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Immer da für kleine Leute

Der Kinder- und Familienservice von Winnie Rudolph ist einzigartig. Dahinter steckt nicht selten eine 100-Stunden-Woche.

© Kristin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Winnie Rudolph feiert mit ihrer Angestellten Manuela Gose und vielen Gästen in der Marktgasse das 15-jährige Bestehen des Kinder- und Familienservice. Da spazieren Winnies erwachsene Kinder Livia (29) und Lucas (27) herein. Der toughen Familiepflegerin kommen die Freudentränen: „Wegen Euch habe ich das damals gemacht, um Familie und Arbeit verbinden zu können“, sagt Winnie Rudolph gerührt.

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Es war 2002, als sie gemeinsam mit ihrer damaligen Mitstreiterin Gabriele Illing die neue GbR gründete. Anfangs waren sie bei der Diakonie für Familien da gewesen, die von Amts wegen betreut werden. „Doch uns war klar, dass auch Familien Hilfe brauchen, die keine Unterstützung bekommen“, erinnert sich Winnie Rudolph. Für fünf Euro die Stunde betreuten die ausgebildeten Familienpflegerinnen Kinder in ihrem Büro oder bei den Familien zu Hause.

Damit ist der private Service bis heute einzigartig. Zwar sei der Preis etwas gestiegen. Doch die Flexibilität der Mitarbeiterinnen ist geblieben. „Es kostet viel Kraft und Nerven, aber es ist der schönste Beruf der Welt“, meint Winnie Rudolph. Sie liebt es, immer wieder neue kleine Racker mit ihren Eigenheiten in Obhut zu nehmen oder für größere eine Geburtstagsparty auszurichten – nicht nur für Betreuungskinder.

Still- und Wickelstation

Seit zwei Jahren ist der Familienservice auch Ersatztagespflege, wenn eine Großenhainer Tagesmutter mal ausfällt. Stabilisiert hat sich die Zusammenarbeit mit der Stadt und mit Firmen. Immer wieder wird Winnie fürs Stadtfest, den Bauernmarkt, als Still- und Wickelstation oder bei Firmenevents für die Kinderbespaßung gebucht. Im Sommer sind Winnie und Manuela sowie weitere Helferinnen fast jedes Wochenende bei irgendeinem Dorffest mit dem Bastel- und Schminkstand im Einsatz. „Nur der Januar ist der ruhigste Monat“, so Manuela Gose. Ihre Chefin spricht von einer 100-Stunden-Woche.

War Winnie Rudolph 2006 als Kinderbetreuerin bei einer Hochzeit im Jahr, so sind es heute etwa 25 bis 30. In ganz Sachsen ist der Großenhainer Service dafür im Einsatz. Die Kinderbetreuung erstreckt sich auf den Altkreis Großenhain. Manche Vorschulkinder werden nur vormittags ins Büro in der Marktgasse gebracht. „Wir bemühen uns, dass die Kinder hier was Schönes erleben“, sagt Winnie Rudolph. Auch Schulklassen machen hier Projekttage. Der kreative Abendkurs ist eine feste Gruppe.

Lasst Euch noch Zeit mit Enkeln“

Winnie und Manuela freuen sich über das Vertrauen, dass ihnen die Familien seit 15 Jahren entgegenbringen. „Jetzt kommen sogar schon Kinder von denen, die ich betreute, als sie selbst noch Kinder waren“, lacht Winnie Rudolph. Sie hat sich einen guten Namen erarbeitet, wird von den Kindereinrichtungen für die Zusatzbetreuung weiterempfohlen. Aufhören will sie erst, wenn die eigenen Enkel kommen. „Lasst Euch noch Zeit damit“, ruft sie Livia und Lucas beim Abschied zu.