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Wirtschaft

In Jänschwalde wird wieder gebaggert

Vor knapp sechs Monaten legte ein Gericht den Tagebau lahm, weil eine Umweltverträglichkeitsprüfung fehlte. Jetzt wird dort wieder Kohle abgebaut.

Ein Eimerkettenbagger steht im Braunkohletagebau Jänschwalde
Ein Eimerkettenbagger steht im Braunkohletagebau Jänschwalde © Patrick Pleul/dpa

Cottbus. Im Tagebau Jänschwalde beginnt am Dienstag nach einem monatelangen Stopp wegen einer fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfung wieder die Braunkohleförderung. Mit Beginn der Frühschicht um 6 Uhr fährt der Tagebau wieder komplett an, sagte ein Sprecher des Betreibers Leag am Montagabend. Damit arbeite die Grube dann wieder im normalen Betrieb. Laut Leag arbeiten dort mehr als 600 Beschäftigte in drei Schichten.

Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) habe die Zulassung des Hauptbetriebsplanes 2020 bis 2023 erteilt, teilte das Energieunternehmen am Montag mit. Vorausgegangen war eine umfangreiche Prüfung, ob sich der Tagebau mit Pflanzen- und Tierwelt sowie den örtlichen Biotopen verträgt, die so genannte FFH-Umweltverträglichkeitsprüfung. Es ging den Angaben zufolge um 14 FFH-Gebiete und ein Vogelschutzgebiet.

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Im Tagebau wurde seit dem 1. September 2019 regulär keine Kohle abgebaggert, der Hauptteil der Anlagen mit der riesigen Förderbrücke stand weitgehend still. Während der Zeit gab es allerdings einen Sicherungsbetrieb. Dabei wurde der Tagebau unter anderem vor anströmenden Grundwasser geschützt.

Ein Absetzer der Förderbrücke F60 befördert Abraum. 
Ein Absetzer der Förderbrücke F60 befördert Abraum.  © Patrick Pleul/dpa (Symbolfoto)

Dem Stop des Tagebaus war eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit der Grünen Liga vorausgegangen. Die Umweltschützer befürchten, dass Filterbrunnen im Bereich des Tagebaus besonders geschützte Gebiete wie etwa Moore gefährden.

Etwa die Hälfte der Tagebau-Stammbelegschaft wurde seit September zwischenzeitlich an anderen Betriebsstandorten der Leag eingesetzt. Rund 200 Mitarbeiter arbeiteten vorübergehend in den sächsischen Tagebauen Nochten und Reichwalde, etwa 70 Mitarbeiter verstärkten die Produktionsbereiche des Tagebaus Welzow-Süd.

"Wir sind erleichtert, dass sowohl unsere Mitarbeiter als auch die zahlreichen Mitarbeiter von Service- und Partnerunternehmen ihre verantwortungsvolle Tätigkeit im Tagebau Jänschwalde jetzt wieder in gewohnt zuverlässiger Weise aufnehmen können", sagte Leag-Bergbauvorstand Uwe Grosser. Die Zulassung für den Hauptbetriebsplan mit der FFH-Verträglichkeitsprüfung schaffe die genehmigungsrechtliche Grundlage dafür, den Tagebau Jänschwalde bis 2023 in seine geplante Endstellung zu fahren.

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Auch die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) begrüßte den Weiterbetrieb des Tagebaus. "Jetzt können wir uns den anderen Herausforderungen in der Lausitz stellen", sagte der Landesbezirksleiter Nordost, Oliver Heinrich, der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Kohleausstieg und den Strukturwandel. (dpa)