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Immer mehr Sicherheitsfirmen

Bewachung von Flüchtlingsunterkünften, Citystreife, private Neustadt-Security – Wachpersonal boomt. Das ist offenbar auch eine Folge der steigenden Kriminalität. Allerdings finden sich in der Branche immer wieder schwarze Schafe.

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© Symbolfoto: dpa

Die Bewachung von Flüchtlingsunterkünften, die Citystreife für die Prager Straße, die private Neustadt-Security und vieles mehr – das Sicherheitsbedürfnis in der Stadt steigt. Allein im vergangenen Jahr gab es sieben Neuanmeldungen von Sicherheitsfirmen. Dazu kommen 21 Unternehmer, die ihr Gewerbe zu einer Security umgemeldet haben. Demgegenüber stehen lediglich zehn Abmeldungen. In diesem Jahr wurden bereits sechs neue Sicherheitsunternehmen angemeldet. Das sind alles Firmen, die einer Erlaubnis bedürfen, also Leben und Eigentum bewachen – keine Ordner, Parkplatzwächter oder Brandwachen, die erlaubnisfrei sind.

Auch die Zahl der Beschäftigten steigt. Das geht aus einer Antwort von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf eine Anfrage von Grünen-Stadträtin Kerstin Harzendorf hervor. Demnach schwankte die Zahl des privaten Wachpersonals in den Vorjahren zwischen 700 und 900. 2015 waren 1 043 in der Branche beschäftigt.

Doch nicht alle in der Branche sind zuverlässig. Bei einer Firma hat die Verwaltung die Genehmigung widerrufen, weil sie das Unternehmen als unzuverlässig eingestuft hat. „Das Widerrufsverfahren ist noch nicht abgeschlossen“, so Hilbert. Aber auch die jeweiligen Angestellten Wachmänner und -frauen müssen dem Amt gemeldet werden. Dabei werden auch etwaige Vorstrafen geprüft und die Verurteilungen gewürdigt. Das bedeutet für die Verwaltung vor allem viel Arbeit, weil immer mehr, die für eine Security arbeiten wollen, vorbestraft sind. 2013 waren das 90 Fälle, 2014 dann 83 und im vergangenen Jahr bereits 143. Das erhöht den Prüfumfang für die Zuverlässigkeit. Gegebenenfalls werde auch bei der Polizei nachgefragt, ob aktuell Ermittlungen gegen die Personen laufen. Soll jemand zum Schutz einer Asylunterkunft eingesetzt werden, fragt die Stadt auch beim Landesamt für Verfassungsschutz nach. Laut Hilbert wurden den Firmen 2015 Beschäftigungsuntersagungen für 32 Personen ausgesprochen, weil sie einschlägig auffällig waren.

Die Stadt prüft die Firmen, war im vergangenen Jahr zwölfmal vor Ort. (SZ/awe)