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In 20 Jahren einmal rundherum

Die Technitzer Kirchgemeinde kann jetzt die Außensanierung der Kirche zu Ende bringen. Die Baupreise machen Probleme.

© Dietmar Thomas

Von Jens Hoyer

Döbeln. Manche Dinge dauern länger. Seit 20 Jahren saniert die Technitzer Kirchgemeinde Stück für Stück die bröckelnde Außenhaut ihres Gotteshauses. Mit dem Turm ging es los. Im Juni soll nun endlich auch der letzte Abschnitt, die Nordfassade, instand gesetzt werden. Gleichzeitig fängt die Gemeinde am Turm schon wieder von vorn an. „Nach 20 Jahren hat die Wetterseite fast keine Farbe mehr“, sagte Pfarrer Lutz Behrisch. Zudem habe die Kupferverkleidung Streifen hinterlassen.

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Turm und Dach der Kirche sind schon erneuert. Danach auch die Fassade an der Ost- und Südseite. Das war aber schon vor neun Jahren passiert. Seitdem bemüht sich die Kirchgemeinde um Geld, um die Sanierung an der Nordseite endlich zu Ende zu bringen. Jetzt hat es geklappt. Die Gemeinde bekommt 100 000 Euro Fördermittel aus dem Fonds für die ländliche Entwicklung. Dazu gibt die Landeskirche einen Zuschuss, sagte Behrisch. Allerdings zeichnet sich ab, dass die Kosten von rund 190 000 Euro nicht zu halten sind. Die Kirchgemeinde hat das gleiche Problem wie alle Bauherren: die gestiegenen Preise. Die Ausschreibungen für die Klempnerarbeiten habe man aufheben müssen. Nur eine Firma hatte ein Gebot abgegeben und das lag zweieinhalb mal über dem geschätzten Preis. „Es gibt nicht mehr so viele Firmen, die noch in Kupfer klempnern. Da fehlt die Erfahrung“, sage Behrisch. Hoch seien auch die Kosten für das benötigte Gerüst. Von der Idee, auch den Turm einrüsten zu lassen, hat man sich schon verabschiedet. „Da geht der Preis durch die Decke“, so Behrisch. Jetzt soll der Turm von einem Hubsteiger aus gestrichen werden.

Wie schon an der Süd- und Ostfassade müssen für die Nordfassade die großen Kirchenfenster komplett neu angefertigt werden. Die alten waren aus Kiefernholz und haben 150 Jahre gehalten, sagte Behrisch. Die neuen werden aus Eiche gefertigt. „Dafür nimmt man hochwertige Materialien.“

Die Fassade wird neu verputzt und zuvor ein alter Schonstein abgerissen – die Kirche hat mittlerweile Elektroheizung. Außerdem werden die Natursteingewände saniert. Auch im Turm passiert etwas. Nachdem eine Glocke schon einen neuen Antrieb bekommen hatte, werden auch noch die beiden anderen damit ausgerüstet. Voraussichtlich im September werden die Arbeiten beendet sein.

Zumindest außen wäre die Gemeinde dann mit der Sanierung fertig. Aber innen geht es damit erst los. Vor allem der Fußboden ist in einem schlechten Zustand. „Die Sandsteinplatten zerbröseln“, sagte Lutz Behrisch. Eine andere Variante wäre, mit der Decke anzufangen, die nach Wassereinbrüchen auch eine Sanierung nötig hat. Der Putz müsste teilweise erneuert werden. Nachdem das Dach undicht war, waren zudem Teile heruntergebrochen. „Für die Sanierung müssen wir aber die gesamte Kirche einrüsten“ sagte Behrisch. Auch die Orgel ist ein Sanierungsfall. „Die hätte es dringend nötig.“ Allerdings muss vorher die Decke saniert sein, damit die Orgel durch den Staub nicht gleich wieder verdreckt.

Mit anderen Projekten ist man schon weiter. Die Schwesterkirchgemeinde Döbeln bringt jetzt die Dachsanierung zu Ende. Nachdem schon die Nicolaikirche ein neues Dach bekommen hatte, ist nun auch die Marienkapelle neu eingedeckt worden. Die Arbeiten werden in den nächsten Wochen abgeschlossen. An die Spitzen des Dachs kommen noch goldene Kugeln. „Wir vermuten, dass es die gegeben hat. Die Stäbe sind noch da“, sagte Behrisch.

Das dritte Projekt, die Sanierung des Kirchendachs in Simselwitz, müsste in diesem Jahr auch noch begonnen werden, sagte Behrisch. Auch für dieses Vorhaben hat die Kirchgemeinde Fördermittel für die ländliche Entwicklung in Aussicht. „Die Ausschreibungsunterlagen werden vorbereitet“, so der Pfarrer. In der Simselwitzer Kirche gibt es Probleme mit der Kirchendecke. Eine alte Fachwerk-Balgkammer der Orgel, die sich unterm Dach befindet, drückt auf die Balken. Deshalb sollen zusätzliche Balken eingebaut werden. Auch das Dach soll neu gedeckt und Ausbesserungsarbeiten an der Fassade vorgenommen werden.