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Im Wald muss es jetzt schnell gehen

Förster Gunther Schwarz initiiert in seinem Revier hinter Koselitz ein unbürokratisches Verfahren zur Sturmholz-Beseitigung.

© Kristin Richter

Von Manfred Müller

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Strauch. Im Norden und Nordosten des Landkreises hat Sturmtief Friederike am 18. Januar besonders heftig gewütet. Etwa 30 000 Festmeter Sturmholz, so schätzt Revierförster Gunther Schwarz, liegen zwischen Koselitz und Böhla bei Ortrand im Wald. Betroffen sind vor allem Kiefern; die Laubbäume boten dem Orkan weniger Angriffsfläche, weil sie jahreszeitlich bedingt ihre Blätter abgeworfen hatten. Aber vor allem östlich der Autobahn hat Friederike nicht nur Schneisen in die Kiefernwälder geschlagen, sondern größere Flächen regelrecht gerodet.

Das Holz muss nun in den nächsten Monaten geborgen werden, weil es sonst den Borkenkäfer anzieht. Und weil es, je länger es liegt, immer mehr an Qualität und Wert verliert. Das Problem dabei: Der größte Teil der Wälder im Straucher Revier befindet sich in privater Hand und ist in eine Unmenge von kleinen Parzellen zersplittert. Gunther Schwarz hat es akribisch ausgerechnet: Die Durchschnittsgröße pro Eigentümer beträgt gerade einmal 3,32 Hektar. Und dabei handelt es sich meist nicht um eine zusammenhängende Fläche, sondern um bis zu zehn teils weit auseinanderliegende Waldstücke. Wie soll man auf diesem Flickenteppich die umgestürzten Bäume aus dem Wald bekommen?

80 Waldbesitzer in einem Gasthof

Um diese Frage zu klären, hatte Revierförster Schwarz die betroffenen Waldbesitzer am Sonnabendvormittag in die Straucher „Scheune“ eingeladen. Die Resonanz war groß – an die 80 Leute drängten sich im Vereinszimmer des Gasthofs. Mit von der Partie war die Forstfirma Donner aus Bronkow, die sich bereiterklärt hat, das Sturmholz auf der gesamten Fläche des Straucher Forstreviers zu bergen und zu vermarkten. Sofern die Waldeigentümer sich dazu bereitfinden und Verträge abschließen, könnte der Windbruch nördlich der B 98 bis zum Sommer beseitigt sein. Das Angebot dürfte besonders für die Besitzer kleiner Waldstücke attraktiv sein, die weder über die entsprechende Zerlegetechnik verfügen, noch das Holz selbst nutzen können.

Bäume stehen unter Spannung

Überdies werden bei der professionellen Holzernte mit einem Harvester die Gefahren umgangen, die derzeit im sturmgeschädigten Wald lauern. Viele der umgestürzten oder schrägstehenden Kiefern stehen unter Spannung – beim Hantieren mit der Motorsäge droht Verletzungsgefahr. Außerdem würde die Donner GmbH das Sturmholz nicht nur schneiden und mit dem Tragschlepper aus dem Wald heraustransportieren, sondern es auch nach verschiedenen Marktqualitäten sortieren.

Die Hoffnung der Waldbesitzer: Je nach Klassifizierung als Sägeholz, Palettenholz oder Industrieholz bleibt ihnen dann immer noch ein Reingewinn.