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Im Slalom durch den Märchenwald

Beim Bewegten Lesen haben die Kinder in Bischofswerda viel Spaß – im Juni geht die Lesezeit im Freien weiter.

© Rocci Klein

Bischofswerda. Irgendwo schuhuht eine Eule. Etwa vierzig kleine Beinchen trippeln durch den Wesenitzsportpark. Denn genau so macht das eine Prinzessin. Deshalb halten die Kinder auch ihre Hände so über den Kopf, als seien diese eine Krone. Dann fangen sie an zu hüpfen. Wie ein Frosch, ist doch klar. Denn die Hexe hat sie – schrippel, schrappel, Zauberhut – einfach verzaubert! Nein, der Sportpark ist heute nicht einfach eine normale Turnhalle. Er ist ein Märchenwald!

Der Gedanke dahinter: „Geschichten wollen bewegt werden“, erklärt Tina Häntsch. Gemeinsam mit Eva-Maria Grohmann betreut sie das Buchprojekt der Familienbildungsstätte, das an diesem Tag unter dem Motto „Bewegtes Lesen“ steht.

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Jeden Mittwoch toben die Kinder um diese Zeit beim Familiensportnachmittag, an diesem Tag können sie dabei Märchen lauschen. Passend zu den jeweiligen Geschichten gibt es ein sportliches Spiel. Die Kinder können auf einem Teppich fliegen oder im Slalom mit verbundenen Augen durch den Märchenwald laufen. Angelehnt an Aschenbrödels Erbsensortieren sollen die Kleinen farbige Bälle in die passenden Körbe werfen. Zur Geschichte vom Hasen und dem Igel dürfen die Kinder um die Wette laufen. Für die Kinder, die schon lesen können, liegen bekannte Zitate der Märchen neben den Sportgeräten. Lucan Mühmelt hört beim Vorlesen gespannt zu. Als die Kleinen endlich die einzelnen Stationen austesten dürfen, freut sich der Zweijährige ganz besonders auf die bunten Berge. Denn die sind auch beim Familiensportnachmittag seine Lieblingsstation. Konzentriert balanciert er den Bergkamm entlang. Doch so sehr er sich auch anstrengt – ganz alleine schafft er es nicht, die Gipfel zu erklimmen. Da muss seine Mama ihm helfen. Auch vom Kastenwagen springt er am Ende lieber auf Mamas Arm als auf die Matte. „Lucan möchte jeden Mittwoch unbedingt herkommen. Wenn es mal ausfällt, fragt er mehrfach nach“, erzählt Judith Mühmelt.

Lesen das ganze Jahr

„Kinder wollen beim Vorlesen nicht die ganze Zeit still sitzen“, findet Tina Häntsch. Die Lesezeit habe früher nur im Herbst, in der ungemütlichen Jahreszeit, stattgefunden. „Das geht doch auch das ganze Jahr“, dachten sich die Organisatorinnen bei der Familienbildungsstätte. Bisher standen für sie die Lesenachmittage in den Kindertagesstätten und der Vormittag in der Bibliothek im Vordergrund. Nun, in diesem Jahr, möchten sie das Interesse der Kinder an Büchern mit vier Motto-Lesezeiten wecken. Dieses Mal gibt es Märchen – im Sommer, unter dem Blätterrauschen der Bäume, Naturgeschichten.

„Bücher sind die Grundlage für schlaue Kinder“, sagt Tina Häntsch. Seit drei Jahren bieten sie und Eva-Maria Grohmann die Lesestunden an. Dadurch möchte die Bildungsstätte den Familien auch zeigen, dass so die Bindung von Eltern und Kindern gestärkt werden kann. (szo)