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Dresden

In der Innenstadt geht es voran

An der Wallstraße wurde der Komplex Wall I fertig. Auch nebenan tut sich etwas. 

Richtfest am Donnerstag an der Wallstraße. Dort geht jetzt der Innenausbau voran, während das Gebäude nebenan bereits fertiggestellt ist.
Richtfest am Donnerstag an der Wallstraße. Dort geht jetzt der Innenausbau voran, während das Gebäude nebenan bereits fertiggestellt ist. © René Meinig

Von Marvin Graewert

Am Postplatz hat sich in den letzten Jahren vieles getan. Die großzügigen Parkplätze mussten Baustellen weichen. In kurzer Zeit wurden mehrere Gebäudekomplexe hochgezogen. Gleich bei zwei dieser Neubauten wurden jetzt wichtige Etappen abgeschlossen: Der Komplex „Wall I“ wurde nicht einmal zwei Jahre nach der Grundsteinlegung komplett fertiggestellt, während beim Nebengebäude „Wall II“ bereits der Rohbau steht. Für die Gebäude wurden insgesamt 70 Millionen Euro investiert.

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Anlässlich der Fertigstellung konnte die deutsch-tschechische Immobilienfirma Baywobau CTR Wallstraße am Mittwoch ihr Richtfest feiern. Geschäftsführer Berndt Dietze war zufrieden, dass sein Projekt trotz Hochwasser und Hitzesommer planmäßig fertiggestellt werden konnte. In seiner Rede ließ er kein Superlativ aus, um den Neubau zu beschreiben. So verglich er die Gebäuderückseite mit den Hängenden Gärten von Babylon, da diese stufenförmig abgesenkt sind und mit Pflanzen begrünt werden sollen. Zum feierlichen Abschluss, wurde dem Gebäude eine Richtkrone aufgezogen.

© René Meinig

In beiden Komplexen sollen in das Erdgeschoss Läden einziehen, der noch nicht bezugsfertige Rohbau wurde bereits komplett an Edeka vermietet und wird sich zukünftig mit seiner Verkaufsfläche über das ganze Gebäude in der Wallstraße ziehen, während beim fertigen Gebäude nebenan die Hälfte der Verkaufsflächen noch leer steht. Für den Anfang ist hier die Bäckerei Dreißig eingezogen sowie die Oberbank Linz. Die knapp 300 Ein- bis Fünfraumwohnungen in beiden Häusern sollen vor allem an junge Familien und Ältere vermietet werden. Für die stolze Kaltmiete von bis zu 13 Euro pro Quadratmeter gibt es eine gold-verspiegelte Fassade und eigenen Spielplätzen innerhalb des Gebäudekomplexes.

Verwiesen wurde beim Richtfest aber auch auf die geschichtsträchtige Vergangenheit des ehemaligen Antonsplatzes. Denn unter dem „Wall II“ befindet sich ein Stück der alten Stadtmauer, die Dresden seit dem 16. Jahrhundert umschlossen hat, um Dresden vor Angriffen zu schützen. Die Stadtmauer wurde bei den Bauarbeiten freigelegt und erhalten -- wird im fertigen Komplex aber nicht zu sehen sein und konnte nur erhalten werden, da die Investoren erheblichen Aufwand betrieben.

Dafür musste die untere Tiefgaragen-Ebenene baulich getrennt wurde. Die alte Mauer konnte nur mit einem Verbau gesichert werden und wird nun an beiden Seiten von einer Stahlbetonwand umhüllt. Investiert wurden für die Instandhaltungsmaßnahmen rund eine halbe Million Euro. Da die Stadtmauer unter Denkmalschutz steht, musste sie in ihrer originalen Substanz erhalten werden, weshalb ein Umsetzten der Mauer nicht infrage kam.

Auch die Bauarbeiten der sogenannten runden Ecke, am Ende der Wallstraße, neigen sich dem Ende zu. Spätestens ab Oktober finden sich im „Haus Postplatz“ ein Biosupermarkt, Fitnessstudio, Biergarten und Apotheke.

Seit 2017 ist das erste Gebäude in der Wallstraße, die „Merkur I“ fertiggestellt, hier konnten bereits alle Wohnungen vermietet werden.