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Im Herzen schwarz-gelb

Die Fußballschule Dynamo Dresden bot Kindern aus der Region in Priestewitz ein Fördertraining. Der Erfolg wird sich erst später zeigen.

© Kristin Richter

Von Thomas Riemer

Priestewitz. Einmal das schwarz-gelbe Trikot mit dem Emblem des Lieblingsvereins auf der Brust tragen. Für 26 junge Fußballer ist dieser Wunsch in den vergangenen fünf Wochen in Erfüllung gegangen. Und nach dem Lieblingsverein muss man die Knirpse nicht lange fragen. „Dynamo Dresden“ ist die fast einhellige Antwort.

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Ralf Hauptmann ist an diesem Donnerstagnachmittag schwer beschäftigt. Der Leiter der Fußballschule des Zweitbundesligisten schafft es zusammen mit zwei Trainerkollegen, innerhalb weniger Minuten aus der großen Fläche der Priestewitzer Sporthalle vier Kleinfelder zu „zaubern“. Es ist die fünfte und damit letzte Trainingseinheit, die den Jungs angeboten wird – vorrangig Spielformen stehen auf dem eng gestrickten Zeitplan. „Wir sind jedes Jahr nach den Winterferien mit so einem Fördertraining in Priestewitz“, sagt Ralf Hauptmann. Der 48-jährige frühere Bundesligaspieler bei Dynamo und beim 1. FC Köln hat fußballerisch jede Menge an Können und Erfahrung weiterzugeben. Aber er schränkt ein: „Wer unsere Angebote wahrnimmt, muss nicht zwingend in einem Verein spielen oder das Supertalent sein.“ Wichtig seien Spaß und das „Input“, für ein professionelles Training entsprechend aktueller Methoden und Entwicklungstrends zu vermitteln. Ob es dieser oder jener Spieler wirklich einmal in den „großen“ Fußball schafft, das werde sich erst später zeigen, so Ralf Hauptmann.

Die Teilnehmer, die vorrangig aus Großenhain, Priestewitz und Weinböhla kommen, sind jedenfalls mit Feuereifer bei der Sache. Klar, bei solch einem prominenten Trainer! Ralf Hauptmann macht an der Außenlinie schnell und unmissverständlich klar, wer der „Chef“ auf dem Parkett ist und dass er von den Jungs Disziplin, Bereitschaft und Respekt fordert. Laut wird er dabei nicht, energisch schon. Reagiert auch mal etwas unwirsch, als er ein Staffelspiel zunächst ohne Ball fordert, einige Jungs dann aber doch das runde Leder mit auf die Strecke nehmen. „Was habe ich Euch immer gesagt? Ihr sollt zuhören!“ Da stehen dann vor allem die kleinsten Kicker auch schon mal stramm. Respekt eben.

Anforderungen steigen minütlich

Von den Kindern fast unbemerkt, steigern die Fußballlehrer die Anforderungen quasi mit jeder Minute. Als beim Basketball – ohnehin kompliziert genug für Fußballer! – plötzlich ein zweiter Ball ins Spiel kommt, stoßen die neunjährigen Leo und Till schon mal an ihre Orientierungsgrenzen. Rene Beuchel, auch er ein erfahrener Ex-Dynamo, nimmt’s mit einem Lächeln, klopft auch mal auf die Schultern der Teilnehmer. Im anderen Spielfeld wird Fußball gespielt. Drei gegen drei – aber gleich auf vier Tore. Ralf Hauptmann spielt gedanklich jede Ballpassage mit, gibt sporadisch Hinweise. „Louis, Spiel mal mit der Innenseite statt der Pieke (Schuss mit der Fußspitze – d.Red.). Das macht sich besser und sieht auch besser aus.“ Der Tipp fruchtet – Louis trifft kurz danach mit feiner Technik das kleine Tor. „Fußball ist doch ganz einfach“, sagt Hauptmann. „Anbieten, freilaufen, kombinieren, genau passen.“ Recht hat er.

Immer wieder schaut Ralf Hauptmann auf die Uhr. Anderthalb Stunden sind schnell vorbei. Aber die Jungs sind nach jeder Spieleinheit ohnehin geschafft, brauchen regelmäßige Trinkpausen. Zeit für die Trainer, die Spielfelder für den nächsten Trainingsteil vorzubereiten. „Wir wollen mit unserem Angebot etwas über das normale Vereinstraining hinaus leisten“, beschreibt Ralf Hauptmann den eigenen Anspruch. Vor allem bei den Fördertrainingseinheiten können sowohl aktive als auch interessierte und motivierte Spieler die Grundtechniken des Fußballs erlernen und verbessern. Weitere Schwerpunkte des Trainings sind die Weiterentwicklung der koordinativen Fähigkeiten mit und ohne Ball sowie der individuellen Spielfähigkeit. Nicht zuletzt soll natürlich die Begeisterung für Dynamo Dresden vermittelt werden. Aber damit hat man in unseren Breiten und konkret bei den kleinen Kickern des Camps wohl wenig Probleme.