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In der Pollenwolke

Viele Bäume blühen dieses Jahr sehr intensiv. Das verursacht ein Naturphänomen, das nicht nur Allergikern zu schaffen macht.

© Egbert Kamprath

Von Anja Ehrhartsmann

Osterzgebirge. Sie sind überall: Pollen. Sie kleben auf dem Autodach, an der gerade geputzten Fensterscheibe, der frisch gewaschenen Wäsche. Allergiker kitzeln sie in der Nase und brennen in den Augen. Doch damit nicht genug. Dieses Jahr lassen sich sogar ganz besondere Naturphänomene beobachten: Aus den Wäldern erheben sich ganze Pollenwolken. Das liegt an den sogenannten Mastjahren der Bäume, die alle paar Jahre auftreten.

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Wie Kristina Funke, Sprecherin des Forstbezirks Bärenfels beim Sachsenforst, erklärt, sind das Jahre mit maximaler Samenproduktion. Diese sogenannten Mastjahre treten in der Regel zyklisch alle sechs bis acht Jahre auf. Gibt es hingegen wenige Früchte oder nur vereinzelt fruchttragende Bäume, spricht man auch von Halbmast oder Sprengmast. „In diesem Jahr blühen alle Baumarten sehr intensiv. Die Blühprognose scheint sehr gut zu sein“, so Funke. Insbesondere bei Fichte, Kiefer, Douglasie, Eiche und Ahorn hat der Sachsenforst Hoffnung auf eine sehr reiche Fruchtbildung. Allerdings lasse sich anhand der Blüte nur bedingt auf die sich daraus ergebende Ausbeute an Saatgut schließen. „Dafür benötigen besonders die Laubbäume auch ausreichend Niederschläge.“ Ob es ein gutes Erntejahr im Forst wird, lasse sich, wie im Obstbau, erst im Spätsommer sagen.

Allerdings kostet es die Waldbäume viel Energie, eine große Menge Früchte zu bilden. Speziell bei der Rotbuche wirken die Baumkronen in Jahren mit starkem Fruchtbehang schütter und weniger belaubt, berichtet Kristina Funke. Das erkläre sich aus der einfachen Tatsache, dass sich aus den Knospen entweder ein Blatt oder eine Blüte entwickelt.

„Die momentan gut zu beobachtenden Pollenwolken in unserer Region stammen von den intensiv blühenden Fichten und Kiefern.“ Da die meisten Waldbäume Windbestäuber sind, produzieren sie im Gegensatz zur Insektenbestäubung riesige Pollenmengen. Das liegt daran, dass sehr viel Pollen nicht sein Ziel – eine weibliche Blüte – erreicht. So kann eine einzige männliche Blüte bei der Fichte bis zu 200 000 Pollen abgeben, bei der Eiche sind es immerhin noch 40 000.