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In der Innenstadt kann es eng werden

Neonazis wollen am Samstag durch Dresden ziehen. Dagegen mobilisieren mehrere Gruppen.

© Sven Ellger

Dresden. Einmal mehr ist ein Zug von Neonazis durch Dresden geplant. Doch dieses Mal darf dort nicht mal der Anmelder selber sprechen. Gerhard Ittner, verurteilter Volksverhetzer und Holocaustleugner aus Bayern, ruft zum Gedenkmarsch. Reden sollen dort eine Handvoll Rechtsextremisten, und auch Ittner hat sich angekündigt. Doch der geplante Griff zum Mikrofon wird ihm nach SZ-Informationen von der Versammlungsbehörde verwehrt. Gegen Ittner läuft noch ein Verfahren wegen seiner Hetz-Rede aus dem vergangenen Jahr am Zwingerteich.

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Die Rechten wollen sich um 14 Uhr auf dem Postplatz treffen. Der Widerstand dagegen hat sich bereits formiert. Für die Arbeitsgruppe 13. Februar hat SPD-Fraktionschef Christian Avenarius eine Versammlung angemeldet. Diese beginnt ebenfalls um 14 Uhr auf dem Postplatz, vor dem SAP-Gebäude. „Dies ist eine friedliche und gewaltfreie Veranstaltung“, so Avenarius. „Zeigen Sie Gesicht gegen Rechtsextremismus und rechte Gewalt. Wir werden es nicht ohne Protest zulassen, dass rechtsextreme Gruppen das friedliche Gedenken am 13. Februar stören und den Gedenktag missbrauchen“, ruft er auf.

Doch es gibt auch Aufrufe, die Neonazis zu blockieren, wenn sie versuchen, durch die Stadt zu ziehen. Bereits für 13 Uhr mobilisiert „Hope – fight racism“ am Albertplatz, um von dort zum Postplatz zu ziehen. Das Bündnis „Dresden Nazifrei“ hat eine Demonstration mit Kundgebungen angemeldet, die parallel zu Ittners Veranstaltung auf dem Postplatz stattfinden soll. Zur selben Zeit gibt es dort eine weitere Versammlung gegen die Rechtsextremisten. Und ein weiterer Anmelder mobilisiert derzeit am Rathaus, ein möglicher Sammelpunkt, um auf die Route der Neonazis reagieren zu können.

Die Stadt warnt vor Verkehrseinschränkungen. Die Polizei sichert das Geschehen ab und hat ein besonderes Augenmerk auf die Redner bei Ittner. Falls erneut volksverhetzend geredet wird, müssen diese auch mit neuen Verfahren rechnen. (SZ/awe)