merken

Immer mehr Freizeit-Sportler in Vereinen

Fußball, Tanz oder Fitness – der Kreissportbund freut sich über den gestiegenen Zuspruch. Damit das so bleibt, soll das Ehrenamt gestärkt werden.

Beim Sportabzeichentag im August auf der Bautzener Müllerwiese hatten die Kinder viel Spaß mit Supermodel Miriam Höller. © Archivfoto: Carmen Schumann

Bautzen. Im vergangenen Jahr legten 4 500 Erwachsene und 2 500 Kinder aus dem Landkreis Bautzen das deutsche Sportabzeichen ab. Das sei schon eine tolle Zahl, sagt Lars Bauer, der Geschäftsführer des Kreissportbundes. Doch in diesem Jahr sollte noch eine Schippe draufgelegt werden. Lars Bauer hofft, dass es diesmal mindestens 5 000 Erwachsene werden. In Bautzen findet der Sportfesttag auf der Müllerweise am 30. August statt. Weitere Termine sind am 15. Mai in Kamenz, am 20. Mai in Pulsnitz, am 23. Mai in Sohland, am 28. Mai in Hoyerswerda und am 27. August in Bischofswerda. Um noch mehr Menschen einzubeziehen, soll es außerdem Vor-Ort-Termine in größeren Unternehmen geben, zu denen eine mobile Box mit entsprechenden Utensilien mitgeführt wird.

Wie Lars Bauer sagt, sei die Mitgliederentwicklung in den Sportvereinen in den letzten zehn Jahren sehr positiv verlaufen, und dies trotz ungünstiger demografischer Entwicklungen. 3 500 neue Mitglieder sind seitdem zu den Vereinen hinzugestoßen, vor allem Kinder und Jugendliche. In dem Bereich sind Zuwächse zu verzeichnen. Dies trifft auch auf die Altersgruppe ab 60 zu. Die mittleren Altersgruppen zwischen 27 und 49 Jahren stagnieren dagegen. Dies liege daran, dass die Sportler in dieser Gruppe in der Regel aus dem Wettkampfbetrieb ausscheiden. Außerdem sind Menschen mittleren Alters stark in Beruf und Familie eingebunden. Die Bemühungen müssten dahin gehen, diese Altersgruppe bei der Stange zu behalten.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Wenn Maschinen denken

In Hollywoodfilmen übernehmen Roboter schon mal die Weltherrschaft. Künstliche Intelligenz als Horrorszenario. Die Realität ist jedoch nicht weniger spektakulär. An der TU Dresden beginnen Supercomputer zu lernen.

Jeder sechste bis siebente Bürger im Landkreis sei in den Vereinssport eingebunden. Allerdings sei ein weiterer Anstieg wohl eher nicht realistisch, da die Bevölkerungszahl kaum wächst, sondern eher noch sinkt. Bei den beliebtesten Sportarten steht der Fußball unangefochten an der Spitze, gefolgt von allgemeinen Sportgruppen. Einen großen Aufschwung genommen hat der Gesundheitssport. Aber auch das Tanzen ist total im Aufwind.

Ehrenamtler investieren sehr viel Zeit

Das Vereinsleben würde kaum funktionieren ohne den Einsatz unzähliger ehrenamtlicher Übungsleiter, die sehr viel Zeit in diese Tätigkeit investieren. Der Kreissportbund möchte für Zeitgewinn sorgen. Deshalb läuft seit 2018 ein Pilotprojekt „Ehrenamtskoordinatoren“, die sich darum kümmern sollen, Ehrenamtliche zu gewinnen und zu schulen, um damit die Vereinsvorstände zu entlasten. Die Ausbildung dieser Ehrenamtskoordinatoren soll wohnortnah stattfinden. Das trifft auch auf die Ausbildung der Vereinsmanager zu, die in die Region geholt werden sollen. Dadurch ersparen sich die Teilnehmer die früher üblichen weiten Anmarschwege an zentral gelegene Ausbildungsorte.

Vize-Landrat Udo Witschas, der auch für den Sport zuständig ist, erklärt, dass mit der neuen Sportförderrichtlinie, die vom Freistaat genehmigt wurde, für die Jahre 2019 und 2020 jeweils 550 000 Euro bereitgestellt. Dieses Geld soll vor allem der Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen zugutekommen. Wie er sagte, mussten die Hilfen zur Erziehung in den letzten zehn Jahren verdoppelt werden. Wenn soziale Kompetenz in den Familien fehle, könnten Sportvereine in die Bresche springen. Dort würden Rechte und Pflichten vermittelt und positive Charaktereigenschaften gefördert. Gerade der Kampf um das Sportabzeichen wecke Ehrgeiz, Kampfgeist und stärke das Selbstbewusstsein.