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Im Mittelalter wie zu Hause

Die Verantwortung für die Dippser Bergbauausstellung wechselt. Die neue Chefin kennt die Region schon.

© Landesamt für Archäologie

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Ein halbes Jahr vor Eröffnung des neuen Bergbaumuseums im Dippoldiswalder Schloss gibt es einen Wechsel an der Spitze des Projekts. Die bisherige Ausstellungsleiterin, Wendy Eixler, trat eine neue Stelle an. Sie ist seit diesem Monat Leiterin des Zisterziensermuseums Kloster Walkenried im Harz.

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2012 war sie von Singapur nach Dippoldiswalde gekommen und hatte hier die Wanderausstellung „Silberrausch und Berggeschrey“ vorbereitet und betreut. Diese wird derzeit zu einer Dauerausstellung in den Räumen der bisherigen Osterzgebirgsgalerie umgestaltet. Die abschließenden Arbeiten übernimmt jetzt Dr. Cornelia Rupp. Der Dippoldiswalder Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler) stellte die neue Ausstellungsmacherin in der jüngsten Stadtratssitzung vor. Sie betreut die Ausstellung zum mittelalterlichen Bergbau bis zur Eröffnung am 23. August. Diese ist ein wesentlicher Bestandteil des Förderprojekts Archaeomontan der Europäischen Union.

Cornelia Rupp ist eine erfahrene Museumsfachfrau. Sie arbeitet seit 1994 im Landesamt für Archäologie in Dresden, wo sie auch für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Sie war unter anderem bei der Gestaltung des Staatlichen Museums für Archäologie in Chemnitz (SMAC) verantwortlich für die römische Kaiserzeit. Derzeit betreut sie die Ausstellung des Münzschatzes, den Kletterer vor zwei Jahren in der Sächsischen Schweiz gefunden hatten. Dieser wird in Kürze im Stadtmuseum Pirna zu sehen sein.

Die 53-jährige Ausstellungsmacherin stammt aus einer Bergmannsfamilie im Ruhrgebiet. Sie hat in Bonn, München und Rom Vor- und Frühgeschichte studiert.

In Dippoldiswalde ist für sie noch einiges zu tun, damit die Bergbauausstellung im August eröffnen kann. „Die Architektur muss beauftragt werden. Neue Vitrinen werden gebaut“, sagt Cornelia Rupp. An die Vitrinen werden besondere Anforderungen gestellt, um die Reste des Bergbaus von vor 800 Jahren auch angemessen präsentieren zu können.

So soll eine Originalhaspel gezeigt werden, die um das Jahr 1220 eingesetzt wurde. Das ist aber nicht so einfach. Es gibt zwar in Europa keine andere Seilwinde aus dem Mittelalter, die ähnlich gut erhalten ist. 25 Teile davon sind noch gefunden worden. Aber dennoch ist das keine vollständige Haspel. Die Einzelteile brauchen einen Unterbau, damit sie an der richtigen Stelle halten und die Besucher einen Eindruck davon bekommen, wie sie einst ausgesehen hat. Außerdem muss das Holz in dem Zustand erhalten werden, wie es vor einigen Jahren unter dem Obertorplatz in Dipps gefunden wurde. Es ist nur deswegen so gut über die Jahrhunderte gekommen, weil es im Wasser lag. Jetzt benötigt es eine klimatisierte Vitrine, sonst würde es zerfallen. Die Arbeiten für diese Spezialvitrine werden jetzt ausgeschrieben, wie der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Die Kosten dafür schätzen die Archäologen auf rund 10 000 Euro.

Die Eröffnung des Bergbaumuseums ist für den 23. August geplant. An diesem Tag wird im großen Parksaal in Dippoldiswalde auch eine Fachtagung beginnen, bei der die Ergebnisse der Forschung von sechs Jahren Archaeomontan vorgestellt werden, informierte Jitka Steßl, die Sprecherin des Archaeomontan-Projekts.