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Hoyerswerda

In Hoyerswerda begann neue Zeitrechnung

Krauschwitzerin wird Dritte beim Sechs-Stunden-Lauf. Für den Lauftreff Lausitz holt Carsten Hendrischk den „Halben“.

Letzter Uhrenvergleich unterm Startbogen. Die späteren Sieger des Sechs-Stunden-Laufes bringen sich in Stellung: rechts in der Mitte (in Blau / Nr. 16) Georg Schützka (LG TuS Weinböhla); die Dame rechts vorn in Blau ist Julia Jezek (Die Laufpartner).
Letzter Uhrenvergleich unterm Startbogen. Die späteren Sieger des Sechs-Stunden-Laufes bringen sich in Stellung: rechts in der Mitte (in Blau / Nr. 16) Georg Schützka (LG TuS Weinböhla); die Dame rechts vorn in Blau ist Julia Jezek (Die Laufpartner). © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda erlebte am Sonnabend um 9 Uhr im Jahn-Stadion die Wiedergeburt der Leichtathletik, womöglich in ganz Deutschland: Die 11. Europaläufe könnten das erste Sport-Ereignis im Amateurbereich gewesen sein, das unter Corona-Bedingungen stattfand. Eine Dreifach-Premiere obendrein, denn weder ein Halb-, noch ein ganzer Marathon und schon gar kein Extremlauf über sechs Stunden dürften hier je zuvor im Rund stattgefunden haben. Das hob Manfred Grüneberg, Präsident des die Wettbewerbe ausrichtenden Lauftreffs Lausitz (LTL), in der knappen Eröffnung hervor, ehe Rennarzt Dr. med. Alexander Eberth das Feld per Pistolenschuss auf die Reise schickte. Besser: die Felder, denn die 25 Sechs-Stunden-Läufer gingen unterm Startbogen am Haupttor ans Werk; die vier Marathonläufer brachen zu ihren 106 Runden in der Nordkurve auf und die 18 Halbmarathonis begannen ihre 52 Runden vor der Tribüne mit „Pappkameraden“-Publikum – nur einer der Kompromisse, den der LTL eingegangen war, um mit Kreissportbund und Landratsamt Bautzen die Genehmigungsfähigkeit hinzubekommen: Wechsel von der „offenen“ Gondelteichstrecke ins geschlossene Jahn-Stadion, um den Ausschluss von Publikum sicherzustellen. Streichung von Wettbewerben bis auf drei. Begrenzung auf 50 Teilnehmer (49 meldeten, 47 starteten). Verzicht auf Werbung im Vorfeld. Ein Hygienekonzept ...

Aber: Es durfte gelaufen werden! Nur das zählte. Zwar in aller Stille, aber wie heißt es beim Religionsphilosophen Romano Guardini: „In der Stille geschehen die großen Dinge.“ Und dass die 11. Europaläufe stattfanden, WAR ein großes Ding.

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Ganz still war’s freilich nicht, denn die Läufer ermunterte Musik. Los ging’s mit Elvis, und die letzten Meter kurz vor 15 Uhr begleiteten Katrina and the Waves: „I’m walking on sunshine“. Dann stand nicht nur der Gewinner fest, Georg Schützka aus Weinböhla, sondern mit 76,0165 km ein neuer Hoyerswerdaer Sechs-Stunden-Rekord. Der alte stand seit 2018 bei 74 km. Für die Lausitz aufs Sechs-Stunden-Treppchen schaffte es die Krauschwitzerin Katrin Wonde als ganz starke Dritte. Vorher bescherte Carsten Hendrischk dem LTL den Halbmarathon-Heimsieg, und Marathon-Gewinner Bernd Schwiebs, für Bautzen laufend, ist ja auch Hoyerswerdaer. Aber als Gewinner fühlten sich an diesem Tag alle: Die Athleten. Die Ausrichter. Der Sport.

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