merken

Dresden

Brachen zu blühenden Landschaften!

Die Ufer-Projekte eröffnen weitere Gemeinschaftsgärten in Dresden. Nicht nur deshalb sind sie Verein des Jahres. 

Gerda Berger, Martin Himstedt und seine Frau Jana bereiten das gute Gelingen der Strieskanne vor.
Gerda Berger, Martin Himstedt und seine Frau Jana bereiten das gute Gelingen der Strieskanne vor. © Sven Ellger

Was als zartes Pflänzchen gestartet ist, wächst im achten Jahr zum kräftigen Stamm heran. Der Verein Ufer-Projekte eröffnet 2019 seinen achten Gemeinschaftsgarten. Angefangen hat alles 2011 mit dem Johannstädter Garten an der Ecke Dürerstraße/Silbermannstraße, der seitdem von Menschen aus verschiedenen Generationen und Stadtteilen gestaltet wird.

„Das war damals sowohl für unseren Verein, in dem alle ehrenamtlich tätig sind, als auch für die Stadt noch Neuland“, sagt Julia Leuterer vom Vorstand. Denn das Prinzip, dass die Stadt Flächen sucht und zum Gärtnern zur Verfügung stellt, musste sich erst etablieren. „Heute haben wir einen Ansprechpartner im Amt und dort weiß man auch, dass wir nach geeigneten Flächen suchen“, sagt Leuterer. Sie selbst gärtnert im Gemeinschaftgarten Gorbitz, der 2015 dazu kam, nach dem Hechtgrün, wo Anwohner seit 2013 eine vorher trostlose Brachfläche in einen blühenden Garten verwandelten, und dem kleinen Garten am malerischen Kaitzbach in Strehlen 2014. Seit 2017 beleben Hochbeete des Bönischgartens eine Rasenfläche in der nördlichen Johannstadt. Im Vorjahr kam das Wurzelwerk in Pieschen dazu, in dem neben dem Gärtnern der Fokus auf ökologischem Bauen liegt. Die sechs Gärten der UFER-Projekte sind über das Gartennetzwerk mit zahlreichen weiteren Gemeinschaftsgärten in und um Dresden verbunden. In diesem Jahr bekommen sie gleich doppelten Zuwachs.

Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Die „Strieskanne“ will ab Frühjahr eine öde Trampelpfad-Brache hinter dem Kaufland zur grünen Oase umwandeln. Hier soll gelten, was allen Gemeinschaftgärten eigen ist: Hier kommt die Nachbarschaft zusammen und jeder kann mitmachen. „Der soziale Aspekt ist uns wichtig“, sagt Leuterer. Gemeinschafts- oder Einzelbeete können bepflanzt werden, Gartenfeste wollen gefeiert und die frische Ernte vernascht werden. Dabei lernen sich die Mitstreiter kennen und Ideen entstehen.

Auch Löbtau bekommt einen neuen Gemeinschaftsgarten. Allerdings musste der Stadtteil auch den ehemaligen am Wächterhaus aufgeben. Der Neue entsteht auf einer Wirtschaftsfläche auf dem Annenfriedhof an der Kesselsdorfer Straße, die nicht für Bestattungen genutzt wurde. Wann es hier losgeht, will der Verein auf seiner Internetseite veröffentlichen.

Auch Bildungsprojekte gehören zur Ufer-Arbeit dazu. Beim „Jungen Gemüse“ geht es um das praxisnahe Erleben und Lernen auf dem Schulgelände oder in einem Gemeinschaftsgarten. Dafür gibt es spannende Projekttage und Sommerferiencamps. Bei den Seitentrieben lernen Interessierte viel über nachhaltiges Gärtnern, die Themen reichten von Kompost und Bodengesundheit über Obstbaumschnitt bis hin zur Fermentation der eigenen Ernte. Doch es gibt auch Angebote für die, die lieber bauen statt pflanzen wollen. Da entstehen zum Beispiel Komposttoiletten oder pedalbetriebene Obstentsafter.

Für Julia Leuterer sind die Ufer-Gärten nicht nur Flächen, in denen Einzelne etwas säen, pflanzen oder ernten. Es seien Freiräume, in denen nicht alles vorgegeben ist, in denen sich Menschen kennenlernen und ausprobieren können, aber auch herausfordernde Fragen unserer Zeit diskutieren. Zum Beispiel, wie wir uns künftig ernähren wollen. In allen Ufer-Gärten wird nach ökologischen Gesichtspunkten gearbeitet. Wer Interesse hat, findet die Zeiten, in denen in den einzelnen Gärten gearbeitet wird, im Internet. Jeder davon ist unterschiedlich, manche umzäunt, andere offen. Einige arbeiten nur auf Hochbeeten, andere nur mit Erdbeeten.

Nun haben die Ufer-Projekte einen weiteren Grund, sich zu freuen. Sie sind am Donnerstagabend in der Kategorie Soziales zum Verein des Jahres gekürt worden. Die 3000 Euro Preisgeld stehen für neue Projekte bereit.

Erste Termine zum Mitgestalten des neuen Striesener Gartens: 6. April von 14 bis 18 Uhr Planungswerkstatt im Sommerkiosk Vegibunt, Wormser Str. 69, Eingang Kleingärten „Flora I“, Anmeldung erwünscht unter [email protected]

Bau-Workshop am 13. April von 10 bis 18 Uhr in der Strieskanne, Spenerstraße 36, ab 10 Uhr: Hochbeete und Gartenmöbel werden gebaut, bitte Geräte mitbringen, mit denen Europaletten bearbeitet werden können.