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Immer wieder Ärger an der Sternwarte

Anwohner kritisieren, dass das Gelände ungepflegt wirkt. Dabei liegt es direkt am Weinwanderweg.

Gepflegte Landschaft, gepflegte Umwelt – nicht nur Anwohner warten darauf, dass das Motto auf dem Stein vor der Grünfläche mit der Sterngucker-Skulptur neben der Radebeuler Sternwarte umgesetzt wird. © Foto: Arvid Müller

Noch sind nur vereinzelt Spaziergänger an der Radebeuler Sternwarte unterwegs, genießen die Aussicht auf die Stadt und die Elbe. Oder gehen schnellen Schrittes Richtung Wackerbarth. Mit wenig Gesellschaft auf dem Weinwanderweg. Was sich bei steigenden Temperaturen schnell ändern wird. Dass selbst bei wenig freundlichem Wetter immer wieder Leute den Weg zur Grünanlage mit der Sterngucker-Plastik finden, beweisen auch die beinahe jeden Tag frischen, leider nicht immer im Papierkorb landenden Hinterlassenschaften. Taschentücher, Plastiktüten, Glasflaschen, Blechdosen, Schnellrestaurant-Pappbehälter. Oft direkt neben den Papierkörben abgelegt.

Das Müllproblem ist nicht der einzige Kritikpunkt von Anwohnern. Und nicht nur von ihnen. Auch auf manchen Besucher wirkt die Sternwarten-Umgebung ungepflegt, lieblos, kahl. Ein wenig liegt das momentan sicher an der Nachwinterstimmung. Doch auch sommers sieht es oft nicht besser aus. Was die SZ im Herbst 2016 in einem Beitrag aufgegriffen hatte, auf Anregung eines Anwohners. Mit Kritik am Zustand der Grünanlagen – ungepflegt – und an Straße sowie Schnittgerinne – unsauber. Damals hieß es von der Stadt, es soll etwas geschehen.

Das war dann auch der Fall, wie der Anwohner informierte. Es sei einmalig gemäht und das Schnittgerinne gesäubert worden, Bäume und Büsche wurden verschnitten. Das sei es dann aber auch schon gewesen. Positive Anmerkung: Wenigstens die Papierkörbe an der Sternwarte werden regelmäßig geleert. Dreimal wöchentlich, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung.

Leider hat sich der Zustand dieses Bereiches des sächsischen Weinwanderweges in der Garten- und Weinstadt Radebeul weiter verschlechtert, informierte der Anwohner. Er nennt, zerstörte oder komplett fehlende Zaunsfelder des Weinbergs, eine zertrampelte Böschung. Dort finden sich auch Feuerwerks- und andere Papierreste. Überhaupt machen die Grünflächen einen bedürftigen Eindruck. Von einem noch beschämenswerteren Zustand spricht der Anwohner. Pflege, aber auch Straßenreinigung seien nicht erfolgt. Wobei er nicht nur die Stadt anspricht. Auch zwei Anlieger der weinbergseitigen Grundstücke würden kein Interesse dafür zeigen, wie es außerhalb ihres Grundstücks auf der Straßenseite aussieht. Der Betreiber der Besenwirtschaft sei das positive Gegenbeispiel.

Übrigens hatte es vonseiten der Stadt schon mehrfach geheißen, dass Außenanlagen und Parkplatz an der Sternwarte umgestaltet werden sollen. Sogar mit konkreten Summen. So hieß es in der SZ vom 24. März 2017, dass die Stadt dafür in dem Jahr rund 240 000 Euro einplant. Nur ist bisher wohl nichts passiert. Auf die entsprechende Anfrage der SZ wird aus der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass in den nächsten Jahren die Neugestaltung der Außenanlage mit dem Sterngucker und die Erweiterung des Parkplatzes geplant ist. Derzeit werde an der Gesamtkonzeption gearbeitet, die auch die Außenanlagen beinhaltet.

Auf den Zustand der Außenanlagen angesprochen, lautet die Antwort, dass die Grünanlagen – außerhalb und innerhalb der Sternwarte – über Pflegeverträge regelmäßig unterhalten werden. Im Winter würden die Grünanlagen nicht so oft gepflegt. Aber auch im Sommer gebe es immer wieder Probleme mit Unrat, der nachts hinterlassen wird. Was die Straßenreinigung betrifft, so komme der Auftrag dazu in diesem Gebiet nur bei besonderen Anlässen, entsprechend eines Stadtratsbeschlusses vom Juli 2011.

Schließlich gibt es aus dem Rathaus noch eine erfreuliche Nachricht: Zurzeit wird der Wanderweg zur Sternwarte saniert. Wasserabschläge werden eingebaut und an den steilen Stellen ein Geländer. Die Maßnahme kostet 10 000 Euro, wird aus dem Bereich Stadtgrün mitgeteilt.

Ein wilder Holzlagerplatz präsentiert sich auf der anderen Seite des Sternwartengebäudes. Nicht weit davon ein Edelstahlgrill mit unappetitlicher Oberfläche. Im ganzen Gelände finden sich Zigarettenkippen, Papierreste und diverse Plastikteile.   © Foto: Arvid Müller