er für eine gute Idee, weil man dabei in Kontakt mit den anderen Eltern kommt. Die wird er spätestens dann wiedersehen, wenn Luis in Steinigtwolmsdorf in den Kindergarten geht. Sie hätten sich dort schon umgeschaut, so Rico Hempel.

Die Kita „Zwergenland“ kennen Jessicas Eltern ebenfalls. Weil Tochter Leonie in der Einrichtung betreut wurde und sogar ihr Papa Marko Pietsch selbst schon dort hinging. Die neuen Krippenplätze werden von der Familie sehnsüchtig erwartet. „Wir sind froh, dass wir dann wieder arbeiten können“, so Evelyn Anders.

Elternzeit vergeht oft viel zu schnell

„Es ist schön, dass mehr Platz in der Krippe ist und endlich das Problem beim Schopfe gepackt wird“, findet auch Helena Keil. Die 28-Jährige teilt sich mit ihrem Lebensgefährten Michael Kretzschmar (29), einem Lkw-Fahrer, die Elternzeit. Zu Dritt sei es eine tolle Zeit, die leider viel zu schnell vergeht, so die Architektin aus Ringenhain. In der Gemeinde werde viel für junge Familien getan, auch die Spielplatzinitiative sei eine feine Sache, sagt sie. Ab September wird Töchterchen Lenja (10 Monate) in die Krippe gehen.

Obwohl zehn Kinder weniger als beim Babyempfang zuvor, ist Bürgermeister Guntram Steglich (parteilos) zufrieden. Beeinflussen könne man das ohnehin nicht, sagte er schmunzelnd und rechnet vor, dass die Babyzahl des Jahrgangs 2015 für eine ganze Klasse in der Grundschule reicht. „Es zeigt auch, dass die Entscheidung, die Kita mit einem Anbau zu erweitern, richtig war“, sagt er. 30 zusätzliche Krippenplätze entstehen dort. Für 700 000 Euro, zu drei Vierteln vom Freistaat gefördert. Die Kita werde sich füllen, ist der Bürgermeister überzeugt. Auf SZ-Anfrage erklärt er, dass die Zahl der Neuankömmlinge von 2015 aber nicht ausreicht, um die Zahl derer auszugleichen, die weggezogen oder verstorben sind. Man hoffe, dass die Familien der Neuankömmlinge in der Gemeinde bleiben. Den Babyempfang soll es auch künftig geben, um jungen Eltern zu zeigen, dass ihre Kinder willkommen sind. Jeweils im Januar soll die Feierstunde stattfinden.

Einzug am 1. April

Mitgestaltet wurde sie wiederum von Kindern der Kita „Zwergenland“. Wie Kita-Leiterin Heike Pietsch erklärte, geht der Bau zügig voran. Am 1. April soll Einzug sein. Mit einer Festwoche Anfang Juni feiert die Einrichtung ihr 65-jähriges Bestehen. Freiwillige Feuerwehr und Heimatverein bereiten das Jubiläum mit der Kita vor. Dann wird es auch einen Tag der offenen Tür geben. Anschauen können sich die Eltern der Neuankömmlinge die Kita auch bei den monatlichen Schnupperstunden.