merken

Politik

Imker kippen Honig vors Ministerium

Aus Protest haben Imker tonnenweise vergifteten Honig vor das Ministerium für Landwirtschaft gekippt. Der Honig ist mit dem Unkrautmittel Glyphosat belastet.

Sebastian Seusing, Imker, schüttet vor dem Landwirtschaftsministerium Glyphosat-belasteten Honig auf die Treppe. Ende April stellte er fest, dass es an einem ihrer Bienenstandorte zu einer schweren Kontamination mit Glyphosat durch ein Nachbarfeld gekomme
Sebastian Seusing, Imker, schüttet vor dem Landwirtschaftsministerium Glyphosat-belasteten Honig auf die Treppe. Ende April stellte er fest, dass es an einem ihrer Bienenstandorte zu einer schweren Kontamination mit Glyphosat durch ein Nachbarfeld gekomme © Fabian Sommer/dpa

Berlin. Zwei Brandenburger Imker haben am Mittwoch aus Protest gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung Honig vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft abgeladen und einen Teil der klebrigen Masse auf der Treppe verschüttet. 

Bei dem Honig handelte es sich laut "Bündnis zum Schutz der Bienen" um zweieinhalb Tonnen mit Glyphosat belasteten Honig aus dem Betrieb des Imkerpaars. Insgesamt müsse das Paar vier Tonnen Honig vernichten, der Schaden soll sich nach Angaben des Bündnisses auf 60.000 Euro belaufen.

Anzeige
Verliebt, verlobt, verheiratet: 2020!

Auch 2020 heißt es wieder "JA" zu Sachsens größter Hochzeitsmesse JAWort in Dresden. Dabeisein lohnt sich für alle, die sich trauen.

Die Imker werfen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) vor, zu wenig für den Schutz von Bienen und der ökologischen Artenvielfalt zu tun.

Eimer mit Glyphosat-belasteten Honig der Brandenburger Imkerfamilie Seusing stehen vor dem Landwirtschaftsministerium in Berlin. 
Eimer mit Glyphosat-belasteten Honig der Brandenburger Imkerfamilie Seusing stehen vor dem Landwirtschaftsministerium in Berlin.  © Fabian Sommer/dpa

"Bei den bislang aus Brandenburg bekannten Höchstgehaltsüberschreitungen von Glyphosat in Honig, die über den geltenden EU-Grenzwert hinausgehen, handelt es sich um Einzelfälle, von denen unter anderem ein Biolandimkerpaar betroffen ist. Der betroffene Honig ist nachweislich nicht verkehrsfähig", hieß es in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

Ob sich der Landwirt, der für die Glyphosat-Verunreinigung verantwortlich sei, nicht entsprechend der fachlichen Praxis verhalten habe, müsse von den Behörden vor Ort aufgeklärt werden.

Der Unkrautvernichter Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Mit dem Glyphosateinsatz soll am 31. Dezember 2023 Schluss sein, dann läuft die Zulassung in der EU aus. (dpa)

Mit der Aktion protestiert das Imkerpaar gegen die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft.
Mit der Aktion protestiert das Imkerpaar gegen die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft. © Fabian Sommer/dpa