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Immer mehr überfüllte Autobahn-Raststätten

Lkw-Fahrer haben zunehmend Probleme, einen Stellplatz zu finden. Einem 33-Jährigen wurde das jetzt zum Verhängnis.

© Symbolfoto: Claudia Hübschmann

Döbeln. Ein 33-jähriger Pole ist bei einem Auffahrunfall an der Raststätte Hansens Holz an der A 14 in der Nacht zum Freitag schwer verletzt worden. Der Mann war mit seinem Lkw Mercedes mit Anhänger in Richtung Dresden unterwegs. Er wollte bei Hansens Holz halten. Als er auf den Rastplatz fuhr, stand ein Sattelauflieger der Marke Man am linken Fahrbahnrand. Diesen erwischte der Pole mit seinem Laster ungebremst.

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Infolge des Aufpralls erlitt der Lasterfahrer schwerste Verletzungen, teilte Alexander Bertram von der Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig, mit. „Mit lebensbedrohlichen Verletzungen wurde er ins Krankenhaus eingeliefert“, fügte er hinzu. Der Mann wurde in seinem Fahrerhaus eingeklemmt. Die Kameraden der Feuerwehr Nossen befreiten ihn mit Spezialgerät aus dem Fahrzeug. „Im Krankenhaus konnte der 33-jährige Pole durch intensiv medizinische Betreuung soweit stabilisiert werden, dass momentan keine Lebensgefahr mehr besteht“, sagte Bertram.

Neben der Feuerwehr Nossen waren auch die Kameraden aus Deutschenbora und Roßwein im Einsatz. Gegen 0.35 Uhr ging der Alarm bei den Roßweinern ein, so Oliver Bernhard, der stellvertretende Wehrleiter. Mit zwölf Mann war die Wehr im Einsatz, drei hielten sich als Reserve bereit. Die Kameraden sicherten die Unfallstelle ab und sorgten für eine ausreichende Beleuchtung.

Wie es zu dem Unfall gekommen ist, wird zurzeit noch ermittelt. Dabei werde auch das Fahrzeug auf technische Mängel untersucht, so Bertram. Geprüft werde auch, ob der Fahrer seine Lenk- und Ruhezeiten eingehalten hat.

Der Rastplatz ist nur einer von vielen, die entlang der Autobahn regelmäßig mit Lastern überfüllt sind. „An den Wochentagen sind die Parkplätze zu 130 Prozent ausgelastet. Besonders hervorzuheben ist die Rastanlage Muldental“, so Bertram. Die Polizeidirektion Leipzig ist für mehrere Autobahnen in Sachsen, unter anderem Abschnitte der A 14, A 38 sowie A 9, zuständig. Die Überbelegung der Rastplätze sei nicht jede Nacht ein Problem. Stoßzeiten seien Montagnachmittag bis Freitagfrüh. „Am Freitag versuchen die meisten Fahrer, noch nach Hause zu kommen, insbesondere in Richtung Osteuropa“, erklärte Bertram.

Laster halten auf dem Standstreifen

Sind die vorgesehenen Parkplätze auf den Rastplätzen überfüllt, suchen die Lasterfahrer nach Alternativen. Diese finden sie auf den ausgewiesenen Stellflächen für Autos, in den Zufahrten, aber auch in den Aus- und Auffahrten zur Autobahn. „Auf der Rastanlage Muldental ist es besonders schlimm. Hier stehen die Lkw in allen Zufahrten und auf den Stellflächen für Schwerlasttransporte“, informierte Bertram. Oftmals müsse die Polizei für die Schwerlasttransporte erst einmal Platz schaffen, wenn diese auf eine Rastanlage auffahren wollen. Um die Ruhezeiten einzuhalten, halten manche Fahrer sogar auf dem Standstreifen.

Das Problem ist bereits seit Jahren bekannt, so Bertram. Der Lasterverkehr nimmt weiter zu, die Parkflächen reichen nicht aus, vor allem an den Bundesautobahnen. „Der Transport mittels Laster ist kostengünstiger als alle anderen Transportmöglichkeiten“, erklärte Bertram. Eine Lösung des Problems könnte sein, die Parkplätze umzugestalten. Denn diese weisen laut Bertram oftmals zu viel Grünfläche und zu wenig Parkraum auf. Zudem lassen viele Unternehmen oft nur eine Person fahren, die meist ihre Ruhezeit in der Nacht abhält. „Ein Zweifahrerbetrieb würde das Problem entschärfen“, so Bertram. (DA/mf)