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In Görlitz ist ein Viertel der Anträge unbearbeitet

Wer bis Jahresende keinen Bescheid hat, muss sich trotzdem nicht sorgen.

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Von Anja Beutler

Görlitz. Für Jörg Krienke und seine vierköpfige Familie fängt das neue Jahr an, wie das alte aufgehört hat: Sie warten. Auf den Bescheid über das Arbeitslosengeld II (Alg II), das dem 25-jährigen Arbeitslosen und seiner Frau im Erziehungsurlaub zusteht. „Wir haben den Antrag im August abgegeben“, sagt Krienke.

„Ja, wir hängen hinterher“, sagt der Görlitzer Arbeitsagenturchef Eberhard Nagel. 73 Prozent der Anträge seien bearbeitet, das sind rund 2 800 Fälle. Zwei Gründe hätten in Görlitz zu den Verzögerungen geführt: stundenlange Ausfälle des Computerprogramms und eine unerwartet hohe Zahl von Arbeitslosenhilfeempfängern, die in der Neißestadt einen Antrag abgegeben haben. Statt erwarteter 7 500 kamen fast 9 000 Anträge.

Dass nun etwa ein Viertel der Antragsteller vor Jahresende keinen Bescheid bekommt – daran ist nichts mehr zu ändern. Trotzdem, so Eberhard Nagel, müsse sich niemand Sorgen machen. Im Januar sollen alle verbleibenden Bescheide rausgeschickt werden und auch das Geld fließen. „Wer zwischendurch wirklich in eine Notlage kommt, kann ab der ersten Januarwoche zu uns kommen und einen Barscheck abholen“, sagt Nagel.

Jörg Krienke hat nach mehreren Versuchen eine Bescheinigung erhalten, dass sein Antrag noch läuft. Den kann er bei Problemen zum Beispiel im Jugendamt vorzeigen.