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In Löbau-Ost fällt der nächste Block

Dieses und nächstes Jahr will die Wobau noch abreißen. Dadurch soll das Wohnviertel am Löbauer Berg schöner werden.

© Matthias Weber

Von Romy Altmann-Kühr

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Löbau. Was sich schon in Löbau herumgesprochen hatte, haben die Bewohner des sogenannten Berghofes im Wohngebiet Löbau-Ost jetzt offiziell bestätigt bekommen: Ihr Wohnhaus fällt nächstes Jahr. Die Wohnungsverwaltung und Bau GmbH Löbau (Wobau) hat in einer Anwohnerversammlung über den geplanten Abriss des Blocks an der Lortzingstraße informiert. Als Berghof wird der Block umgangssprachlich bezeichnet, weil er am Fuß des Löbauer Berges, direkt gegenüber der Skiwiese steht. Die Mieter werden nun ihre Kündigungen erhalten. Die Wobau verfolgt mit dem Abriss an der Lortzingstraße, der 2019 erfolgen soll, das Rückbaukonzept für Löbau-Ost weiter. Abrisse sind aber auch für dieses Jahr schon geplant. Die SZ fasst zusammen, wie es in Löbau-Ost weitergeht.

Welche Gebäude sind als Nächstes zum Abriss vorgesehen?

Als Nächstes sollen die Gebäude Mozartstraße/Ecke Lortzingstraße verschwinden. Sie sind bereits leer gezogen und von den Medien abgeklemmt, informiert Ullrich Wustmann, technischer Geschäftsführer der Wobau. Über 80 Wohnungen verschwinden hier. Die Ausschreibungen für den Abriss werden jetzt vorbereitet. Ab Mai soll dann Abrissbeginn sein. „Zunächst wird man von außen nicht viel sehen“, so Ullrich Wustmann. Denn zuerst werden die Bauarbeiter innen entkernen. Innentüren, Fenster, Toiletten und andere Innenausstattung muss rausgerissen und alles getrennt entsorgt werden. Erst dann kann der Abrissbagger kommen und den Sechsgeschosser abbrechen. Das soll laut Wustmann etwa im Juni der Fall sein. Bis Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Wird es weitere Abrisse bei der Wobau geben?

Der Abbruch der Gebäude an der Lortzingstraße, der für 2019 geplant ist, soll seitens der Wobau der letzte sein. „Wir sind dann fertig“, so Wustmann. Der Bestand der Wobau in Löbau-Ost wird sich dann auf knapp über 400 Wohnungen verringert haben. Insgesamt hat die Wobau in Löbau etwa 2 000 Wohneinheiten in ihrem Bestand.

Wie wird entschieden, welche Blöcke verschwinden?

Bei dieser Entscheidung geht es nicht nur um den Leerstand. Ausschlaggebend sind auch die Versorgungsleitungen, erklärt Ullrich Wustmann. So würde es beispielsweise keinen Sinn machen, aus der Mitte einer Häuserzeile einen Block herauszunehmen. Für den Rückbau überhaupt spielt aber der Leerstand die größte Rolle. Viele Wohnungen werden aufgrund des Einwohnerrückgangs nicht mehr benötigt.

Was wird aus den Mietern?

Sie erhalten Kündigungen. Für die Lortzingstraße gehen sie jetzt raus. „Die Mieter haben das ganze Jahr Zeit, eine passende Wohnung zu finden“, so Wustmann. Dabei will die Wobau sie unterstützen und Wohnungen aus ihrem Bestand anbieten. Es gebe auch die Möglichkeit, im Wohngebiet zu bleiben, so der Geschäftsführer. In der Haydnstraße Nummer 6 bis 14 beispielsweise hat die Wobau im vorigen Jahr Wohnungen modernisiert. „Einige sind noch frei“, sagt Wustmann. Dort könnten Mieter aus einem der Abrissblöcke eine neue Wohnung bekommen. „Natürlich ist es für die Leute bitter, jetzt ausziehen zu müssen“, räumt der Wobau-Chef ein. Unter den Bewohnern in der Lortzingstraße seien sogar Erstbezieher, die seit der Fertigstellung Anfang der 1980er Jahre dort wohnen. Die Entwicklung, insbesondere im Hinblick auf den Einwohnerrückgang, mache es aber unmöglich, alle Gebäude zu erhalten.

Was passiert mit den leeren Flächen?

Dort, wo Häuser abgerissen werden, entstehen Grünflächen. „Das wertet das Gebiet auf“, sagt Ullrich Wustmann. Ein gutes Beispiel dafür sei die Händelstraße, wo im vorigen Jahr mehrere Aufgänge abgerissen wurden. Durch den fehlenden Wohnblock haben die verbliebenen an der Mozartstraße jetzt freie Sicht auf die Sonnenseite und weite Aussicht bis zum Kottmar, so Wustmann. An der Händelstraße gab es im Hof schon einen Spielplatz, der soll noch erweitert werden. Gleich nebenan befindet sich die Kita „Kinderhaus am Löbauer Berg“. Dort will die Stadt dieses Jahr noch die Außenanlagen gestalten. „Zusammen wird das dann eine schöne Anlage“, blickt der Wobau-Chef voraus.