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Im Dumper auf Erfolgskurs

Der Lehndorfer Club organisiert das finale Rennen der Gaudi-Meisterschaft. Diesmal an einem neuen Ort.

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© privat

Von Manuela Paul

Lehndorf / Horka. Wir wollten mal wieder ins Grüne, erklärt Filip Krahl und lacht. Deshalb wird der Finallauf zur aktuellen Deutschen Dumpermeisterschaft (DDM) diesmal in Horka und nicht – wie in den letzten Jahren in Storcha – ausgestragen. Das heißt, die Gaudi-Meisterschaft auf ausrangierten Baumaschinen findet auf einer Wiese statt – nicht auf Beton. Schon jetzt freut sich die treue Fangemeinde auf das Wochenende mit fetten, schwarzen Dieselrußwolken und ohrenbetäubendem Lärm.

Filip Krahl kommt eigentlich mit allen Gegebenheiten ganz gut zurecht. Das zeigt seine aktuelle Bilanz mehr als deutlich. In vier Rennläufen schaffte es der amtierende deutsche Meister und derzeitige Tabellenführer vom Dumperclub Lehndorf gleich dreimal aufs Treppchen. Zwei Siege, ein zweiter und ein vierter Platz brachten ihm mit insgesamt 72 Punkten die Führung und einen deutlichen acht-Punkte-Vorsprung auf seinen Teamkollegen Markus Donat ein. Logisch, dass der junge Rosenthaler Dumperpilot diese Spitzenposition verteidigen will. Denn damit ist der Meistertitel quasi schon greifbar nah.

Harte Konkurrenz am Start

Aber auch sein unmittelbarer Verfolger Markus Donat und der Crostwitzer Christian Gruttke – derzeit auf dem Tabellenplatz acht – wollen ihren Heimvorteil nutzen und Plätze gutmachen. Insgesamt mischen fünf Fahrer des Dumperclubs Lehndorf im Kampf um den 2017er Meistertitel mit. Und letztlich profitiert sogar der Siebitzer Frank Domsch in Horka vom Heimvorteil, obwohl er schon seit Jahren für den härtesten Konkurrenten an den Start geht – für das Adelsdorfer Dumperteam, welches sich in diesem Jahr mit dem Quersaer Club zusammengetan hat.

Gefahren werden die Rennen auf ausrangierten und umgebauten Baufahrzeugen, mit denen zu tiefsten DDR-Zeiten Bauschutt transportiert wurde. Erst nach der Wende avancierten sie zu Rennmaschinen. Allerdings taugen die dreirädrigen Renn-Gefährte, die im Volksmund auch liebevoll Dreikantfeilen genannt werden, heutzutage natürlich längst nicht mehr als Schutt-Transporter. „Unsere Dumper sind inzwischen hochgezüchtet und getunt“, weiß Filip Krahl. Fast 80 km/h kriegen die Dieselrösser auf gut ausgebauten Strecken drauf, so der amtierende Deutsche Meister.

Und weil die zu DDR-Zeiten produzierte Baumaschine im Osten Deutschlands viele Fans hat, schlossen sich vor zehn Jahren fünf ostdeutsche Vereine zur Interessengemeinschaft zusammen und hoben die Deutsche Dumpermeisterschaft aus der Taufe. Renn-Ziel ist es, mit dem dreirädrigen Dieselross möglichst schnell und fehlerfrei über die Rennstrecke zu heizen. Obwohl sie nur zweimal 250 Meter misst, fordert sie die Fahrer ungemein. Denn der Parcours für die Dumper besteht aus heiklen Kurven und Schikanen, die mit Autoreifen gesäumt sind. Die Absperrung darf nicht überfahren werden. Jede Reifenberührung kostet unerwünschte Strafsekunden.

Gelände vom Pferdesportverein gepachtet

Es wird also spannend, wenn die Fahrer am Sonntagnachmittag in Horka ihre Boliden temporeich durch enge Kurven steuern. Zum letzten Mal in dieser Saison. Man habe das Renngelände vom örtlichen Pferdesportverein gepachtet, so amtierende Dumpermeister. Und es sei auch bereits dafür gesorgt, dass nach dem Rennen die Spuren, welche die Dumper hinterlassen, wieder beseitigt werden.

Seit drei Jahren richten die Lehndorfer das letzte Rennen der Saison aus. Früher fand das Finale auf Rügen statt. Als die Norddeutschen das Handtuch warfen, sprang Filip Krahls Club ein. „Wir waren die Einzigen, die im Oktober einen Austragungsort anbieten konnten.“ Allerdings wird das Finale vor heimischer Kulisse für ihn und seine Teamkollegen damit auch aufregender. Gewinnen will man ja immer. Zu Hause aber auf jeden Fall.