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Immobilienbranche warnt vor Wohnungsnot

Bis 2025 werden Tausende neue Wohnungen gebraucht. Damit mehr gebaut wird, soll die Stadt unbürokratischer handeln.

© dpa

Von Tobias Winzer

Dresdens Wohnungs- und Immobilienunternehmen sehen die Stadt auf eine Wohnungsnot zusteuern. „Wenn es so weitergeht wie jetzt, kommen auf uns Wohnungsmangel und auf Normalverdiener unbezahlbare Mieten zu“, sagt Frank Müller, Mitteldeutschland-Chef des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Anders als die Verwaltung schätzt er, dass sich das aktuelle Bevölkerungswachstum auch in den kommenden zehn Jahren ungemindert fortsetzt. Demnach leben im Jahr 2025 rund 580.000 Menschen in Dresden. Sie brauchen 320.000 Wohnungen. Das sind rund 20.000 Wohnungen mehr als bislang von der Stadtverwaltung prognostiziert. Deren Statistiker gehen davon aus, dass sich das Bevölkerungswachstum nach 2020 abschwächt und 2025 maximal rund 550.000 Menschen in Dresden leben.

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Um den Wohnungsneubau anzukurbeln, fordert der BFW unbürokratisches Handeln von der Stadt. Bebauungspläne für neue Wohngebiete sollen nicht mehr von der Verwaltung, sondern von den Investoren selbst erstellt werden. Das ginge schneller, sagt Müller. Da die Konzepte trotzdem von der Stadt abgesegnet würden, gebe es keine rechtlichen Bedenken. Außerdem fordert der Lobbyverband, der in Dresden rund 40 Unternehmen vertritt, mehr innerstädtisches Bauland. Grundstücke am geplanten Kulturkraftwerk und in der Friedrichstadt seien beispielsweise geeignet, so Müller.

Für bezahlbare Mietwohnungen in Dresden setzt er auf die Genossenschaften, weil diese keine Gewinne erwirtschaften müssten. „Wir brauchen eine Aufgabenteilung in der Stadt“, sagte er. Mit Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) seien künftig regelmäßige Treffen geplant, um die drohende Wohnungsnot zu verhindern.