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Im Braunschen Garten spielen

Döbeln schließt die Stadtsanierung mit einem Spielplatz ab. Die Idee wurde schon vor 28 Jahren geboren.

© Dietmar Thomas

Von Jens Hoyer

Döbeln. Die Gruppe Mädchen und Jungen aus der Kita Rößchengrund ist die erste, die den neuen Spielplatz im Braunschen Garten offiziell in Beschlag nimmt. Mit der Erzieherin Kerstin Saupe sind die „Tausendfüßler“ am Freitagmorgen zur Eröffnung gelaufen. „Schön, dass ihr gekommen seid. Wir wollten euch den neuen Spielplatz zeigen“, sagte Bürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) zur Begrüßung. Die Kinder ließen sich nicht zweimal bitten. Schnell waren die Federtiere bestiegen, Rutsche, Kaleidoskop und Flüstertüte ausprobiert. Auch Charlene Ritter schaute dem Gewusel zu. Ihre Tochter Flora ist mit elf Monaten noch ein bisschen zu klein für den Spielplatz. Aber nicht mehr lange. „Wir wohnen in der Stadthausstraße. Wir werden den Spielplatz öfter nutzen. Bis in die Klostergärten ist es ja ein ganzes Stück“, meint sie.

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Keinen Plan hat die Stadt für die 140 Jahre alte Laube auf dem Gelände. Sie steht unter Denkmalschutz.
Keinen Plan hat die Stadt für die 140 Jahre alte Laube auf dem Gelände. Sie steht unter Denkmalschutz.

Der Spielplatz riecht noch neu. Das liegt am dicken Fallschutz aus Gummigranulat, der in der vergangenen Woche unter den Geräten eingebaut wurde. Zu dem Spielgerät für Kinder von zwei bis fünf Jahren kommen vier sogenannte Federschwinger. Entlang der Stadtmauer wird noch eine Rabatte mit Blumen angelegt. Im Garten werden noch Liege-, Sitz- und Hockerbänke aufgestellt. Und – wichtig – ein Papierkorb.

Maja Köhler vom Planungsamt der Stadt schwebt vor, das Areal an der Mulde mit Blumenbeten noch mehr als Garten zu gestalten. Baudezernent Thomas Hanns hat noch eine andere Idee. „Vielleicht hat jemand Lust, hier ein kleines Café mit Freisitzfläche zu betreiben“.

Mit dem Garten hatte die Stadt auch die Gartenlaube der Familie Braun übernommen. Der rund 140 Jahre alte Fachwerkbau im Schweizer Stil steht auf der Denkmalliste des Landkreises, ist aber in einem ruinösen Zustand und zugenagelt. Einen Plan hat die Stadt für ihr Denkmal nicht. „Wer es auf die Liste gesetzt hat, der soll die Kosten übernehmen“, meint Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer. „Nach der Sanierung würde es nicht lange schön aussehen. Da braucht man sich ja nur den Musikpavillon im Bürgergarten ansehen.“

Vor fünf Jahren hatte die Stadt den Garten an der Mulde, der zur Staupitzmühle gehörte, gekauft und später einen Radweg bauen lassen. Die Idee dafür gibt es aber viel länger. Thomas Hanns hat einen Plan von 1990 für die Stadtsanierung dabei. Da ist der Spielplatz schon eingezeichnet und auch der Radweg entlang der Mulde. Die Pläne von damals, die zu Beginn noch eine Vision waren, sind jetzt Realität. Die Stadt hat dafür die allerletzten Sanierungsmittel eingesetzt. Allein der Spielplatz kostete rund 25 000 Euro.

Schon im vorigen Jahr ließ die Verwaltung im Stadtzentrum Spielplastiken aus Beton aufstellen, die zwar für Diskussionsstoff bei den Erwachsenen sorgen, die bei den Kindern aber als Klettergelegenheit ankommen. Nach dem Stadtfest soll es weitergehen. Im Zentrum werden noch Streifenspiegel und Parabolspiegel für optische und akustische Spielereien aufgestellt.

Seit Ende vergangenen Jahres ist das Sanierungsgebiet Innenstadt Geschichte. Beschäftigen wird es die Stadt aber noch eine Weile. Das Gebiet muss noch abgerechnet werden. Gegen Ende des Jahres erhalten auch die letzten Grundstückseigentümer die Bescheide über die Sanierungsbeiträge, die sie zahlen müssen. Die Besitzer von 232 Grundstücken hatten bis 2013 schon freiwillig gezahlt und dafür einen Rabatt bekommen. Damit machten rund 80 Prozent der Eigentümer von dieser Regelung Gebrauch. Zahlen müssen jetzt noch die Eigentümer von 63 Grundstücke, und zwar die volle Summe. Die Stadt verlangt den Wertzuwachs, der durch die Sanierung erzielt wurde. Dafür seien vom Gutachterausschuss des Landkreises für jedes der betroffenen Grundstücke Wertgutachten angefertigt worden, so Thomas Hanns.