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„Im Moment dürfen wir häufig nicht mal zur Toilette gehen“

In El Salvador soll Puma in einer maroden Fabrik zu Dumpinglöhnen produziert haben. Nun steht der Sportartikelhersteller in der Kritik.

© dpa

London/München. Nach dem Skandal wegen eingenähter SOS-Zettel in Hosen, die beim Billighändler Primark auftauchten, steht jetzt der fränkische Sportartikel-Hersteller Puma in der Kritik. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel habe eine marode Fabrik in El Salvador für Puma T-Shirts zu Dumpinglöhnen produziert. Arbeiterinnen der Fabrik berichteten von Verbrennungen durch offene Kabel, verdrecktem Trinkwasser und extremem Arbeitsdruck: „Im Moment dürfen wir häufig nicht mal zur Toilette gehen“, zitiert das Magazin eine Büglerin.

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Die Fabrik sei von Puma nicht als Zulieferer autorisiert worden, erklärte das Unternehmen laut Spiegel. Ein anderer Zulieferer habe die Aufträge weitergereicht. Die Auftragsvergabe sei gestoppt worden.

Primark geriet vergangene Woche in die Schlagzeilen, nachdem Kundinnen eingenähte Hilferufe von Nähern aus China in Hosen und Kleidern gefunden hatten. Primark, die die SOS-Beipackzettel untersuchte, teilte jetzt mit, dass wohl zwei vor einigen Tagen aufgetauchte Etiketten sehr wahrscheinlich gefälscht seien. Ein weiterer Fall werde noch geprüft. Die beiden im walisischen Swansea entdeckten Zettel seien eindeutig gleicher Herkunft, obwohl das eine Kleidungsstück in Rumänien, das andere in Indien hergestellt worden sei. Beide seien aber 2013 in derselben Filiale verkauft worden. Im gleichen Jahr habe es in Swansea eine Kunstaktion mit solchen Etiketten gegeben, bei der Besucher ermutigt worden seien, sie in Kleidung einzunähen, hieß es weiter.

Die Textilbranche steht seit einem verheerenden Unfall in einer Fabrik in Bangladesch im April 2013 im Fokus öffentlicher Kritik. Bei dem Einsturz des Gebäudes kamen wegen mieser Sicherheitsvorkehrungen über 1.100 Menschen ums Leben. (dpa)

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