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Im Fasanengarten wird wieder gebaggert

Mit den Arbeiten wird die 2015 begonnene Sanierung beendet. Es gibt weitere Pläne für das historische Areal. Zeitlich aber nur wenig Konkretes.

In Moritzburg wurde mit der Sanierung des letzten Kanalstücks im Fasanengarten begonnen.
In Moritzburg wurde mit der Sanierung des letzten Kanalstücks im Fasanengarten begonnen. © Norbert Millauer

Moritzburg. Die Sonne scheint warm durch die kahlen Bäume im Moritzburger Fasanengarten. Ihre Strahlen spiegeln sich im Wasser des Kanals, der den Venusbrunnen am Fuße des Fasanenschlösschens mit dem Oberen Großteich verbindet.

Mitten im Kanal steht ein Bagger. Mit seiner großen Schaufel arbeitet er an der Böschung, die so wieder ein gerades Profil bekommt. Auf dem Waldweg neben dem Kanal wurde mit Vlies und Schotter eine Baustraße angelegt, über die Lkws problemlos zur Baustelle fahren können, um Erde und Schlamm abzutransportieren.

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Seit dem Winter 2015/16 wird nun bereits zum vierten Mal die kalte Jahreszeit für Sanierungsarbeiten am Kanal genutzt. Diesmal geht es laut dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) um den mittleren Abschnitt. Zwischen der Biegung in der Sichtachse vom Barockschloss zum Fasanenschlösschen und der kleinen Fasanenstraße. Bis Ende März sollen die laufenden Arbeiten abgeschlossen sein. Und damit dann auch die komplette Sanierung des Kanals.

Das 1 848 Meter lange künstliche Gewässer ist ein wichtiger Bestandteil der Moritzburger Kulturlandschaft. Angelegt wurde der Kanal vor rund 250 Jahren mit der Neugestaltung des Areals am Bärnsdorfer Großteich. In den zurückliegenden Jahren war der Kanal zunehmend durch hereinfallendes Laub und Pflanzenwuchs verlandet, es drohte der schleichende Verlust.

Der Freistaat Sachsen als Eigentümer des Kanals hatte darum vor vier Jahren das Rettungsprojekt gestartet. Für die gesamte Baumaßnahme wurden Haushaltsmittel in Höhe von rund 1 750 000 Euro zur Verfügung gestellt. Bei diesem Kostenrahmen werde es nach heutiger Sicht trotz der sich über mehrere Jahre hinziehenden Baumaßnahme bleiben. Mit der Sanierung sollen der Kanal und auch dessen Funktion als Gewässer gesichert und aufrechterhalten werden.

Dabei geht es laut dem SIB vor allem darum, ein einheitliches Wasserbild – insbesondere in der Sichtachse des Fasanenschlösschens – zu erreichen und damit die Erlebbarkeit des Kanals zu verbessern, aber auch das Gewässer weiterzuentwickeln und zu sichern. Dafür wird der Kanal auf seiner gesamten Länge entschlammt, das historische Gewässerprofil wiederhergestellt, der Bewuchs mit Schwimmpflanzen entfernt beziehungsweise zurückgedrängt und Bäume im Uferbereich entnommen.

Die Arbeiten an den bereits abgeschlossenen Bauabschnitten hatten in den vergangenen Jahren mehrfach für Kritik gesorgt. Vor allem, weil diese immer in den Wintermonaten durchgeführt wurden, wo erfahrungsgemäß viel Wasser im Kanal steht. Zudem waren für den Betrieb der Pumpen zeitweise Dieselaggregate eingesetzt worden, was zu zusätzlichen Belästigungen durch Lärm und Abgase führte. Mehrfach wurden Aggregate daraufhin illegal ausgeschaltet, was zu einer Verlängerung des Einsatzes führte, da trockengelegte Arbeitsbereiche wieder geflutet wurden.

Die Wintermonate waren nicht nur gewählt worden, weil in diesen weniger Besucher als in der warmen Jahreszeit im Fasanengarten unterwegs sind, sondern vor allem auch, weil so die naturschutzrechtlichen Auflagen erfüllt werden konnten.

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Die Arbeiten am Kanal sind nur ein Teil weiterer Maßnahmen, die in den nächsten Jahren im Umfeld des Fasanenschlösschens geplant sind. So soll laut SIB die Sanierung der Mauern im Bereich der Dardanellen im zweiten Halbjahr fortgeführt werden. Zudem werde die Planung für den Wiederaufbau des zweiten Dardanellenturmes vorangebracht. Erste Abstimmungen mit Denkmalschutzbehörden und dem Landesamt für Archäologie habe es dazu bereits gegeben. Nach wie vor keinen belastbaren Terminplan gebe es indes für die Sanierung des Venusbrunnes, auf die man im Schloss schon seit Langem hofft.

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