merken

Im Einsatz gegen Zerstörungen im Talsperrengebiet

Wegewart Marco Augustin beseitigt Spuren der Vandalen im Naherholungsgebiet. Nur selten erwischt er sie auf frischer Tat.

© Uwe Lemke

Von Uwe Lemke

Kriebstein. Marco Augustin liebt seinen Job – obwohl er sich beinahe jeden Tag aufs Neue über die Zerstörungen ärgern muss, die er auf seiner Tour durch das Talsperrengebiet bemerkt. Abgetretene Handläufe, abgerissene Absperrketten, demolierte Wanderhütten, Müll und heruntergerissene Wegweiser – fast täglich ist er mit Rucksack, Werkzeug und Ersatzmaterial unterwegs, um Zerstörtes wieder in Ordnung zu bringen. 20 Kilometer Wanderwege hat er als Wegewart zu betreuen. „Es ist oft ein großer Aufwand. Und man wird nie fertig.“

Sachsenbessermachen.de
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.

Hinsehen, Zuhören, Lösungen finden - gemeinsam. Sachsen besser machen!

Oft werden abgerissene Handläufe durch stabilere Ketten ersetzt.
Oft werden abgerissene Handläufe durch stabilere Ketten ersetzt. © Uwe Lemke
Mitunter fallen auch Wanderwegweiser den Vandalen zum Opfer.
Mitunter fallen auch Wanderwegweiser den Vandalen zum Opfer. © Uwe Lemke

Am schlimmsten seien die Fahrradfahrer, sagt Marco Augustin, der seit zweieinhalb Jahren für den Talsperrenzweckverband arbeitet. Kürzlich hat er sich unter anderem die Strecke zwischen Lauenhain über den Wappenfelsen in Richtung Kriebstein vorgenommen. „Manche Radfahrer stützen sich auf die Ketten, doch manchmal halten sie diese Last nicht aus. Es sind ja nur Absperrungen“, sagt er. Einen Fahrradfahrer habe er kürzlich erwischt, als dieser dadurch den Pfeiler herausriss und etwa fünf Meter den Hang hinabstürzte. „Glücklicherweise ist ihm nichts passiert“, sagt er.

Dass Wanderer solche Zerstörungen nicht lange mit ansehen müssen, liegt an Marco Augustin. „Wenn ich was sehe, dann wird es umgehend repariert.“ Ähnlich war es auch mit einer Schutzhütte bei Erlebach. Dort hatten Unbekannte die Dachpappe abgerissen. Der Wegewart hat alles gleich wieder in Ordnung gebracht. Auch der Zustand der Brücken sei aktuell ein großes Problem. Diese instand zu setzen, erfordere jedoch mehr Zeit, Geld und viel Aufwand.

Von der Aussichtsplattform Wappenfelsen mitten im Wald hat man einen herrlichen Blick auf den Stausee. Dass ein Holzbalken an der Begrenzung über dem Hang noch hell aussieht, fällt dem Wanderer sofort auf. „Erst vor einem Monat habe ich diese Absperrung erneuert. Jemand hatte das Holz abgetreten. Überhaupt sieht man vielerorts neben den Wanderwegen heruntergetretene Absperrungen. „Das ist die häufigste Form des Vandalismus“, meint Marco Augustin. In vielen Fällen werde der Handlauf aus Holz dann durch Ketten ersetzt. „Die sind stabiler und halten länger.“ Doch auch die Ketten seien mitunter nicht vor Vandalen sicher.

Seine Tour geht weiter in Richtung Tanneberg. In einer der Hütten steht ein voller Mülleimer, in der Hütte selbst ist wenig Müll verstreut. Dennoch: „Müll ist ein großes Problem hier an der Talsperre“, sagt er. In Falkenhain sei er kürzlich von Wasserwanderern, die mit dem Faltboot unterwegs waren, nach einem Papierkorb gefragt worden. „Die wollten ihren Müll hier loswerden. Dabei wäre es besser, dass jeder Tourist seinen Müll wieder mitnimmt und nicht hier entsorgt“, sagt Marco Augustin. Denn die Kapazitäten im Talsperrengebiet seien begrenzt. „Ich hänge schon lange keine Müllbeutel mehr in die Schutzhütten. Denn wenn diese voll sind, werden sie meist von Tieren aufgerissen. Dann liegt der Müll überall herum“, erklärt der Wegewart.

Wieder zurück am Auto, zeigt Marco Augustin noch zwei grüne Wanderwegweiser. „Die wurden erst in dieser Woche an der Lochmühle und am Rundweg in Kriebstein abgerissen.“ Doch auch dieser Vandalismus-Schaden wird schnell wieder beseitigt. Da achtet Marco Agustin schon selbst darauf.

Der Zweckverband ist auf die Hilfe von Augustin angewiesen. Leisten kann er sich dessen Einsatz aufgrund der Drittelung der Kosten, die je nach Aufwand abgerechnet werden. Daran beteiligen sich noch die Stadt Mittweida und die Gemeinde Kriebstein. (FP mit DA/sol)